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Versteckte Perle: Zuzug nach Borna ist ungebrochen

Eigenheimstandorten gefragt Versteckte Perle: Zuzug nach Borna ist ungebrochen

Borna gilt als sogenannte „Versteckte Perle“. Eine Stadt also, die gegenüber anderen Städten an Einwohnern gewinnt, aber gegenüber Leipzig als Schwarmstadt Bewohner verliert. Dennoch: Die Stadt kommt bei der Nachfrage nach Eigenheimstandorten kaum hinterher.

In Gnandorf gibt es bereits Eigenheimstandorte. Jetzt will die Stadt Borna dort weitere schaffen. Grund ist die steigende Nachfrage nach Baugrundstücken.

Quelle: Andreas Döring

Borna. Die Stadt Borna ist eine sogenannte „Versteckte Perle“. Das jedenfalls geht aus einer Studie hervor, die von Sächsischer Aufbaubank, dem Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften und dem Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Auftrag gegeben worden ist. Für die Große Kreisstadt heißt das konkret: Borna gewinnt gegenüber einer Vielzahl an ausblutenden Städten und Gemeinden Einwohner, verliert aber zugleich zahlreiche Bewohner an die „Schwarmstadt“ Leipzig.

Deshalb ergibt sich derzeit in Borna ein Bild, das zum einen massiven Leerstand in Bestandshäusern zeigt, zum anderen aber stetig steigendes Interesse an Baugrundstücken. „Wir kommen der Nachfrage nach Eigenheimstandorten kaum noch hinterher“, sagt Bornas Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke). Mittlerweile seien alle Wohngebiete verkauft und / oder bereits bewohnt. Hoffnung für künftige Bornaer aber gebe es. Bis Ende des Jahres solle der Bebauungsplan für den Stadtteil Gnandorf stehen. Wie berichtet, plant die Stadt auf dem Areal zwischen ehemaligem Diska-Markt und der Kindertagesstätte Regenbogenland Eigenheimstandorte. Der Stadtrat hatte im Herbst vergangenen Jahres nicht nur dem B-Plan zugestimmt, sondern auch grünes Licht für ein beschleunigtes Verfahren gegeben. „Die Nachfrage ist stark gestiegen, jetzt muss das Angebot nachziehen“, begründet Luedtke das schnelle Tempo.

Ursprünglich war angedacht, zunächst in Kesselshain weitere Baugebiete zu schaffen. Doch der bereits existierende B-Plan wurde Mitte der 90er Jahre beschlossen, mehrmals geändert und passt dennoch nicht zu den heutigen Anforderungen. „Vorgesehen ist zum Beispiel eine Anbindung an die B 95, die wegen des Baus der Autobahn gar nicht mehr realisierbar wäre“, macht Luedtke deutlich. Zudem sehe der Plan eine ähnliche Bebauung und Straßenführung vor, wie im ersten und zweiten Bauabschnitt schon umgesetzt. „Da passen dann aber keine Linienbusse durch, auch deshalb muss der B-Plan dringend überarbeitet werden“, so die Rathauschefin weiter. Denn gerade das Interesse an Baugrundstücken sei bei Familien mit Kindern besonders groß, die aber würden Wert auf gute Verkehrsanbindungen legen.

Wann tatsächlich mit der Schaffung weiterer Eigenheimstandorte in Kesselshain zu rechnen ist, steht in den Sternen. Zumal die Stadt Überlegungen hegt, das gesamte mit einem B-Plan belegte Grundstück zu verkaufen. Der neue Eigentümer müsste dann wiederum in Eigenregie die Grundstücke erschließen und vermarkten. „Eine andere Option wäre, jemanden zu finden, der beides in unserem Auftrag macht“, sagt Luedtke. Da jedoch weder das eine noch das andere schnell umsetzbar sei, werde Gnandorf vorgezogen. Die Oberbürgermeisterin erhofft sich dadurch auch eine deutliche Aufwertung des Stadtteils.

Diese dürfte allerdings noch aus einem anderen Grund gelingen. Die Bornaer Wohnungsgenossenschaft eG (BWG) hatte Ende vergangenen Jahres in der Neuen Platekaer Straße die Blöcke 1 bis 11 und 13 bis 19 mit insgesamt 144 Wohnungen abreißen lassen. Anfang des Jahres 2018 fällt dann noch der Block in der Raupenhainer Straße 72 bis 78 der Abrissbirne zum Opfer. Grund dafür sind wirtschaftliche Überlegungen, denn der Leerstand ist groß. „Das Wohngebiet wird durch den Abriss der Blöcke und das Anlegen von Grünflächen deutlich aufgelockert und gewinnt wieder mehr an Attraktivität“, ist auch BWG-Vorstandsvorsitzender Andreas Beier überzeugt.

Dass Borna gegenüber anderen Städten und Gemeinden an Einwohnern zulegt, begründet Luedtke mit der sehr guten Infrastruktur. „Für Familien ist alles da: Kindergärten, alle Schulformen, eine Schwimmhalle, Ärzte.“ Zudem profitiere die Stadt von der S-Bahn-Anbindung. Kein Wunder also, dass freie Bauplätze auch in der Theodor-Storm-Straße und in der Grünen Harfe mittlerweile Mangelware seien. Die Herausforderung sei jetzt, so schnell wie möglich weitere Eigenheimstandorte zu schaffen, um der Nachfrage gerecht zu werden.

Von Julia Tonne

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