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Borna Vereinsbilanz: Wyhraer Mühle bald wieder flott
Region Borna Vereinsbilanz: Wyhraer Mühle bald wieder flott
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19:43 21.12.2012
Barbara Artelt neben einem alten Traktor. Ihr Verein kümmert sich um historische Technik und die Mühle. Quelle: Ines Neumann
Wyhra

Doch das ist nicht das Einzige, worauf der umtriebige Verein in diesem Jahr zurückblicken kann. Barbara Artelt scheint eine rastlose Frau zu sein. Atemlos führt sie durch ihre Halle mit den alten Traktoren, dann setzt sie sich ins Auto und fährt noch schnell zur Holländermühle hinaus, an der ihr Mann, der gelernte Mühlenbauer, und der Verein werkeln. Ohne Pause springt sie die sieben Stockwerke der Mühle hinauf und hinunter, um auf alle Besonderheiten hinzuweisen. Es ist unschwer zu erkennen, Barbara Artelt brennt für den Verein, und gerät beim Erzählen nahezu ins Schwärmen. Ein Höhepunkt des Jahres war das traditionelle Pfingstschleppertreffen, das der Verein seit 2005 ausrichtet. An zwei Tagen trafen sich um die 150 verschiedenen Traktorenfreunde mit ihren eigenen Trekkern auf dem Firmengelände der Artelts, um zu einem Traktoren-Corso in die Region aufzubrechen. „Es ist richtig voll und alle haben gute Laune“, beschreibt Barbara Artelt die Pfingsttage. Wichtig ist ihr bei solchen Festen, die Menschen aus der Umgebung mit einzubeziehen. Die Dorfgemeinschaft liegt Barbara Artelt am Herzen. Deswegen griff der Verein bei seinem diesjährigen Pfingstschleppertreffen auch auf die Strohpuppen zurück, die die Whyrarer anlässlich ihrer 725-Jahrfeier angefertigt hatten. Bereits zum dritten Mal richtete der Verein außerdem das Winzerfest aus, und auch zu Ostern wurde ein Feuer angezündet. „Die Leute sollen etwas haben, worauf sie stolz sind“, erklärt Barbara Artelt ihr Engagement. Sie verweist damit auf die Braunkohlegeschichte der Region und sagt: „Jetzt ist es schön hier, aber man braucht auch touristische Ziele.“ Einen solchen Anlaufpunkt schafft der Mühlen- und Technik-Verein mit der Holländermühle. Neben ihrer Funktion als Mühlenmuseum mausert sie sich zusehends zu einem kulturellen Treffpunkt. Offen für Kunst jeglicher Art dient die Mühle beispielsweise als Ausstellungsraum. In diesem Jahr etwa zeigte sie Bilder des Grimmaer Fotografen Gerhard Weber oder wagte sich an Kunst aus der schwarzen Szene; unter der Überschrift „Düster, mystisch, fantastisch“ stellten die Künstler Diana Kaminski und Toni Reintelseder Malerei und Skulpturen aus. Am Wochenende dient die Mühle aber auch einfach nur als klassisches Ausflugscafé. Ganz fertig ist die Mühle noch nicht. Die Flügel für das Windrad liegen ihr momentan noch, zur Montage bereit, zu Füßen. Und das wird auch das ganz große Ziel für das kommende Jahr sein: Die Fertigstellung der Mühle. Spannend kann das noch werden, denn der Verein hat große Pläne. „Wir wollen versuchen, mit der Neuholländermühle auch Strom zu erzeugen“, verrät Barbara Artelt. Ein ganz neuer Mühlentyp sei das. Und wenn dann alles funktioniert, freuen sich Barbara Artelt und die Vereinsmitglieder im neuen Jahr auf die üblichen Feste und viele interessierte Menschen.

Ines Neumann

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