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Borna Vereinsmitglied kann Schützenhaus kaufen
Region Borna Vereinsmitglied kann Schützenhaus kaufen
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17:24 29.08.2018
Die Privilegierte Schützengesellschaft zu Rötha freut sich über den Verkaufsbeschluss des Stadtrates für das Schützenhaus. Quelle: Schützenverein
Rötha

Zeitlich hätte man sich kein passenderes Szenario denken können: Die gute Nachricht erreichte die Mitglieder der Privilegierten Schützengesellschaft zu Rötha kurz vor ihrem Sommerfest, mit dem alljährlich die neue Saison eröffnet wird: Am Vorabend hatte der Röthaer Stadtrat über den Verkauf des Schützenhauses entschieden. Die Entscheidung löste beim Verein Freude aus, denn der Bewerber, der den Zuschlag bekam, ist selbst Vereinsmitglied.

Für den Schützenverein soll sich nichts ändern

Mario Maguhn ist 59, lebt seit drei Jahren in Rötha und ist selbstständiger Unternehmer in der Werbebranche. Der LVZ sagte er nach dem Stadtratsbeschluss: „Für den Verein wird der Kauf durch mich natürlich keine negativen Auswirkungen haben. Deswegen habe ich es gemacht.“ Auf dem Sommerfest stellte er sich dem Verein als Käufer vor und überbrachte die Botschaft, dass sich weder für den Schützenverein noch für den Betreiber der Gaststätte im Erdgeschoss etwas ändern werde. Er wies allerdings auch darauf hin, dass der Verkauf erst perfekt sei, wenn der Vertrag beim Notar unterschrieben wird.

Miete hätte der Verein kaum stemmen können

Das Schützenhaus in der Kreudnitzer Straße steht mit auf einer Verkaufsliste, die Bestandteil eines Haushaltstrukturkonzeptes ist, an das sich die Stadt Rötha bis 2021 gebunden hat. Der Schützenverein, der Vereinsräume und eine Raumschießanlage im Gebäude hat, hatte befürchtet, im Fall eines Verkaufs an einen fremden Dritten zusätzlich zu den Betriebskosten eine Miete zahlen zu müssen, was bisher nicht der Fall ist. Die hätte der Verein möglicherweise nicht stemmen können, weswegen Präsident Helge Hollstein öffentlich von der Gefahr der Auflösung des Vereins gesprochen hatte. Die dürfte nun vom Tisch sein. „Wir sind alle zuversichtlich“, sagte Hollstein der LVZ.

Beschluss nicht ganz unumstritten

Gänzlich unumstritten war der Verkaufsbeschluss im Stadtrat nicht, auch wenn es am Ende nur zwei Stimmenenthaltungen und ansonsten ausschließlich Zustimmungen für den Antrag der Verwaltung gab. Neben dem Angebot von Mario Maguhn, das Gebäude zum Mindestgebot zu kaufen, gab es ein zweites, um 3000 Euro höheres Angebot von einem Paar aus Rötha.

In der kurzen Debatte hatte sich letztlich die Ansicht durchgesetzt, dass die Mitgliedschaft des Käufers im Schützenverein und der Erhalt des Gebäudes für diesen den Ausschlag für das geringere Angebot geben sollten. Maguhn kündigt zudem an, innerhalb von zwei Jahren die Fassade des Hauses neu gestalten zu wollen. „Das ist das Mindeste, das ich tun werde“, sagte der potenzielle Käufer der LVZ.

Darüber hinaus stehen dem Gebäude weitere Baumaßnahmen bevor. Denn verkauft wird nur das Vorderhaus, welches mit der Turnhalle dahinter verbunden ist und baulich getrennt werden soll. Dazu muss unter anderem die Heizungsanlage getrennt und im Dachgeschoss eine Brandwand eingebaut werden. Für diese Arbeiten soll der Käufer die Hälfte der Kosten tragen.

Von André Neumann

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