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Borna Volkshochschule erinnert an Gründung in Borna
Region Borna Volkshochschule erinnert an Gründung in Borna
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14:02 26.10.2018
Volkshochschulleiter Ralph Egler begrüßt die Gäste bei der Jubiläumsfeier der Bildungseinrichtung im Bornaer Stadtkulturhaus. Quelle: Jens Paul Taubert
Borna

Es war der Befehl Nummer 22 des Chefs der Sowjetischen Militäradministration vom Januar 1946, mit dem die entscheidenden Weichen gestellt wurden. Darin ging es um die Eröffnung von Volkshochschulen (VHS). Die Bildungseinrichtungen entstanden in der Folge in der gesamten Sowjetzone – und im Oktober 1948 auch in Borna. Deshalb wurde am Donnerstagabend im Bornaer Stadtkulturhaus das 70-jährige Bestehen der Volkshochschule in Borna gefeiert. Nach dem offiziellen Teil sorgten „Aphrodites Töchter“, eine Frauenband aus Leipzig, für Unterhaltung.

Im Oktober 1948 ging die Volkshochschule in Borna an den Start. In sieben Jahrzehnten hat sich ihr Kursangebot gewandelt. Aber der Fokus bleibt auf der Bildung von Erwachsenen.

Erster Gründungsversuch bereits 1945

Dabei hatte es bereits unmittelbar nach Kriegsende einen ersten Versuch zur Gründung einer VHS in Borna gegeben. Ralph Egler, Leiter der heutigen VHS Leipziger Land, verwies auf einen Fund des früheren Bornaer Ortschronisten Gert Schreiber. Der hatte im Archiv einen Presseaufruf vom Oktober 1945 entdeckt, in dem Dozenten für die Gründung einer VHS gesucht wurde. Allerdings hatte dieser erste Versuch keinen Bestand.

Kohlen und Fahrräder

Drei Jahre später sah es dann anders aus, so Egler weiter, als die VHS in Borna gegründet wurde – „als eine der letzten Volkshochschulen in Sachsen“. In einer Zeit, als Kohlenzuteilungen für die Wintermonate festgelegt werden mussten und im Sommer vorlesungsfrei war, „weil die Hörerbeteiligung auch wegen der Ernte in dieser Zeit gering“ war, so der VHS-Leiter weiter. Und es ging um Fahrräder für hauptamtliche Mitarbeiter und Dozenten, damit die ordentlich unterwegs sein konnten.

Thema Elternbildung

Egler sagte weiter: „Geschichte wiederholt sich bekanntlich“, was offensichtlich auch für die Mühen der Ebene gelte. So sei es im Jahr 1950 ausweislich eines Hospitationsprotokolls unter der Überschrift „Die Erziehung des Kindes in der Familie“ um Elternbildung gegangen. Im Jahr 2011 wiederum gewann die VHS Leipziger Land den Sächsischen Innovationspreis für Weiterbildung zum Thema Elternbildung.

Berufliche Qualifizierung und Integration

Ulrich Klemm, Geschäftsführer des Sächsischen Volkshochschulverbandes, erinnerte daran, dass Bildung in der Nachkriegszeit ebenso wie heutzutage der zentrale „Humus für Wohlstand und Frieden“ sei. Wenn heute an die Gründung der VHS erinnert werde, sei das auch „die Vergewisserung, dass Weiterbildung an der Volkshochschule ein unverzichtbarer Bestandteil der lokalen und regionalen Bildungsstruktur geworden ist“. Es gebe keine andere Bildungseinrichtung, die Erwachsenenbildung so kontinuierlich, professionell und zuverlässig betreibe. Habe in den ersten anderthalb Jahrzehnten nach der Wiedervereinigung die berufliche Qualifizierung im Mittelpunkt gestanden, seien seit einigen Jahren Integration und Migration ein vorrangiges Thema, so Klemm weiter.

60 Mitarbeiter und 300 Dozenten

Auch die Zweite Beigeordnete des Landkreises, Ines Lüpfert, würdigte die Arbeit der Bildungseinrichtung. Die VHS Leipziger Land hat etwa 60 Mitarbeiter. An der Schule unterrichten 300 Dozenten.

Von Nikos Natsidis

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