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Volle Fahrt voraus: Bornaer Wassersportler fachsimpeln auf der Messe Beach & Boat

Leipzig Volle Fahrt voraus: Bornaer Wassersportler fachsimpeln auf der Messe Beach & Boat

Borna ist auf der Messe Beach & Boat in Leipzig präsent. Wie das Gymnasium Am Breiten Teich signalisierte auch der Bornaer Kanusportverein Blau-Gelb mit seiner Anwesenheit, dass sich das Leben der früheren Bergarbeiterstadt grundlegend gewandelt hat. Ein zwölf Meter langes Drachenboot stellte der Zedtlitzer Zimmermann Marcus Wolff vor.

Messeauftritt des Bornaer Gymnasiums Am Breiten Teich: Schüler beschäftigen sich unter Anleitung von Jens Hank (3. v. li.) mit Segelknoten, mit dabei (v. l.) Florian Wolf (13), Amelie Löbel (14) und Vivien Kuhmeiser (12).

Quelle: Andreas Döring

Borna/Leipzig. „Man bildet einen Teich. Die Schlange kommt aus dem Teich – geht um den Baum herum und springt zurück in den Teich.“ Jens Hank schmunzelt und zeigt auf Florian und Nils. „So erklären wir den jüngeren Wassersportlern den Palstek“, machte der Segellehrer den Besucher auf der Beach & Boat in Leipzig am Sonnabend seinen geheimnisvollen Spruch verständlich. Wenn die Schlaufe, die eigentlich fest sein soll, nicht sitzt, dann mache sich das Seil möglicherweise selbstständig. Und mit ihm vielleicht das Segelboot.

Aber der König der Knoten, wie die Wassersportler den Palstek nennen, ist für die Bornaer Gymnasiasten überhaupt kein Problem. Am Stand der Wasserwacht zeigten die beiden 13-Jährigen routiniert, was sie während ihres Schulalltags gelernt haben. Florian, der im Rahmen des Ganztagsangebotes bereits den Segel- und Katamarangrundschein für Binnengewässer gemacht hat, ist schon seit drei Jahren auf dem Wasser. Nils, erst seit September dabei, nimmt den Schein im Sommer in Angriff. Jeden Mittwoch sind sie mit Klassenkameraden in der Segelschule am Hainer See, um Theorie zu büffeln oder rauszufahren.

„Ich mag Wasser und Boote“, sagte Florian. Beim Segeln würde er die Schule hinter sich lassen, mit dem Wind kämpfen. „Da gab es schon einige Herausforderungen“, pflichtete ihm Nils bei. Aber gekentert seien sie noch nie.

Wie das Gymnasium Am Breiten Teich signalisierte auch der Bornaer Kanusportverein Blau-Gelb mit seiner Anwesenheit auf der Messe, dass sich das Leben der früheren Bergarbeiterstadt grundlegend gewandelt hat. Auf dem Paddelergometer gab Nadine eine hohe Frequenz vor. Seit drei Jahren trainiert die 15-Jährige Bornaerin auf dem Witznitzer Speicher, dem Trainingsgewässer von Blau-Gelb, und fährt Regatten auf der Mulde. „Auf dem Wasser lässt man vieles hinter sich“, so die blonde Schülerin. Da seien Konzentration auf das Gleichgewicht, Schlagfrequenz und Kondition gefragt.

Die Liebe zum Wassersport eint die Gymnasiasten. Sie sind im Neuseenland groß geworden und nutzen ganz selbstverständlich die Chance, die die Region heute bietet. Deshalb fachsimpelten sie von ihrem Einstieg in den Wassersport wie andere Jugendliche vom letzten Punktspiel auf dem Rasen. „Vielleicht können wir im März oder April schon wieder aufs Wasser“, sagte Florian und man merkte ihm an, dass er nach dem Winter der Trockenübungen überdrüssig ist.

Und noch einen Trumpf zogen die Bornaer auf der Beach & Boat, die am Wochenende Tausende Besucher zählte. Ein zwölf Meter langes Drachenboot war zeitweise dicht umlagert. Zimmermann Marcus Wolff, in dessen Händen das Boot derzeit zu neuem Leben erwacht, war ein gefragter Gesprächspartner. „Das ist ein Original“, erklärte er geduldig. Das Drachenboot war lange ein Eyecatcher in Belantis, bis sich die Stadt Borna um das Unikat – praktisch als Talisman für eine gelebte Städtepartnerschaft zu den chinesischen Metropolen Hangzhou und Dujiangyan – bemühte. Der in Zedlitz lebende Handwerker, der sich dem Bau und der Restaurierung von Holzbooten widmet, hatte vom Kanuverein den Auftrag bekommen, das Drachenboot wieder schiffbar zu machen. In aufwändiger Detailarbeit tauschte er einzelne Segmente von Schiffsplanken aus. „Es geht darum, vom Original möglichst viel zu erhalten“, so der Bootsbauer.

Wann das Boot wieder zu Wasser gelassen wird, konnte der Zedlitzer zwar nicht beantworten. Aber wenn es soweit ist, dann prophezeit er ihm eine schnelle Fahrt. Denn immerhin können mit Pauker und Rudergänger 26 Leute Platz nehmen. Wenn man nur chinesische Körpergewichte von 70 Kilogramm pro Paddler annimmt, muss das 200 Kilogramm schwere Boot rund anderthalb Tonnen bewegen. „Da kommt Fahrt auf“, so Wolff.

Von Birgit Schöppenthau

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