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Vom Busbrand bis zur Ölspur: Bornaer Wehr zieht Bilanz

Vom Busbrand bis zur Ölspur: Bornaer Wehr zieht Bilanz

Die Strapazen werden die Bornaer Kameraden nicht so schnell aus ihrer Erinnerung verbannen können. Bei 35 Grad im Schatten hatten sie Technik und Können beim Mühlenfest in Wyhra demonstriert.

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Als am 22. November ein Reisebus auf der Bundesstraße 95 bei Rötha in Flammen stand, halfen Kameraden der Bornaer Wehr mit Technik und Wasser. Sie rückten mit einem Löschfahrzeug an, das 5000 Liter Wasser an Bord hatte. Insgesamt gab es im Vorjahr 140 Einsätze für die Brandschützer der Stadtwehr.

Quelle: Thomas Kube

Borna. Erschöpft auf der Heimfahrt ins Feuerwehrgerätehaus von Borna erreichte sie der Notruf. Auf dem Werksgelände der Mueg in Espenhain war ein riesiger Holzstapel in Brand geraten. Abgekämpft wie sie waren, rückten die Feuerwehrmänner aus und löschten den Brand. "Bis weit in die Nacht", erinnert sich Kai Nöske, Stadtwehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr in Borna. Der Einsatz habe die Kameraden bis an die Erschöpfungsgrenze gebracht. "Diesen Tag vergisst niemand von uns", so Nöske.

Zu 140 Einsätzen rückten die Kameraden der Stadtwehr, zu der auch die Einsätzkräfte aus Eula, Neukirchen, Zedtlitz, Wyhra und Thräna gehören, im vorigen Jahr aus. Dabei hielten sie 41 Brände in Atem, darunter der Großbrand in Espenhain, das Feuer in einer Halle auf dem Gelände der Firma Plambeck ContraCon Bau und Umwelttechnik Leipzig in Neukieritzsch oder der Brand eines Reisebusses bei Rötha. In 56 Fällen wurden die Kameraden zu Hilfe gerufen, um Menschen aus der Not zu befreien. Zehnmal ging es um Unfälle, bei denen Personen in ihren Fahrzeugen eingeklemmt waren. Aber auch aus Wohnungen oder anderen Gebäuden mussten bewusstlose oder verunglückte Menschen gerettet werden.

Mit ihrer Technik rückten die Kameraden zwölfmal aus, um Ölspuren oder Chemikalien zu binden und zu beseitigen. So forderte der Gefahrgut-Einsatz im Ortsteil Hainichen die Kameraden heraus. Aus dem aufgerissenen Tank eines Lastkraftwagens waren 400 Liter Diesel ausgelaufen. Sie hatten sich nicht nur über die Straße ausgebreitet, sondern waren auf eine Wiese gelaufen. "Wir mussten das Erdreich abtragen", so der Vize-Kreisbrandmeister.

Auch wenn die Anzahl der Einsätze im vorigen Jahr ein durchschnittliches Maß erreichte - 2013 markiert mit rund 80 Einsätzen während des Juni-Hochwassers einen Ausreißer - sind die Freiwilligen Feuerwehren der Großen Kreisstadt Borna an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt. "Wir kämpfen darum, die Tagesbereitschaft zu gewährleisten", sagt der Stadtwehrleiter. Im Notfall müsse der erste Löschzug mit neun Mann Besatzung innerhalb von fünf Minuten ausrücken. Aber immer mehr der 150 Einsatzkräfte würden außerhalb von Borna arbeiten. "Schichtarbeiter und Pendler sind für Tageseinsätze nicht greifbar", bedauert Nöske. Andere Kommunen würden Feuerwehrleute im Wirtschaftshof einsetzen."Das wäre auch für Borna eine Option", sagt Nöske. Zudem hätte die Stadt Nachholebedarf bei Investitionen in die Technik. Zum Teil seien Fahrzeuge im Einsatz, die bereits 25 bis 30 Jahre alt sind. Die Zedtlitzer Kameraden würden über ein Löschgruppenfahrzeug verfügen, das Ende der 80er-Jahre zugelassen worden sei. Auch das Gerätehaus sei nicht mehr zu halten. "Hier muss unbedingt etwas passieren", so Nöske.

Mit einem neuen Gefahrengutwagen ist die Bornaer Stadtwehr jetzt auf die veränderte Situation durch die Autobahn 72 gewappnet. "Das Gefahrenpotenzial hat sich erhöht, so dass wir die entsprechende Technik vorhalten müssen", so der Feuerwehrmann. Die Einsatzkräfte würden in ABC-Abwehr und im Tragen von Atemschutzanzügen geschult. "Aber genauso wichtig wie die Technik sind junge und motivierte Einsatzkräfte", so der Wehrleiter.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.01.2015
Birgit Schöppenthau

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