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Borna Vor Ostern wird das Ei zur Kunst
Region Borna Vor Ostern wird das Ei zur Kunst
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11:06 20.05.2015
Die Pegauerin Ute Winkler (rechts) erklärt Sarah aus Auligk, wie das kunstvolle Muster auf die Ostereier kommt. Fotos (2): Hartmut Karich Quelle: Hartmut Karich

Ein Eldorado für Hobby-Künstler, das natürlich besonders vom nahenden Osterfest und dem herbeigesehnten Frühling inspiriert wurde.

Mit dem um eine Stunde auf 13 Uhr vorgezogenen Beginn wollten die Organisatoren dem Ansturm der letzten Jahre Rechnung tragen und landeten einen Volltreffer. "Seit der Eröffnung ist hier Betrieb. Großes Lob an Frau Bader", resümierte Sybille Schuster, die Chefin des Bornaer "Nähkästchens", zufrieden. Das hatte sie mit Rathaus-Mitarbeiterin Sabine Bader gemeinsam. "Wenn Aussteller und Gäste zufrieden sind, was kann es Schöneres geben."

Wie Sybille Schuster kommt auch Christina Pohl immer wieder gern ins Volkshaus. "Die ganze Atmosphäre tut einfach gut." Die Geithainerin stickt leidenschaftlich gern und musste am Nachmittag schon tröstende Worte finden. "Die Tischdecken mit den Ostermotiven sind leider weg." Krokusse, Eier und Osterglocken hatte sie mit Blatt- und Kreuzstich auf den Stoff gezaubert. "Alles verkauft", nickte sie.

Trotzdem gab es weiterhin viel zu entdecken an ihrem Stand, zum Beispiel kunstvoll umhäkelte Ostereier. "Und weil ich dachte, das machen sicher viele, habe ich sie noch mit Perlen verziert." Einige Exemplare ließen sich sogar öffnen. "Vor allem für die Kinder. Ein Küken und ein Schokoladenherz sind darin."

An fast allen Ständen fielen die farbigen Ostereier ins Auge. Wer sich die zahlreichen Techniken erklären ließ, musste gehörig Zeit mitbringen und war am Ende ein Verzierungs-Experte. Zumindest theoretisch, wenn er sich denn alles merken konnte.

Sorbischer Wachstechnik verdankten die Eier auf dem Tisch der Pegauerin Ute Winkler ihr Aussehen. "Mit Wachs wird ein Muster aufgetragen, nach dem Färben muss das Wachs wieder herunter. Erst zum Schluss werden die Eier ausgepustet", erklärte sie. In der Schale nebenan trugen die Eier ein unregelmäßiges Grundmuster, darauf verschiedene Motive. "Das ist Reißlack. Der sorgt auf dem Acrylfarben-Untergrund für die charakteristische Oberfläche. Darauf kommen dann die Bilder."

Bei Hella Hofmann aus Tautenhain blieb das Wachs auf den Eiern. "Es wird in verschiedenen Farben als Muster auf die Schale oder die Plastik-Haut aufgetragen. Punkt für Punkt und Strich für Strich." Wer mochte, konnte die "Bossiertechnik" am Stand selber ausprobieren.

Nebenan im Klöppelreich zeigte Heidrun Lang aus dem erzgebirgischen Lauter eine ganz spezielle Arbeit zum Thema. "Ein Ei komplett zu umklöppeln ist sehr schwierig. Aber es gibt dünne Holzrahmen in Eiform. Dafür wird nach einer Vorlage ein Muster geklöppelt und dann in den Rahmen eingenäht."

An kunstvolle Klöppelei erinnerte die zarte Ei-Ummantelung am Tisch von Dagmar Günther. "Das ist mit feinem Taschentuchgarn gestrickt. Nicht so einfach. Das kann leicht von der Nadel rutschen", erläuterte sie die anspruchsvolle Technik. Andere Schmuckstücke der bastelfreudigen Familie aus Bad Lausick hatten einen weichen Styroporkern, waren mit Stoff bezogen und mit Borte verziert, wieder andere, zuvor ausgeblasen, trugen ein Muster aus kleinen Löchern in der Kalkschale.

Ringsum im großen Saal waren der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Am Stand von Ute Winkler leuchtete rot auf einem Kissen der Schriftzug "Grüße aus Peche". Nebst lustiger Pegauer Kuh. "Maschine-gestickt. Meine neue Kreation", stellte sie ihre jüngste Idee vor. Ein origineller Gruß an alle Gäste der Handarbeitsmesse, der - das bedarf keiner Prophetie - auch zur neunten Auflage gern erwidert werden wird.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.03.2013

Hartmut Karich

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