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Versteckte Perlen - die Wyhra soll mehr Touristen anlocken

Versteckte Perlen - die Wyhra soll mehr Touristen anlocken

Borna/Neukieritzsch/Frohburg. Die Wyhralandschaft zwischen Hainer See und Talsperre Schömbach ist heute ein zwar sehr reizvoller, touristisch jedoch kaum erschlossener Raum in der Mitte der Ballungsräume Chemnitz und Leipzig.

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Blick auf den Breiten Teich in Borna. Mit entsprechender Infrastruktur könnte die Kreisstadt Ausgangspunkt für Touren entlang der Wyhra werden - ob per Boot oder mit dem Rad.

Quelle: Jens Paul Taubert

Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Leipziger Büro Station C23 jüngst vorstellte. "Die Stärke der Region wird derzeit nicht ausgespielt", sagte Landschaftsarchitekt Rudolph Langner bei einer Präsentation in Borna. Dabei würden kleine bauliche Veränderungen ausreichen, um die Gegend entlang des 47 Kilometer lange Flusses für Besucher erlebbar zu machen. Langner hält eine einheitliche Beschilderung für dringend notwendig, um die Orientierung zu erleichtern. "In Borna gelingt das schon gut", so der Experte. Aber in der Region verlaufe sich schnell die Spur.

Auf Betreiben des kommunalen Forums Südraum Leipzig haben fünf Landschaftsarchitekten von Station C23 im Sommer vorigen Jahres die Durchflussgebiete der Wyhra von der Talsperre Schömbach bis zur Mündung in die Pleiße bei Lobstädt bereist und erkundet. "Wir haben uns auch bewusst als Tagestouristen oder Radsportler in der Region bewegt, mit und ohne (Klein-)kinder, zu Fuß oder per Boot, per PKW oder mit der S-Bahn, an sommerlichen Wochenenden oder an ganz normalen Werktagen", fasste Langner die Rahmenbedingungen für die Bestandsaufnahme zusammen.

Insgesamt seien über 100 Punkte entlang der Wyhra und im landschaftlichen oder im städtebaulichen Umfeld erfasst und dokumentiert worden. Daraus wäre ein Katalog der 28 interessantesten Orte flussabwärts bis zur Mündung entwickelt worden. Für diese Perlen an der Wyhra und in naher Entfernung haben die Landschaftsarchitekten praktische Empfehlungen gegeben.

So raten sie zum Beispiel im Umfeld der Burg Gnandstein zur Freilegung des Wyhraufers und zur Beschilderung eines markanten Weges hinauf zur Burg. Eine gut befestigte Wyhra-Radroute von Gnandstein über Kohren-Sahlis bis zum Beginn des Streitwaldes könnte die Region für Pedalritter attraktiv machen. Frohburg mit Schlosspark und Wehranlage könnte durch eine Nebenroute flussaufwärts näher an den bestehenden Radweg heranrücken. Auch für Wyhra wird der Ausbau des Radweges oder der Neubau einer alternativen Route direkt am Fluss entlang bis zu den Bubendorfer Teichen empfohlen. In Zedlitz könnte den Experten zufolge am Haltepunkt Petergrube ein Ankunftsort entstehen, der Besucher auf den Radweg oder Kanuten und Padler auf Bootstour ab der Zedlitzer Mühle leitet. Mit einer Verbindung zum Hainer See käme der Stadt Borna im Tourismusprojekt Wyhra eine starke Rolle zu.

Im Schillerpark in Borna könnte ein Einstieg für Gäste geschaffen werden, die entlang der Wyhra auf die Reise gehen wollen. Vor dem geistigen Auge der Marketingexperten entstehen Stellplätze für Autos sowie ein Start- und Anlegeplatz für Rad- und Bootsfahrer. Mit der entsprechenden Infrastruktur wie Rollenanlagen zum leichten Bootstransport könnten sich Wassersportler künftig vom Schillerpark über Witznitz bis zur Lagune Hainer See einschiffen. Auf einem Rad- und Wanderweg parallel zum Wasserweg würde die Verbindung der Wyhra zum Neuseenland auch von Land aus erlebbar werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.05.2015
Birgit Schöppenthau

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