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Verzwickte Schullandschaft in Regis-Breitingen

Verzwickte Schullandschaft in Regis-Breitingen

Regis-Breitingen/Deutzen. Nichts bewegt die Einwohner in Regis-Breitingen derzeit so sehr wie die Zukunft ihrer Grund- und Mittelschule.

. Auch vorgestern wurde das Thema wieder zu einem abendfüllenden Programm beim ersten Stammtisch des CDU-Ortsverbandes Regis-Breitingen/Deutzen. Als Gesprächspartner boten sich die beiden Landtagsabgeordneten Anja Jonas (FDP) aus Markkleeberg sowie Georg Ludwig von Breitenbuch (CDU) aus Kohren-Sahlis an. Wichtigste Aussage unterm Strich: Der Mittelschulstandort ist nicht das Problem.

CDU-Mann Georg Ludwig von Breitenbuch bezeichnet die Schullandschaft in und um Regis-Breitingen als einen „großen, dicken Knoten"; Bürgermeister Thomas Kratzsch spricht von „zwei Riesenproblemen mit seinen Schulen", Ralf Berger, Leiter der Regionalstelle Leipzig der Sächsischen Bildungsagentur, sieht in den vier Grundschulen auf engstem Raum eine gewisse „Dramatik", während die FDP-Landtagsabgeordnete Anja Jonas hinsichtlich der Mittelschule „Planbarkeit" und „Stabilität" ausmacht. Fakt ist: Die künftige Schullandschaft um Regis-Breitingen/Deutzen/Neukieritzsch bleibt eine Gleichung mit Unbekannten.

Beim CDU-Stammtisch wurde am Montagabend in der Mensa der Mittelschule erneut heiß gekocht. „Zum Glück gelingt es uns immer wieder, Kinder von außerhalb nach Regis zu holen", stellte der Bürgermeister fest. Aktuell seien 121 Fahrschüler unter den insgesamt 180 Mittelschülern, davon 38 aus Borna. „Ich sage immer scherzhaft, dass unsere Schule fast eine Landkreisschule ist."

Für das kommende Schuljahr liegen aktuell 44 Anmeldungen vor, das macht zwei neue fünfte Klassen. Doch auch mit nur 25 oder 30 Neuzugängen hätte die Regiser Mittelschule nicht bangen müssen. „Bis 2014 hat sie auch mit nur einer Klasse Bestand", stellte Anja Jonas fest. „Sinn und Zweck des Moratoriums ist es doch, die Planbarkeit zu erhalten. Das spiegelt sich auch in den Anmeldezahlen wider. Ich bin mir sicher, dass wir nächstes Jahr wieder diese Stabilität erreichen, weil die Eltern großes Vertrauen in die Schule setzen." Für Georg Ludwig von Breitenbuch spielen hier die angehobenen Zugangskritierien für Gymnasien eine große Rolle. „Dadurch haben wir letztlich die Mittelschulen stärker gemacht", meinte der Christdemokrat.

Nach 2014 sei der Landkreis in der Pflicht, seinen Schulnetzplan weiterzuschreiben, so Anja Jonas. „Was wir klären müssen, ist die Frage der Fördergelder." Daher wolle sie sich speziell für eine Ile-Förderung stark machen. „Ich mache mir insgesamt weniger Sorgen um die Mittelschule, denn durch das Moratorium ist sie sicher, ich mache mir Sorgen um die Grundschule. Sie steht an erster Stelle." Auch Thomas Kratzsch hat den Zusammenhang erkannt: „Wir müssen unbedingt unseren Grundschulstandort sichern, denn wenn wir keine Grundschule mehr haben, haben wir fünf Jahre später auch keine Mittelschule mehr." Um dem wachsenden Konkurrenzdruck unter den Bildungseinrichtungen standzuhalten, investiere die Kommune Jahr für Jahr in die Ausstattung (Kratzsch: „Lange reicht unser Atem nicht mehr. Wir brauchen dringend finanzielle Mittel von außen."). Darüber hinaus laufen die Planungen für den Neubau einer Grundschule weiter. Dieser soll 1,2 Millionen Euro kosten und je zur Hälfte mit Eigenmitteln beziehungsweise über Kredit finanziert werden (wir berichteten). An die Adresse der beiden Landtagsabgeordneten wandte sich deshalb der Regiser FDP-Stadtrat Werner Heiche: „Wir möchten Geld aus Dresden haben, damit wir keinen Kredit aufnehmen müssen. Dann wären wir flüssig für andere Dinge..."

Ralf Berger von der Sächsischen Bildungsagentur sieht die Grundschullandschaft jedoch insgesamt problematisch an. Mit Regis-Breitingen, Deutzen, Lobstädt und Neukieritzsch seien „vier Schulen im Boot", deren Einzelanmeldungen von je 17, 18, oder 20 Schülern „nicht so doll aussehen". Hier müsse ausgelotet werden, „inwieweit auf Dauer eine Partnerschaft möglich ist. Ich sage, wie es ist: Es ist schwierig, vier Grundschulen in diesem Konglomerat zu führen." Es sei auch nicht zu erwarten, dass die Schülerzahlen im ländlichen Bereich exhorbitant steigen werden.

Kathrin Haase

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