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Borna Verkauf geplatzt: Früheres Gemeindeamt Gatzen bleibt weiter verwaist
Region Borna Verkauf geplatzt: Früheres Gemeindeamt Gatzen bleibt weiter verwaist
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18:00 24.10.2017
Groitzsch/Gatzen

Zu voreilig war die Groitzscher Freude über einen Verkauf des ehemaligen Gemeindeamtes im Ortsteil Gatzen. Der Stadtrat hatte zwar Mitte September zugestimmt und Bürgermeister Maik Kunze (CDU) ermächtigt, den Kaufvertrag mit den potenziellen Erwerbern abzuschließen. „Doch die Käufer haben den Notartermin platzen lassen – allerdings nicht einfach so, sondern wegen der Denkmalschutzauflagen“, informiert jetzt der Stadtchef.

Das Gemeindeamt war zuvor die alte Dorfschule (bis Ende der 1960er-Jahre) gewesen. Als die Ortschaft Auligk, zu der Gatzen schon 1948 gekommen war, 1996 nach Groitzsch eingemeindet wurde, hielt hier schließlich nur noch der Ortsvorsteher seine Sprechstunde ab. 2014 war mal ein Songschreiber-Workshop im Gebäude angekündigt. Inzwischen steht es trist und leer an der Staatsstraße 65. „Es sieht zum Jammern aus“, so Kunze. Interessenten für das Grundstück, das die Kommune vor rund zehn Jahren aus dem Kirchschullehen übernommen hatte und das direkt neben dem kleinen Friedhof liegt, sind selten.

Deshalb wurde im Groitzscher Rathaus und beim Ortschaftsrat Auligk mit Wohlwollen aufgenommen, dass ein Pegauer Paar die Immobilie kaufen, sanieren, selbst bewohnen und gewerblich nutzen wollte. Nach einem neuerlichen Wertgutachten wurde der Preis fürs Gebäude und die rund 3500 Quadratmeter auf knapp 50 000 Euro festgelegt. Allerdings fließt das Geld nun nicht in die Stadtkasse.

„Die Untere Denkmalschutzbehörde beim Landratsamt grätscht dazwischen mit zahlreichen Forderungen“, sagt der Bürgermeister. Den Käufern sei im Ge­spräch unter anderem mitgeteilt worden, dass bei jeder Grabung eine archäologische Begleitung erforderlich ist, das für Arbeiten an der Fassade Farbgutachten zum Putz erstellt werden müssen und dass die Fenster dem Alter des Hauses entsprechend denkmalsgerecht erneuert werden müssen.

„Darauf haben die Pegauer bekundet, dass das für sie zeitlich und finanziell nicht zu schaffen ist, und sie haben sich zurückgezogen“, so Kunze. „Das ist schon ärgerlich. Wir hatten gehofft, dass hier endlich was passiert. Doch mit den engstirnigen Entscheidungen wird das Gegenteil bewirkt.“

Von Olaf Krenz

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