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Viele Denkmale stehen am Sonntag offen - wenn man weiß, wo

Viele Denkmale stehen am Sonntag offen - wenn man weiß, wo


Borna. Der Tag des offenen Denkmals am 12. September erlaubt Blicke hinter Türen, die üblicherweise versperrt sind.

. Und er rückt historische Bauten in den Mittelpunkt des Interesses, indem er sie belebt: durch Ausstellungen, Feste, besondere Führungen. Interessenten müssen bloß wissen, was geboten wird. Das herauszufinden, ist nicht leicht.

Das Angebot, sich am zweiten September-Sonntag zu Geschichte verführen zu lassen, nehmen auch im Leipziger Land immer mehr Menschen an. Sich zu orientieren, ist eine Herazusforderung. Das liegt nicht nur an der Fülle der Offerten, sondern auch daran, dass die Angebote nicht zusammenlaufen. Da ist die Homepage www.tag-des-offenen-denkmals.de, betrieben von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die sachsen- und deutschlandweit informiert. Ihr Name lässt Vollständigkeit erwarten, doch das täuscht. Wer etwas veranstaltet, kann es hier offerieren. Pegau und Groitzsch etwa machen davon Gebrauch, Geithain erscheint als Wüstenei. Dem ist aber keinesfalls so, versichert Reinhild Mitschke von der Geithainer Stadtverwaltung: „Die Tage der offenen Tür sind bei uns seit Jahren Höhepunkte, zu denen viele Leute kommen. Und es werden jedes Jahr mehr Besucher." Durch Stadttor und unteridische Gänge gibt es Führungen, im Museum Märchen für Kinder. Der Turm der Marienkirche kann bestiegen werden, historische Motorräder sind zu bestaunen. Details stehen auf www.geithain.net.

Wer auf der Homepage der Stadt Borna den Denkmal-Tag sucht, wird weder auf den ersten Blick fündig noch auf den zweiten. Inhaltlich verwandt ist immerhin ein Vortrag „Handel, Reisen und Verkehr", den das Museum einen Tag später ausrichtet. (Und der auf Frühjahr 2011 verschoben ist, was dort nicht steht.) Also Fehlanzeige? Nicht ganz. „Der Förderverein unseres Museums lädt 15 Uhr zu einer Sonderführung durch Bornas ältesten Gasthof, den Goldenen Stern, ein", sagt Museumschefin Gabriele Kämpfner. Dabei würden historische Räume gezeigt, die sonst nicht zugänglich seien. Auch das Museum selbst erwarte Besucher: „Wir sind ja ein immer geöffnetes Denkmal."

„Organisiert und koordiniert werden die einzelnen Veranstaltungen von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Unsere Denkmalpfleger im Bauamt haben bisweilen die Angebote im Kreisgebiet in einer Liste zusammen gefasst", sagt Behördensprecherin Brigitte Laux. Im vergangenen Jahr habe diese Liste 60 Angebote umfasst. In diesem Jahr sei es zeitlich und personell nicht machbar, diesen Service zu bieten, der ja auch keine originäre Aufgabe der Kreisverwaltung sei. Immerhin habe der Landkreis im Frühjahr die Kommunen und Vereine darauf hingewiesen, ihre Offerten auf der Stiftungs-Homepage bekannt zu machen.

Wem Zeitzeugen der Industriegeschichte, Handwerk oder Landwirtschaft am Herzen liegen, der wird am Sonntag vielerorts fündig. Eine kleine Auswahl: Der 1904 erbaute eiserne Wasserturm, das Groitzscher Wahrzeichen, kann 10 bis 16 Uhr besichtigt werden. Heiner Aurich zeigt in seiner Flößberger Werkstatt von 10 bis 18 Uhr, wie Rohr geflochten und Mobilar restauriert wird. Die Ziegelei Erbs in Pegau bietet Führungen an. Denkmalgeschützte Vierseithöfe laden ein in Auligk (Familie Finke) und Brösen (Familie Köhler). Das Museum in Schwarzbach zeigt ab 10 Uhr ländliches Leben von anno dazumal und Techniken des Lehmbaus.

Geöffnet sind auch einige Kirchen. Die in Hohendorf beispielsweise. Gitta Graichen führt zwischen 13 und 17 Uhr durch das im Kern historische Bauwerk. „Der Denkmaltag ist sehr wichtig, die Resonanz erstaunt uns immer wieder", sagt Alfred Schneider, der selbst über Jahre diese Führungen gestaltete. Umschauen können sich Besucher auch in der Pegauer Stadtkirche von 1463. Geöffnet sind in Borna die Stadtkirche und die aus Heuersdorf umgesetzte Emmauskirche von 10 bis 18 Uhr. „Der Tag des offenen Denkmales gibt den wunderbaren Anstoß und die Möglichkeit, vertraute Zeitzeugen zu besuchen, zu befragen und hinter ihre Kulissen zu sehen", sagt Superintendent Matthias Weismann. Die Kirchen im Leipziger Land als lebende und genutzte Denk- und Besinnungsmale beteiligten sich gern an dieser Aktion.

Ekkehard Schulreich

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