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Vom Fußballer zum Reiter-Chef

Vom Fußballer zum Reiter-Chef

Das Hobby hoch zu Roß erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Hunderte von Sportlern sind in 33 Vereinen des Pferdesport-Verbandes Landkreis Leipzig aktiv. An dessen Spitze steht Thomas Opolka aus dem Falkenhainer Ortsteil Meltewitz im nördlichen Muldental.

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Thomas Opolka, seit 11. Januar 2013 Präsident des Pferdesport-Verbandes Landkreis Leipzig.

Quelle: Julia Tonne

Meltewitz. Der 51-Jährige wurde zu Jahresbeginn in Markkleeberg als Präsident des Verbandes gewählt (wir berichteten). Seine Arbeit hat noch nicht richtig angefangen, da bekommt es Opolka schon mit einer Aufgabe zu tun, die derzeit viele Pferdebesitzer unruhig werden lässt. Als erste Kommune Deutschlands hat die nordhessische Kleinstadt Bad Sooden-Allendorf kürzlich die Einführung einer Pferdesteuer beschlossen. Das ruft natürlich auch den hiesigen Pferdesport-Verband auf den Plan. "Das dringlichste Anliegen ist im Augenblick eine Petition gegen diese Steuer", macht Opolka deutlich. Er organisiert mit zahlreichen Vereinen, Turnier- und Freizeitreitern eine sachsenweite Unterschriftensammlung.

"Kanuten bekommen Kanus kostenfrei gestellt, Fußballer spielen in Stadien, und Schwimmer dürfen in die Schwimmhallen. Aber für Pferde sollen Besitzer zusätzlich zahlen", erklärt der neue Verbandspräsident. Dabei sei der Vierbeiner als Freizeit- und Sportpartner zu sehen.

In diesem Monat wird das im Januar gewählte Verbandspräsidium seine Aktivitäten für die kommenden Monate planen. Dann beginnt überall bei den Reit- und Fahrvereinen die Turniersaison. "Natürlich werden wir viel Präsenz zeigen und Ansprechpartner sein", verspricht Opolka. Da zwei Präsidiumsmitglieder aus dem Leipziger Land und zwei aus dem Raum Wurzen kommen, könne der Landkreis gut abgedeckt werden. Derzeit laufen die ersten Vorbereitungen für die Kinder- und Jugendspiele in Markkleeberg und die Jugendmeisterschaft in Grimma. Dabei unterstützt der Pferdesportverband die ausrichtenden Vereine sowohl bei der Ausschreibung als auch bei der nötigen Finanzierung. "Einzelne Vereine kommen nur schwer an Fördermittel ran, deshalb helfen wir als Verband", erklärt Opolka, der in diesem Jahr mit seinen Präsidiumsmitgliedern noch weitere Vereine werben will. "Wir kosten ja außer den Mitgliedsbeiträgen nix und beraten ehrenamtlich."

Dass der 51-Jährige sozusagen auf das Pferd kam, war eigentlich ein Zufall. Denn Opolka spielte bis 1980 in der Bezirksliga Fußball - bis hin zum Angebot, höherklassig mitzumischen. Doch bereits zwei Jahre zuvor hatte er seine jetzige Frau Birgit und deren Pferd kennengelernt, "und der Rock zog mehr" als der Ball. Nach seiner Armeezeit ging dann alles fix: Im Mai 1982 fing der "Spätstarter" an zu reiten, im September war er auf seinem ersten Springturnier. Zeitweise lebten 14 Pferde auf dem Hof in Meltewitz, die von Jugendlichen geritten wurden. Trainiert wurden sowohl die Pferde als auch die Reiter von ihm selbst, denn einen Trainer gab es im Ort nicht.

Nach der Wende bauten Opolka und seine Frau die Pension aus und "hatten immer die Hütte voll", so dass die Zeit für die Vierbeiner knapper wurde und einige verkauft wurden. An den Fußball trat er dennoch nicht mehr. "Hätte ich wieder gespielt, wäre ich hängengeblieben." Stattdessen widmete sich der Vater zweier Töchter der ehrenamtlichen Arbeit beim Pferdesport-Verband. Seit 2006 war er Vizepräsident im Muldental, nach der Fusion 2008 dann im Landkreis Leipzig. Dass der Geschäftsführer des Agrarunternehmens Burkartshain die Aufgabe übernahm, hatte er einer Anfrage von Bekannten zu verdanken - und seinem Wissen über Finanzen, Fördermittel und Steuern.

Als jetziger Präsident des Pferdesport-Verbands Landkreis Leipzig will er nun noch eine Lücke schließen: Kutschturniere sollen wieder mehr in den Fokus gerückt werden. Auch Sponsoren sollen geworben werden. "Wir können als Verband keine Bäume ausreißen, aber wir können den Vereinen mit Rat und Tat und auch finanziell helfen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.04.2013

Julia Tonne

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