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Borna Verlegung der S 65: Baustart für Groitzscher Südumfahrung noch nicht in Sicht
Region Borna Verlegung der S 65: Baustart für Groitzscher Südumfahrung noch nicht in Sicht
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00:35 02.03.2018
Drei Varianten sind für die Verlegung der Staatsstraße 65 südlich von Groitzsch untersucht worden. Die nördlichste („S 65 neu Variante 3“) soll es nun sein, mit einem Kreisverkehr an ihrem westlichen Ende. Sie vermeidet Altbergbaubereiche (schraffiert). Quelle: Patrick Moye
Groitzsch

Es ist gar nicht so einfach, einen Teil des durch die Innenstadt fließenden Überlandverkehrs aus Groitzsch herauszubekommen. Der geplante Bau einer südlichen Umgehungsstraße, die perspektivisch die Staatsstraße 65 ersetzen sowie abkürzen soll, ist noch längst nicht in trockenen Tüchern. Nach vielen Jahren Vorbereitung gibt es immerhin eine Vorzugsvariante – aktuelle Angaben für Baubeginn und -fertigstellung jedoch noch nicht. Als Nächstes steht die Auswertung einer Altbergbauerkundung an der Trasse an.

Erste Ideen für Umgehungsstraße bereits rund 25 Jahre alt

Dabei waren laut Bürgermeister Maik Kunze (CDU) bereits vor rund einem Vierteljahrhundert erste Ideen für ein solches Projekt entwickelt worden. Doch nach dem Auftakt 1993/1994 war es bald auf Eis gelegt geworden. 2005 hatte die Stadt den Gedanken wieder aufgegriffen und ans Land als Verantwortlichen weitergetragen. Die Grundvorstellung ist, den Verkehrsfluss von Zeitz, der über die Auligker Dörfer zur Schusterstadt kommt, bereits vor der Wohnsiedlung Fritzenberg nach Osten abzuleiten. Von dort soll eine neue Straße über das Gelände Kaltes Feld zum Gewerbegebiet Am Pappelhain und weiter zur Bundesstraße 176 mit den Richtungen Borna beziehungsweise Pegau/Leipzig führen.

Damit könnte die Strecke Zeitzer Straße, Hospital-, Richard-Wagner- und Altenburger sowie Friedrich-Ebert-Straße bis zur B 176 , die die innerstädtische S 65 bilden, vor allem von Lkws entlastet werden.

Fahrbahnen müssen größtenteils saniert werden

Längst aber geht es auch darum, dass diese Fahrbahnen zum großen Teil einer Sanierung bedürfen, wie erst jetzt wieder SPD-Stadtrat Jörg Großkopf in einer Sitzung des Technischen Ausschusses anmahnte. Bürgermeister Kunze, der schon 2013 „fundierte Instandsetzungsmaßnahmen“ jahrelang vermisst hatte, machte ihm jedoch wenig Hoffnung. Das zuständige Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) habe kürzlich die Prioritäten neu geregelt, und da falle dieser Abschnitt in die letzte Kategorie. Zumal ja schon am Ersatz geplant werde.

Dieses Vorhaben steht seit der Neuauflage des Landesverkehrswegeplanes im Jahr 2012 unter der Dringlichkeitsstufe 1. Ist sie doch verkehrssicher und wirtschaftlicher als die bisherige Strecke. Allerdings ist der Freistaat beim Straßenneubau nicht unbedingt von der schnellsten Sorte, wie unter anderem die Autobahn 72 zwischen Chemnitz und Leipzig zeigt.

Schon vor reichlich fünf Jahren hatte der zuständige Abteilungsleiter im sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr bei einer Einwohnerversammlung gesagt: „Wir wollen die Straße 2025 fertig haben, möglichst eher.“ Bis zu dem Jahr reicht auch der Landesverkehrswegeplan. Da können also die Brummis noch eine lange Zeit auf dem Kopfsteinpflaster entlangzuckeln.

Stadt hat Projekt als Bauträger übernommen

Vor knapp zwei Jahren übernahm die Stadt das Projekt als Bauträger vom Lasuv, um es schneller abzuarbeiten. Aufbauen kann Groitzsch auf der Vorplanung mit der vorherigen Untersuchung von drei Trassen. Die besten Voraussetzungen soll die nördlichste Variante bieten, die etwa an der früheren „Motormühle“ beginnt; womit südlich Bereiche früherer Bergbaubereiche vermieden werden. An dieser Stelle enthält die Planung nach einem neueren Entwurf einen Kreisverkehr.

Quelle: Patrick Moye

Knapp einen Kilometer lang wird die Fahrbahn. Im Vorjahr untersuchte die Neu-Pegauer Firma Fugro Consult die Trasse auf mögliche Hindernisse und „Überraschungen“ aus dem Altbergbau. Der gerade dem Rathaus vorgelegte Bericht wird nun ausgewertet. Gestartet hat die Stadt unter anderem Lärm- und Schadstoffuntersuchungen sowie den Grünplan.

Die Baukosten waren zunächst mal mit 1,8 Millionen Euro angegeben worden. Ob die zuletzt genannten 2,2 Millionen Euro reichen, darf angezweifelt werden angesichts der Entwicklung von Baupreisen. Immerhin rechnet Groitzsch mit 80 Prozent Fördermittel, die Planungskosten soll es obendrauf geben.

Land soll die neue Straße später übernehmen

Offiziell wird, wenn es dann losgeht, eine Ortsverbindungsstraße errichtet. Später soll eine Heraufstufung die Verantwortung von der Stadt auf das Land übergehen lassen. In dem Zuge wird die innerstädtische Staatsstraße 65 umgewidmet, womit sie in kommunale Trägerschaft übergehen kann. Und dann, sagte Bürgermeister Kunze kürzlich Stadtrat Großkopf, wird Groitzsch die schlechten Abschnitte sanieren. Ein Jahr nannte er – logischerweise – noch nicht.

Von Olaf Krenz

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