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Borna Volksplatzverein als Verlierer
Region Borna Volksplatzverein als Verlierer
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17:41 19.05.2015
Der Volksplatz gestern: Der Betreiberverein sieht seine Arbeit in Frage gestellt, wenn die neue Kulturförderrichtlinie morgen im Abend im Stadtrat beschlossen wird. Quelle: Jakob Richter

Der fürchtet eine elementare Verschlechterung seiner Arbeitsbedingungen und sieht sein Wirken sogar generell in Frage gestellt.

Ziel der neuen Richtlinie, so heißt es in der Begründung der Beschlussvorlage des Stadtrates, ist die Schaffung von Transparenz bei der Bewilligung finanzieller Mittel für die Vereine. Es geht um vergleichbare Regeln, "und das begrüßen wir auch", sagt Volksplatzvereinschef Falk Opelt. Was ihm und seinen Mistreitern allerdings sauer aufstößt: Die neue Richtlinie geht an den speziellen Bedürfnissen des Volksplatzvereins vorbei. Besonders die Beschränkung der Fördersumme auf 1000 Euro pro Einzelmaßnahme gefährde die Arbeit des Vereins, so wie sie bisher erfolgte, exstienziell. Bisher bekam der Verein, der sich für die Erhaltung und Bespielung des Riesenareals starkmacht, 8000 Euro im Jahr. Falle das jetzt weg, "wird uns sämtliche Planungssicherheit genommen". Ganz abgesehen vom wesentlich höheren Verwaltungsaufwand bei der Beantragung von Fördermitteln.

Im Gegensatz zu anderen Vereinen frönten die Volksplatzvereinsmitglieder keinen eigenen Hobbys, wie das etwa in Sportvereinen oder auch bei den Modellbahnern der Fall sei, so Opelt weiter. "Unser Handeln ist ausschließlich darauf ausgerichtet, einen gepflegten Volksplatz und niveauvolle Veranstaltungen zu bieten." Darin sieht sich der Verein auch durch das Leitbild bestärkt, dass vom Stadtrat gleichfalls übermorgen verabschiedet werden soll. Darin werde der Volksplatz neben dem Gewerbeverein als einziger Verein ausdrücklich erwähnt. Im Gegensatz zum Gewerbeverein "führen wir keine Maßnahmen zum Selbstzweck durch", so der Vorsitzende. Dem Leitbild zufolge werde die Stadt mit dem Volksplatzverein aufgefordert, aus dem Volksplatz eine überregional bedeutsame Veranstaltungsstätte zu machen. Mit der neuen Kulturrichtlinie, sagt Opelt, werde das allerdings ad absurdum geführt.

Mit einem Budget von 1000 Euro pro Veranstaltung könne sein Verein keine Veranstaltung von überregionaler Bedeutung mehr organisieren. Hingegen sei das Stadtkulturhaus aus der Förderrichtlinie ausgenommen, so der Vereinschef weiter. Für das Sommerspektakel im letzten Jahr habe der Stadtrat im Vorgriff auf den Haushalt, der zu diesem Zeitpunkt noch nicht beschlossen war, 20 000 Euro bewilligt. "Das ist das Zweieinhalbfache Jahresbudget von uns,", sagt Opelt weiter. Die Veranstaltungen, um die es beim Volksplatzverein gehe, seien hinsichtlich ihrer Besucherfrequenz und der Gagen der Künstler eher mit dem Stadtkulturhaus vergleichbar. Hier werde mit zweierlei Maß gemessen.

Darüber hinaus koste die Unterhaltung des Platzes neben Geld auch Zeit. Die Nebenkosten, die ausschließlich der Verein trage, hätten im letzten Jahr bei etwa 10 000 Euro gelegen. Die seien nur durch zugkräftige Veranstaltungen zu erwirtschaften "1000 Euro sind dazu zu wenig." Mit der neuen Kulturförderrichtlinie werde somit Quantität statt Qualität begünstigt.

Opelt listet auf, dass die Vereinsmitglieder zur Absicherung jedes Veranstaltungstermins mindestens sechs Tage beschäftigt seien. Hinzu kämen Arbeitsstunden für die Unterhaltung des Platzes "Das dürften 500 im Jahr sein." Wenn es jetzt weniger Geld gebe, frage sich der Verein, warum seine Leute allein fürs Rasenmähen unzählige Stunden im Einsatz seien.

Mit der neuen Kulturförderrichtlinie lägen avisierte Projekte wie die Aufführung der Oper "Katharina von Bora" mit der Bläserphilharmonie Bad Lausick in weiter Ferne. Bleibe es bei einer Förderobergrenze von 1000 Euro, würden zudem enorme wirtschaftliche Risiken, etwa die Haftung für schlechtwetterbedingten Veranstaltungsausfall, auf die ehrenamtlichen Mitglieder des Volksplatzvereins übertragen. © Standpunkt Seite 29

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.03.2013

Nikos Natsidis

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