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Volleyball-Sand geht weg wie warme Semmeln

Volleyball-Sand geht weg wie warme Semmeln

Sand in Hülle und Fülle, Sand, wohin das Auge blickt. Auf dem Platz am Breiten Teich türmten sich nach dem Beachvolleyball-Turnier am vergangenen Wochenende die Haufen.

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Thomas Wolf bekommt Hilfe beim Schaufeln von seinem Vater. Die beiden arbeiten mit Muskelkraft, die Firmen rücken mit schwerem Gerät an.

Quelle: Julia Tonne

Borna. Doch schon am Montagmittag war von den 800 Tonnen Sand kaum noch etwas übrig. Mit Schubkarren, Eimern, Schaufeln und Baufahrzeugen rückten schon am Vormittag unzählige Großeltern, Heimwerker und Baufirmen an, um sich LKW-Ladungen zu sichern oder zumindest Eimer zu füllen.

Grund für die Unmengen Sand auf der Fläche zwischen Sachsenallee und Straße am Breiten Teich war die Premiere des Borna City Beach, das die Städtischen Werke Borna zusammen mit der Bornaer Wohnbau- und Siedlungsgesellschaft mbH (BWS) auf die Beine gestellt hatten. Und da der Sand nur angeliefert wurde und sozusagen keine Rückfahrkarte hatte, konnte er kurzerhand von jedermann abtransportiert werden. Den Sand gab es kostenlos, die Interessenten mussten sich lediglich um das geeignete Equipment kümmern. Einer der ersten, der schon am Morgen mit selbst mitgebrachtem Werkzeug schaufelte, was das Zeug hielt, war Wolfgang Reif aus Borna. Er hat seit kurzem einen Kleingarten in Thräna und will in den kommenden Wochen Wege anlegen. "Der Sand macht sich als Untergrund richtig gut", begründet er seinen Frühsport. Noch etwas verdichten und schon würden die Gehwegplatten halten. Reif blieb allerdings nicht der einzige Heimwerker. Thomas Rößler aus Neukirchen kam gleich mit einem Autoanhänger und fuhr fünfmal hin und her. 800 Kilogramm, schätzt er, passen auf eine Fuhre, so dass er nach schweißtreibenden zwei Stunden vier Tonnen Sand sein Eigen nennen konnte. Er baut derzeit an seiner Gartenlaube und nutzt den Sand zum Mischen mit Beton. "Das Gemisch kann man super als Putz oder Estrich verwenden, noch dazu kostet mich das nicht viel", sagt er. Geradezu bescheiden, was die Menge betrifft, ist dagegen Brigitte Schattauer. Sie kam mit vier Eimern aus. "Mein Enkelkind spielt stundenlang im Sandkasten und braucht nun mal wieder neues Material", erklärt sie.

Deutlich weniger anstrengend war die Aktion für die Mitarbeiter diverser Baufirmen. Sie rückten gleich mit schwerem Gerät wie Bagger und Lastwagen an. "Unser Chef hat uns heute früh hierher geschickt, um so etwa 120 bis 150 Tonnen zu holen", erzählt ein Mitarbeiter der Zedtlitzer Firma Voigt. Privat und im Kundenauftrag war hingegen Frank Görke unterwegs. Er hatte unter anderem den Auftrag von mehreren Kleingärtnern bekommen, sie mit Sand zu beliefern. Auch Eigenheimbesitzer mit dem Hang zum Selbst-Werkeln hatten ihn gebeten, "ein paar Fuhren ranzukarren". Und so lud er sich unermüdlich seinen Lastwagen voll und verteilte die Fracht unter anderem in den Kolonien Witznitz und Bergmannsglück. "Ich habe den ganzen Tag dafür eingeplant, aber so wie ich das sehe, muss ich mich ranhalten, um noch genug Sand zu bekommen", ruft er aus seinem Führerhäuschen, bevor er wieder Gas gibt. Denn die großen Baufirmen schaufeln alles weg, was noch so liegt.

Sören Uhle, Geschäftsführer der BWS, war mehr als zufrieden, beim Beräumen des Platzes so viele Helfer gefunden zu haben. Die BWS hat damit zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: sie hat der Stadt den Platz wieder sandfrei übergeben können und nebenbei noch für strahlende Heimwerkeraugen gesorgt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.06.2015
Julia Tonne

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