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"Vieles deutet auf Tötungsverbrechen"

"Vieles deutet auf Tötungsverbrechen"

Der Tod eines Ehepaares im Pegauer Ortsteil Peißen bleibt weiter rätselhaft. "Momentan deutet vieles auf ein Tötungsverbrechen hin, aber eine abschließende Aussage ist noch nicht möglich", sagte gestern Ricardo Schulz, Sprecher der Leipziger Staatsanwaltschaft.

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Ermittler von Polizei und Landeskriminalamt setzen ihre Arbeit in dem Haus, wo die beiden Leichen gefunden wurden, sowie auf dem tausend Quadratmeter großen Grundstück fort.

Quelle: Jakob Richter

Pegau/Leipzig. Die Obduktion der beiden Leichen sei abgeschlossen, aber die Ergebnisse würden noch nicht veröffentlicht. "Das liegt vor allem an den kriminaltechnischen Ermittlungen vor Ort, die noch nicht beendet sind", begründete Schulz. Erst dann werde sich die Staatsanwaltschaft dazu äußern.

Wie berichtet, fand ein Familienangehöriger die 68 Jahre alte Frau und den 72 Jahre alten Mann am Donnerstagabend tot in ihrem Haus im 40-Seelen-Ort Peißen. Seitdem untersuchen Ermittler von Polizei und Landeskriminalamt das tausend Quadratmeter große Anwesen des Paares. Dazu gehören Haus, Scheune, Werkstatt und Garten. Auch viele Dorfbewohner wurden schon befragt. Dies kann noch weitere Tage in Anspruch nehmen; der Aufwand ist gerechtfertigt, weil eine exakte Dokumentation Voraussetzung für die weitere Ermittlungsarbeit ist, so Schulz.

Fotografiert und untersucht werde alles, wo mögliche Täter Spuren hinterlassen haben könnten. Aufgrund der Größe des Anwesens koste dies Zeit. Doch nur so könne Stück um Stück ein Puzzle zusammengesetzt werden, um das Geschehen möglichst genau zu rekonstruieren.

Die sogenannte Auffindesituation des toten Ehepaares gibt Hinweise auf einen gewaltsamen Tod, sagte der Sprecher. Dort liege vor allem der Fokus, dennoch ermittele man nach wie vor in alle Richtungen: "Wir möchten nichts übersehen und die Zeit nutzen, möglichst alle Spuren zu sichern."

Mit dieser Arbeitsweise sei man in der Vergangenheit stets erfolgreich gewesen. "Ich bin optimistisch, dass wir ein Verbrechen, wenn es sich als solches herausstellen sollte, in einem mehr oder minder kurzen Zeitraum aufklären und in Zusammenarbeit mit der Polizei den oder die Täter finden und überführen", sagte der Oberstaatsanwalt.

Er erinnerte an den Dreifachmord im benachbarten Groitzsch im April 2009 und August 2010. Der aus Bayern stammende Guido N. hatte drei junge Männer erschossen. Damals hatten die Ermittler am Tatort, einer Groitzscher Halle, jeden Quadratzentimeter unter die Lupe genommen, so Schulz. Der Gerichtsprozess habe gezeigt, wie wichtig das war. Dort sah sich der Täter als Opfer von Schrottdieben und beteuerte tränenreich, in Notwehr gehandelt zu haben. Das Landgericht Leipzig verurteilte ihn im April 2011 zu lebenslanger Haft.

Auch gestern lief die Arbeit der Polizei in Peißen auf Hochtouren. Vor dem Grundstück der Breiten Gasse parkten mehrere Transporter und Polizeiwagen. Ermittler gingen ein und aus. Beamte hatten am Nachmittag die Straße komplett gesperrt. Anwohner sah man kaum in dem kleinen Dorf. Eine Nachbarin meinte: "Ich will dazu nichts mehr sagen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.04.2013

Carell-Domröse, Claudia

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