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Borna Wo ist Christopher? Zweijähriger Junge aus Borna seit 23 Jahren vermisst
Region Borna Wo ist Christopher? Zweijähriger Junge aus Borna seit 23 Jahren vermisst
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06:02 07.04.2018
Borna hält im April 1995 den Atem an: Der zweijährige Christopher Frank ist am Morgen des 18. April spurlos verschwunden. Bis heute weiß man nicht, was mit dem Jungen passiert ist. Quelle: Andreas Döring
Borna

Christopher Frank wäre heute 25 Jahre alt. Der Junge, der am 18. April 1995 wie jeden Tag mit seiner Großmutter im Bornaer Wohngebiet An der Wyhra das Haus verlässt, um in den Kindergarten zu gehen. Dort allerdings kommt er nie an. Als ihn die Oma für eine kurzen Moment aus den Augen lässt, ist er weg. Bis heute ist er verschwunden und gehört zu den ungelösten Vermisstenfällen, wie Polizeisprecher Uwe Voigt bestätigt. Einer der spektakulärsten Vermisstenfälle in den letzten Jahrzehnten in Borna.

Es ist einer der spektakulärsten Vermisstenfälle in den letzten Jahrzehnten in Borna: das Verschwinden des zweijährigen Christopher Frank im Jahr 1995, das die Stadt damals viele Wochen lang beschäftigte. Der Fall ist bis heute nicht abschließend geklärt.

„Stundenlange Suche nach dem kleinen Christopher“ lautet die Titelzeile in der Bornaer LVZ-Ausgabe vom 19. April 1995. Von nun an werden wochenlang Meldungen über den verschwundenen Jungen in der Zeitung stehen. Es folgt eine aufwendige Suche nach dem Kind, das sich bei den morgendlichen Gängen zum Kindergarten mit seiner Oma jeden Tag unter einem bestimmten Balkon versteckt hatte. Ein alltäglicher Spaß für den Jungen, weshalb ihn die Oma auch am 18. April dort vermutet – ihn aber nicht findet. Nachdem sie ihren Enkel kurz nach acht bei der Polizei als vermisst gemeldet hat, beginnt die Suche.

Suche blieb erfolglos

Ein Großaufgebot an Suchkräften rückt an – Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei in Leipzig, Taucher, die sächsische Hubschrauberstaffel und Feuerwehrleute. Sie durchkämmen das Wohngebiet, seinerzeit im Volksmund wie schon zu DDR-Zeiten Paschke-Viertel genannt, und das Gebiet um die nahe Wyhra. Heraus kommt bei der Suche nichts, auch wenn sich ein älterer Herr am Nachmittag bei der Polizei meldet und erklärt, er habe den vermissten Jungen an der Wyhrabrücke gesehen und nach Hause gebracht. Dort aber kam Christopher nie an.

Auf der Seite „Du wirst vermisst“ sind Bilder von Christopher veröffentlicht, die Beschreibung seiner Kleidung am 18. April 1995 und die Bitte um Hinweise zu finden. Quelle: Screenshot

Und dabei bleibt es, obwohl die Suche wochenlang auf Hochtouren läuft. Spezialhunde werden nach Borna gebracht und finden nichts. Die Stadt ist, völlig logisch, voller Gerüchte. Die Arbeit der Ermittlungsgruppe „Wyhra“ bleibt letztlich ohne Erfolg. Bis heute, wie Uwe Voigt, Sprecher der Polizeidirektion Leipzig, einräumt. Es habe „nicht abschließend geklärt werden“ können, „was letztlich mit dem Jungen passierte“. Und weiter: „Es gibt in jedem Vermisstenfall den Punkt, an dem alle Ermittlungen und Suchmaßnahmen erschöpft sind“. Das sei auch im Fall Christopher Frank so gewesen.

Wyhra führte Hochwasser

Damals erklärte die Polizei, dass der Junge in die Wyhra gefallen ist, die zu dieser Zeit Hochwasser führte. Eine Leiche wird allerdings nie gefunden. Die Familie des Jungen hingegen geht von einer Entführung aus. Die Großmutter und ihre Tochter ziehen später aus Borna weg, weil sie es in der Stadt nicht mehr aushalten.

Neue Erkenntnisse hat die Polizei im Fall Christopher seither nicht gewonnen, sagt Polizeisprecher Voigt. Der Fall bleibe aber in den Akten, und zwar mindestens 30 Jahre. Im konkreten Fall auch länger, weil der Junge zum Zeitpunkt seines Verschwindens noch sehr jung war. Voigt: „Die Fahndung bleibt über diesen Zeitraum im polizeilichen Datenbestand.“ Zudem seien die Identifizierungsunterlagen, etwa eine Vergleichs-DNA, in die Datei des Landeskriminalamtes eingestellt.

Ein Funke Hoffnung bleibt immer

Bleibt die Frage, ob es auch nur einen Funken Hoffnung gibt. Die gebe es, sagt Voigt - „solange die Person im Idealfall lebend oder letztlich auch tot aufgefunden worden ist“. Um Hoffnung geht es auch im Internet auf der Seite „Du wirst vermisst“ auf der sich Bilder von Christopher, die Beschreibung seiner Kleidung am 18. April 1995 und die Bitte um Hinweise finden.

Von Nikos Natsidis

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