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Vierter Anschlag auf Baufirma

Vierter Anschlag auf Baufirma

Erneut haben Brandstifter in Wiederau ihr Unwesen getrieben und großen Schaden verursacht. Nach mehreren Bränden von leer stehenden Gebäuden oder Strohfeimen in den letzten Jahren, traf es nun bereits zum vierten Mal den Baubetrieb Treptow.

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Fassungslos steht Rene Treptow vor dem vom nächtlichen Feuer zerstörten LKW. Nach dem inzwischen vierten Brandanschlag auf die Firma hat der Unternehmer eine Belohnung von 2000 Euro für sachdienliche Hinweise ausgelobt.

Quelle: Olaf Becher

Wiederau. Der hat jetzt eine Prämie zur Ergreifung der Täter ausgesetzt.

In den frühen Morgenstunden des Sonnabends, kurz nach drei Uhr, stand das Fahrerhaus eines in der Hauptstraße des Pegauer Ortsteils abgestellten LKW Mercedes Actros in Flammen. Zum Glück wurde der Brand durch die Mutter vom Geschäftsführer und Firmeninhaber des gleichnamigen Baubetriebes und Containerdienstes Rene Treptow noch rechtzeitig bemerkt. Ansonsten hätte der Anschlag diesmal noch verheerendere Folgen haben können. Es bestand die akute Gefahr eines Übergreifens der Flammen auf das Wohnhaus, neben dem der LKW abgestellt war. Hier schlief die Frau, die durch die Brandgeräusche wach wurde und so Alarm schlagen konnte.

Bereits vor Eintreffen der Pegauer und Wiederauer Feuerwehren, die mit 26 Kameraden und fünf Fahrzeugen anrückten, unternahmen die Treptows erste Löschversuche. "Den beherzten Anwohnern ist es gelungen, mit mehreren Feuerlöschern die Ausbreitung der Flammen auf das Wohnhaus zu verhindern", teilte Ronny Wiesner von der Pegauer Wehr mit. Unter Atemschutz und mittels Schaum konnten die Einsatzkräfte das Feuer schnell unter Kontrolle bringen. Nach rund einer Stunde war ihr Einsatz beendet.

Am Morgen danach sitzt der Schock bei allen noch tief, denn diesmal waren sogar Menschenleben in Gefahr. Somit erreicht die Wiederauer Brandserie eine neue Dimension. Nicht auszudenken, wenn das Feuer längere Zeit unentdeckt geblieben wäre. Der Firma ist bisher ein Gesamtschaden von etwa 350000 Euro entstanden, von dem nur ein Teil von der Versicherung erstattet wurde. Erstmals zündelten Unbekannte auf dem Firmengelände im April letzten Jahres Baumaterial an. Im Juli brannte dann der erste LKW aus, und vor fünf Wochen vernichtete ein Feuer einen Bagger samt Anhänger. "Alle Brände wurden nach dem gleichen Muster gelegt. Es wurden Reifen und Brandbeschleuniger verwendet. Selbst die Tatzeit ist immer die Gleiche", erklärt Rene Treptow.

Der Betriebshof an der Borngasse ist nun videoüberwacht. Keiner hätte gedacht, dass sich der oder die Täter an den seit drei Wochen an der Hauptstraße abgestellten neuen LKW vergreifen. Doch am Abend zuvor fiel hier die Straßenbeleuchtung aus. "Es muss jemand mit sehr guten Ortskenntnissen sein", spekuliert Treptow, der sich die Anschläge ausgerechnet auf seine Firma nicht erklären kann. Das Fahrerhaus des Containerkippers ist auch diesmal komplett ausgebrannt und der Mercedes wohl erneut ein Totalschaden. Eine Schadenssumme, welche die Firma mit acht Angestellten existenziell bedroht. "Die Auftragslage ist zwar gut, doch diese Ereignisse werfen uns ganz schön zurück", beschreibt der 39-Jährige die Lage. Deshalb hat er sich auch für den Weg in die Öffentlichkeit entschlossen und eine Prämie von 2000 Euro für Hinweise, die zur Ergreifung des oder der Täter führen, ausgesetzt. Treptow hofft auf Zeugen, die jemanden im Tatzeitraum mit einem Autoreifen in der Hand im Ort gesehen haben. Beobachtungen sollten umgehend der Polizei gemeldet werden. Diese hat mittlerweile die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.05.2013

Prenzel, Frank

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