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Borna Verhandlung in Borna: Drogendealer aus Lobstädt gesteht
Region Borna Verhandlung in Borna: Drogendealer aus Lobstädt gesteht
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14:36 22.09.2016
Das Amtsgericht Borna hat einen Lobstädter wegen Drogenhandels zu einer Freiheitsstrafe verurteilt.  Quelle: Jens Paul Taubert
Borna/Lobstädt

 Ein 43-Jahre alter und mehrfach vorbestrafter Mann aus Lobstädt ist vom Amtsgericht Borna wegen Drogenhandels zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt worden, auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Die Verhandlung am Mittwochvormittag verlief anders, schneller als zu erwarten war. Zehn Zeugen, darunter einer, der in Handschellen aus der Haftanstalt vorgeführt wurde, einige weitere aus der Drogenszene und mehrere Polizisten, konnten ungefragt wieder gehen. Denn der Angeklagte gestand alles, was die Staatsanwaltschaft ihm zur Last legte.

Viermal, so die Anklage, soll Rainer W. (Name geändert) zwischen 2011 und 2014 mit verschiedenen Drogen in nicht geringer Menge illegal gehandelt haben. Wobei die Erkenntnisse der Ermittler in drei der Fälle durchaus lückenhaft waren. Zwischen Dezember 2011 und Januar 2012 soll W. in Rötha ein Kilogramm Metamphetamin für den späteren Weiterverkauf erworben haben. An welchem Tag genau, wusste die Anklage nicht. Auch nicht den genauen Zeitpunkt, an dem zwei andere Dealer im Dezember 2012 in seinem Auftrag in Borna Rauschmittel vertickten. Wieder ein Jahr später soll er selbst von jenem vorgesehenen Zeugen in Handschellen Marihuana zum Weiterverkauf erworben haben.

Weil auf Zeugen, die in der verhandelten Sache selbst der Strafverfolgung ausgesetzt sind, wenig Verlass ist, galt selbst dem Richter nur die vierte Tat als sicher nachweisbar. (Das sagte er freilich erst nach der Urteilsverkündung). Denn hier hatte die Polizei zugegriffen. Am Vormittag des 14. November 2014 fanden Beamte bei einer Hausdurchsuchung bei Rainer W. illegale Drogen, die er am Vorabend in Neukieritzsch erworben hatte. Wie meist wollte er sie weiterverkaufen, um damit seinen Eigenbedarf zu finanzieren.

W. hatte 1990 angefangen, Drogen zu nehmen. Erst rauchte er Gras, später nahm er auch andere Stoffe. Parallel begann seine kriminelle Karriere. Mehrfaches Fahren ohne Führerschein, Benutzung eines Schlagringes, Körperverletzung, Diebstahl und Raub, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, unerlaubter Waffenbesitz und 2008 erstmals Drogenhandel brachten ihm 20 Einträge ins Bundeszentralregister und mehrere Jahre Haft ein. Die erste jetzt verhandelte Tat beging W. kurz nach der Entlassung aus dem Gefängnis.

Das Urteil war das Ergebnis eines Handels, die Juristen sagen Rechtsgespräch dazu. W.’s Verteidigerin bot ein umfassendes Geständnis für den Fall an, dass die Strafe nicht über zwei Jahren liegt und zur Bewährung ausgesetzt wird. Gericht und Staatsanwalt gingen darauf ein. Sie konnten auf einen vielleicht langwierigen Prozess mit unsicherem Ausgang verzichten. Und W. musste keine Namen von Komplizen nennen, was ihn und seine Freundin hätte in Gefahr bringen können.

Von André Neumann

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