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Verfüllung der ehemaligen Absetzanlage in Böhlen verzögert sich

Mehr Material nötig Verfüllung der ehemaligen Absetzanlage in Böhlen verzögert sich

Die Renaturierung der Fläche der ehemaligen industriellen Absetzanlage Böhlen dauert rund zwölf Jahre länger als bisher genehmigt. Denn auch die Herstellung der Tragfähigkeit für das rund 112 Hektar große Areal nimmt mehr Zeit und Material in Anspruch als ursprünglich angenommen.

Weil schlichtweg mehr Material reinpasst, dauert die Verfüllung und anschließende Renaturierung der industriellen Absetzanlage Böhlen rund zwölf Jahre länger.

Quelle: Vattenfall

Böhlen. Die Renaturierung der Fläche der ehemaligen Industriellen Absetzanlage Böhlen dauert länger als bisher genehmigt. Denn auch die Herstellung der Tragfähigkeit für das rund 112 Hektar große Areal nimmt mehr Zeit und Material in Anspruch als ursprünglich angenommen. War das bisherige Plangenehmigungsverfahren davon ausgegangen, dass die Maßnahme bis 2016 abgeschlossen ist, ist eine Fristverlängerung bis zum Jahr 2028, also um zwölf Jahre, von Vattenfall beantragt. Basis der Renaturierung und Sanierung der ehemaligen Absetzanlage ist die bestätigte Plangenehmigung der Landesdirektion.

Grund für die deutliche Verzögerung ist, dass – grob gesprochen – mehr Versatzmaterial eingebaut werden muss als gedacht. Der Boden schluckt und schluckt. Jährlich werden auf dem Gelände von der Mitteldeutschen Umwelt- und Entsorgung GmbH (Mueg) rund 440 000 Tonnen Material ausgebracht, um die Tragfähigkeit des Areals wieder herzustellen. Denn in den Jahren 1968 bis 2000 wurden hier circa 20,4 Millionen Kubikmeter Aschen aus den Altkraftwerken Böhlen und Lippendorf in die Hohlform des ehemaligen Tagebaus Böhlen verspült. Von Tragfähigkeit dieses Materials kann daher keine Rede sein. Ohne eine Stabilisierung wäre jedoch eine Nachnutzung generell nicht möglich.

Wegenetz soll Böhlen mit Zwenkauer See verbinden

Während der Rekultivierung entstehen etwa 87 Hektar Sukzessionsflächen, das heißt im Wesentlichen Rasenflächen mit einzelnen Gehölzgruppen zur Strukturierung der Landschaft und rund 25 Hektar Wald. Gleichzeitig soll ein Wegenetz entstehen, das die Stadt Böhlen zukünftig mit der Neuen Harth und dem Zwenkauer See verbindet.

Im östlichen und südlichen Teil der Fläche – rund 52 Hektar groß – ist die Renaturierung bereits abgeschlossen. Hier wurden laut Projektleiter Enrico Walter nicht nur zusammen mit der Stiftung Wald für Sachsen Bäume gepflanzt, sondern auch zahlreiche Sträucher. Andere Abschnitte überließ man der Natur selbst. Zehn Jahre dauerte es, bis dieses Terrain verfüllt und renaturiert war. Im Jahr 2016 wird ein Gesamtfertigstellungsgrad der IAA Ostausfahrt Böhlen von 77 Prozent avisiert. Nun haben die Arbeiten im nördlichen Abschnitt begonnen, zu dem auch ein See gehört.

Dass sich die Arbeiten um so viele Jahre verzögern, hat auch damit zu tun, dass die Verfügbarkeit des Materials – qualitätsüberwachter Boden- und Bauschutt – nicht jederzeit gegeben ist. Aus dem gesamten Raum Leipzig kommt nach Aussage des Projektleiters das Material, aber eben nicht jederzeit in der benötigten Masse.

Die sogenannte Trag- und Ausgleichsschicht besteht aus unterschiedlich großem Bauschutt. „Wichtig ist, dass sich das Material beim Verfüllen verzahnt, nur so wird die Fläche später belastbar“, sagt Walter. Messpunkte auf dem gesamten Areal zeigen den Setzungsverlauf, grafisch werden die Ergebnisse anschließend festgehalten. „Geotechnologische Gutachter überwachen den ganzen Prozess“, macht der Bauleiter deutlich.

Verfüllung des Sees ist besondere Herausforderung

Eine besondere Herausforderung stellt der See auf dem Gelände dar. Eine sogenannte Schute wird vom Ufer aus mit 50 bis 70 Tonnen Erdmassen beladen. Das Material wird anschließend durch eine riesige Luke im Schiffsrumpf verfüllt. Mittlerweile sei er an der tiefsten Stelle noch sechs bis sieben Meter tief, früher waren es neun. An Land hingegen sorgen Seilbagger und Raupen für die Verteilung des Materials. Ist die Tragschicht vollständig, wird sie von einer Rekultivierungsschicht überdeckt. Ohne diese ist eine Bepflanzung wirkungslos.

Vattenfall als Besitzer des Gebietes investiert rund zehn Millionen Euro in die Rekultivierung. Im Ergebnis der technologisch anspruchsvollen Umgestaltung werden Wald, Wiesen, Obstalleen und Wege entstehen.

Von Julia Tonne

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