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Volleyball mit Asylbewerbern spielen

Volleyball mit Asylbewerbern spielen

Die Anwohner am Königsplatz, wo demnächst etwa 50 Asylbewerber untergebracht werden, sollten die Neuankömmlinge mit einer Weihnachtsfeier begrüßen. Das empfiehlt die Vorsitzende des Vereins Bon Courage, Sandra Münch.

Borna. Der Verein kümmert sich vor allem um Flüchtlinge. Viele Menschen wüssten nicht, wer die Asylbewerber eigentlich sind.

Die Informationsveranstaltung, bei der die Stadt Borna am 17. November im Goldenen Stern über die bevorstehende Unterbringung von 50 Asylbewerbern in der ehemaligen Berufsschule am Königsplatz informierte, war der Bon-Courage-Vorsitzenden peinlich. Die 26-Jährige war mit einem iranischen Asylbewerber aus dem Heim in Thräna gekommen, "und ich musste ihm übersetzen, dass das Publikum zum großen Teil sagte, er sei kriminell". Für die engagierte 26-Jährige, die in Chemnitz studiert, ein Unding und ein Beispiel für weit verbreitete Vorurteile. "Die können aber nicht aus persönlichen Kontakten stammen."

Die hat sie selbst hingegen reichlich. Seit vier Jahren steht sie dem Verein, der reichlich 40 Mitglieder zählt, vor und besucht regelmäßig Bewohner in der Asylbewerberunterkunft in Thräna. Aller zwei Wochen holt sie mit Gleichgesinnten bis zu 20 Leute dort ab, um mit ihnen in der Turnhalle der Westschule Volleyball zu spielen. Außerdem betreut Bon Courage ein Projekt namens Empowerment. Damit sollen die Asylbewerber in Thräna ertüchtigt werden, "sich nicht alles gefallen zu lassen". Die Flüchtlinge, so Sandra Münch weiter, sollten dazu gebracht werden, Missstände anzuprangern, also etwa Bargeld zu verlangen, wenn ihnen Gutscheine angeboten werden.

Dass die Pläne des Landratsamtes, die ehemalige Berufsschule zur Asylbewerberunterkunft umzufunktionieren, Ängste auslösen, hänge damit zusammen, "dass die Leute oft nicht wissen, wer die Asylsuchenden sind". Die Behauptung, die Flüchtlinge lebten "auf unsere Kosten", sei schon deshalb falsch, weil ihnen gar nicht erlaubt sei, arbeiten zu gehen. Sandra Münch ist davon überzeugt, dass es an Aufklärung fehle.

Dabei räumt die Studentin ein, dass es zwischen den Asylbewerbern durchaus Unterschiede gibt, wie unter Deutschen auch. Während aus dem Iran oftmals sehr gebildete Leute kämen, sei das bei Flüchtlingen aus anderen Ländern nicht immer der Fall. Die Bon-Courage-Vorsitzende: "Das darf nicht pauschalisiert werden."

Weil "wir uns vor allem, was fremd ist, fürchten", sollten die Anwohner um den Königsplatz den Kontakt zu den Asylbewerbern suchen. "Wir sollten ihnen zeigen, dass sie hier willkommen sind." Wenn sich die Asylbewerber angenommen fühlten, brauche niemand Angst vor ihnen zu haben.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.11.2013
Nikos Natsidis

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