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Vor zehn Jahren: Flutwelle auf Pleiße und Wyhra

Vor zehn Jahren: Flutwelle auf Pleiße und Wyhra

Als vor zehn Jahren nach tagelangem, starkem Dauerregen in Sachsen die Flüsse anschwollen und vielerorts eine schreckliche Flut über die Menschen hereinbrach, waren die Mitarbeiter der damaligen Talsperrenmeisterei Rötha gefordert wie nie zuvor.

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Am 13. August 2002 hatte die Wyhra die Gärten am Rande von Borna komplett unter Wasser gesetzt. Der Flusslauf ist nicht mehr auszumachen.

Quelle: Talsperrenverwaltung

Rötha/Borna. Deren Chef Axel Bobbe verfolgen noch heute die Bilder jener aufopferungsvollen Tage im August.

„Die Ereignisse sind noch so präsent", sagt der heute 52-jährige Röthaer, der in den Tagen der Flut in den Brennpunkt des Geschehens geriet. „Wir hatten allein 100 Deichbrüche, und ich war acht Wochen ununterbrochen im Einsatz. Das lässt einen nicht so schnell los." Natürlich war die Lage besonders dramatisch an Mulde und Elbe. Doch auch im Leipziger Südraum stand es entlang der Wyhra auf des Messers Schneide. Noch immer klingt Stolz in Bobbes Stimme, dass hier Schlimmeres verhindert werden konnte.

„Es war ein Spiel mit dem Feuer", sagt Axel Bobbe zur damaligen Entscheidung, die Talsperre Schömbach bis an den Rand des Machbaren auszureizen. „Hätten wir Schömbach nicht zugedreht, hätten Frohburg und Teile Bornas evakuiert werden müssen", verdeutlicht er die Dramatik der Situation. „Wir hatten Simulationsmodelle und stauten in Schömbach bis Unterkante-Oberlippe ein", alles in allem 4,2 Millionen Kubikmeter Wasser. „Das gab es noch nie." Die Mannen in Rötha und vor Ort atmeten schließlich auf, als ihre Berechnungen aufgingen. Bobbe: „Es war fantastisch, dass alles hielt. Dennoch gingen die Gärten in Borna entlang der Wyhra in den Wassermassen unter." Und er weiß: „Wäre noch eine Welle gekommen, hätten wir im Wyhragebiet nicht mehr gegensteuern können."

Besonders kritisch war es auch in Großzössen, wo der Wyhradeich zu brechen drohte. Die Einsatzkräfte hatten hier mit enormen Problemen zu kämpfen: Das Wasser drückte aus der Pleiße zurück in die ohnehin schon randvolle Wyhra, deren Deich sich als zu niedrig erwies. Und aus dem Bereich einer laut Bobbe falsch verlegten Gasleitung trat massiv Wasser aus. „Es wurden Sandsäcke gestapelt" und die Pleiße entlastet, so der Leiter des heutigen Betriebes Elbaue/Mulde/Untere Weiße Elster der Landestalsperrenverwaltung Sachsen. „So konnten wir schließlich den Deich halten."

Weiteren Lesestoff zur Flut in der Region finden Sie in der LVZ Borna/Geithain am 4. August in einem Spezial. Lesen Sie dort ein Interview mit dem Chef der Talsperrenmeisterei, Axel Bobbe, und was nach der verheerenden Flut vor zehn Jahren im Südraum und darüber hinaus investiert wurde.

Frank Prenzel

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