Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Volkskundemuseum Wyhra: Großeltern und Enkel reisen in die Zeit um das Jahr 1900
Region Borna Volkskundemuseum Wyhra: Großeltern und Enkel reisen in die Zeit um das Jahr 1900
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 15.07.2017
Die Enkel staunen und probieren aus, die Großeltern erinnern sich: Die Wasch-Station war am Mittwoch beliebte Anlaufstelle im Museum. Quelle: Julia Tonne
Anzeige
Borna

Wenn Oma Ingrid mal eben auf die Stelzen kraxelt und damit Meter weit läuft, bekommt Enkel Aaron schon große Augen. Und wenn Gabriele Weigel gekonnt zu Waschbrett und Kernseife greift und Flecken aus Schürzen entfernt, gucken die Enkel Finn, Janne und Lasse gebannt zu. Im Volkskundemuseum Wyhra konnten sich am Mittwoch Großeltern und ihre Enkelkinder zum Oma- und Opa-Tag auf Zeitreise begeben und Spiele, Alltagsgegenstände und bäuerliche Arbeitsmethoden aus den vergangenen Jahrzehnten erleben.

Besonders fasziniert war der Nachwuchs von Bottich und Wäschewringe, „früher war bei uns alle vier Wochen großer Waschtag – und eine Waschmaschine gab es eben noch nicht“, erinnert sich Weigel. Zwei Tage lang wurde mit Handarbeit geschrubbt, gewaschen und auf der Wiese getrocknet, bis alles wieder im Schrank verstaut werden konnte. „Dagegen ist die heutige Methode ein Kinderspiel“, ergänzt ihr Mann Hans Weigel, der ebenfalls vieles noch aus eigenen Kindheitstagen kennt.

Deutlich mehr Eifer aber zeigten ihre Jungs und auch der fünfjährige Aaron an den Spiele-Stationen. Ob Kreiseln, Sackhüpfen oder Stelzenlauf: Alles wurde in Beschlag genommen und ausprobiert.

„Ziel des Oma- und Opa-Tags ist es, dass die Großeltern ihren Enkeln erklären, wie früher gearbeitet und gespielt wurde“, macht Hans-Jürgen Ketzer, Leiter des Volkskundemuseums, deutlich. Dass beide Generationen Zeit miteinander verbringen, sei bereits vor einhundert Jahren üblich gewesen. „Die Eltern waren mit Haus und Hof beschäftigt, die Großeltern haben die Kinder betreut“, sagt er. Allerdings war es genauso typisch im ländlichen Umfeld, dass die Kinder gegenseitig aufeinander aufgepasst haben. „Ganze Gruppen waren früher in den Dörfern unterwegs, kleine und große Kinder“, erzählt Ketzer. Heute seien Kinder- und Jugendgruppen stark durch Interessen strukturiert, ein kunterbuntes Durcheinander gebe es kaum noch.

Für das Filzen begeisterten sich am Mittwoch die zwei Brüder Vincent und Tristan. Gudrun Ebert, die Spinnenradfrau, brachte den beiden die Grundlagen der Handarbeit bei, half bei Motiven und mit Fingerschutz aus. Das Ergebnis waren Lesezeichen. Finn hingegen kürte seinen Favoriten des Tages in der Scheune. Ein Sekretär mit Geheimfach hatte es dem Zehnjährigen angetan.

Von Julia Tonne

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Gemischte Chor Neukieritzsch hat vor der Sommerpause noch einen ganz großen Auftritt. Am Sonnabend ist er an einem internationalen Chorkonzert in der Kongresshalle am Zoo in Leipzig beteiligt. Das Konzert mit Chören aus China, Afrika, Frankreich und Deutschland ist Teil des 1. Internationalen Chorfestivals in Leipzig.

12.07.2017

Noch länger, noch mehr Programm, noch mehr Sand: Der Borna City Beach am Breiten Teich geht im August in seine dritte Runde. Beachvolleyball und Fußballtennisturniere stehen genauso an wie Kleckerburgenbau und Salsa-Kurse. SWB und BWS nehmen für das Neun-Tage-Spektakel ab sofort Anmeldungen entgegen.

15.07.2017

Ein Schlaganfall ist die häufigste Ursache von Pflegebedürftigkeit im Alter – die dritthäufigste Ursache für Tod. Um die Folgen eines Schlaganfalls so gering wie möglich zu halten gilt: Jede Minute zählt. Im Bornaer Schlaganfallzentrum, das zum Neuromedizinischen Zentrum gehört, arbeiten Experten des Sana-Klinikums Borna rund um die Uhr gegen die Zeit. Mit Erfolg.

12.07.2017
Anzeige