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Versorgungsverband Bornaer Land senkt Preise für Trink- und Abwasser

Verbandsversammlung Versorgungsverband Bornaer Land senkt Preise für Trink- und Abwasser

Rund um Borna wird Trinkwasser im nächsten Jahr günstiger. Auch Abwasser wird billiger. Dagegen steigt der Preis für das extra erfasste Niederschlagswasser. Aus Sicht einige Verbandsräte hätte die Senkung der Trinkwassergebühren stärker ausfallen müssen.

Im Versorgungsgebiet des ZBL sinken die Gebühren fürs Trinkwasser leicht.

Quelle: Ralf Hirschberger

Borna. Rund um Borna wird Trinkwasser im nächsten Jahr günstiger. Auch Abwasser wird billiger. Dagegen steigt der Preis für das extra erfasste Niederschlagswasser. Die neuen Preise sind auf der jüngsten Versammlung des Zweckverbandes Wasser/Abwasser Bornaer Land (ZBL) beschlossen worden. Aus Sicht einige Verbandsräte hätte die Senkung der Trinkwassergebühren stärker ausfallen müssen.

Die Debatte um die Trinkwasserpreise begann schon zu Beginn der Sitzung, als das Thema noch gar nicht dran war. Verbandsrat Günter Kolbusa aus Borna hatte beantragt, die Abstimmung über die Trinkwassergebühren in einer erste Lesung ohne Beschlussfassung abzuändern. Kolbusa ist seit langem ein erklärter Gegner der gestaffelten Mengengebühr, bei der Großabnehmer für höhere Abnahmemengen eine geringere Gebühr bezahlten. Diese Diskussion, bemängelte das Mitglied des Bornaer Stadtrates, sei nicht geführt worden. Schuld daran sei die Verbandsgeschäftsführung.

Kolbusa sieht in der Staffelgebühr eine Subventionierung von Großverbrauchern auf Kosten der Kleinverbraucher. Eine Ansicht, mit der er im Verband nicht alleine steht, wofür es aber keine Mehrheit gibt. Für die gegenteilige Ansicht steht unter anderem Kitzschers Bürgermeister Maik Schramm (Freie Wähler). Der forderte, auch zu bedenken, welche Folgen es hätte, wenn ein Großverbraucher ganz wegfalle.

In eine andere Richtung lenkte Steven Weizenmann, Kämmerer von Groitzsch, die Debatte. Er sah einen wesentlich höheren Spielraum für Gebührensenkungen, als die von der Verbandsführung vorgesehenen sechs Cent je Kubikmeter. Sein Stichwort waren die so genannten kalkulatorischen Zinsen. Darunter wird die Verzinsung des Eigenkapitals verstanden, die in die Gebührenkalkulationen einfließt. Der Verband wendet dafür laut Weizenmann nach wie vor einen Zinssatz von fünf Prozent an. Eine Zahl, die noch aus Zeiten deutlich höherer Zinsen am Kapitalmarkt herrührt.

Angesichts des derzeitigen allgemeinen Zinsniveaus könnten die kalkulatorischen Zinsen aus Weizenmanns Sicht wenigstens auf 2,5 Prozent gesenkt werden. Allein durch diese veränderte Berechnung ließen sich die Trinkwasserpreise noch weiter senken.

Den Zusammenhang bestätigte Verbandsgeschäftsführer Michael Spitzner. Durch eine Senkung der kalkulatorischen Zinsen hätte der Verband einen Gebührenspielraum von bis zu 19 Cent je Kubikmeter, sagte er in der Verbandsversammlung. Zugleich warnte er, diese Option zu ziehen: „Wir hätten dann weniger Spielraum für Investitionen!“ Den Gedanken griff Gabriele Lantzsch auf, die Bürgermeisterin von Großpösna. Sie sei froh, dass der Verband nicht die höchstmögliche Verzinsung nutze, „aber auch über die Möglichkeit, investieren zu können.“

Die neuen Trinkwasserpreise wurden mit Mehrheit beschlossen. Groitzsch stimmte dagegen, Borna und Kitzscher enthielten sich der Stimme, weil die jeweiligen Verbandsräte sich nicht einig waren.

Der Trinkwasserpreis für Normalverbraucher sinkt im Bereich des ZBL von 1,77 auf 1,71 Euro. Großabnehmer zahlen für jeden Kubikmeter oberhalb von 50.000 Kubikmetern 1,16 Euro, oberhalb von 100.000 Kubikmetern nur noch 1,03 Euro je Kubikmeter. Die Grundgebühren ändern sich nicht. Der Abwasserpreis fällt von bisher 2,14 auf 1,95 Euro je Kubikmeter verbrauchten Trinkwassers. Einen deutlichen Anstieg gibt es bei der Gebühr für Niederschlagswasser. Statt bisher 0,76 Cent sind demnächst 0,94 Cent je Quadratmeter versiegelter Fläche fällig. Die Trinkwasserpreise gelten für zwei, die Abwasserpreise für drei Jahre.

Von André Neumann

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