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Borna Vorletzter Abschnitt der A72 führt in großem Bogen um Espenhain
Region Borna Vorletzter Abschnitt der A72 führt in großem Bogen um Espenhain
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12:06 13.12.2016
Ein Bagger frisst sich derzeit auf der A72 bei Borna durch die Asphaltdecke.  Quelle: Jens Paul Taubert
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Borna

 Für einen großen Bogen um Espenhain werden weder Kosten noch Mühen gescheut. Das ist jene 2300-Seelen-Gemeinde im Leipziger Südraum mit der schier endlosen Ortsdurchfahrt und den hyperaktiven Blitzern in alle Richtungen. Um wesentlich flotter (und kostengünstiger) zwischen Chemnitz und Leipzig unterwegs sein zu können, wird die Autobahn 72 zwischen Borna und Rötha (Kreis Leipzig) kurzerhand um die einstige Siedlung der Berg- und Energiearbeiter herumgeleitet.

Zehn Kilometer vierspurige Asphaltstraße, elf neue Brücken und rund 124 Millionen Euro werden dafür nötig sein. „Die neue Anschlussstelle Borna-Nord nehmen wir im Sommer 2018 unter Verkehr“, blickte Isabel Siebert am Montag auf der schlammigen Baustelle schon mal in die rosige Zukunft. Und ein Jahr später, im Sommer 2019, soll es dann bis Rötha auf der neuen Autobahn rollen. „Kraftfahrer brauchen also voraussichtlich ein Jahr früher als geplant zwischen Chemnitz und der A 38 keine Orte mehr durchqueren“, erklärt die Leiterin des sächsischen Landesamtes für Straßenbau und Verkehr.

Rund 500 Meter der bisherigen A72 bei Borna müssen komplett weggebaggert werden. Die neue Anschlussstelle Borna-Nord soll im Sommer 2018 in Betrieb gehen. Ein Jahr später, im Sommer 2019, soll der Verkehr dann bis Rötha auf der neuen Autobahn rollen.

Rund 500 Meter der bisherigen A 72 bei Borna müssen aber erst mal komplett weggebaggert werden. „In ein paar Wochen ist hier, wo jetzt die Autobahn verläuft, nur noch ein sieben Meter tiefer Graben.“ Mit Fehlplanung habe das nichts zu tun, wie die Behördensprecherin versichert. „Wir wussten von Anfang an, dass die alte und neue Trasse nicht nahtlos ineinander übergehen.“ Die Alternative wäre gewesen, den Fernverkehr zehn Jahre länger durch Borna zu leiten. Um den Übergang hinzubekommen, wird der Verkehr bei Borna umständlich über einen Zickzackkurs mit Ampeln von der Autobahn auf die B 95 geleitet, was in Stoßzeiten für Staus sorgt.

Ein eher landschaftliches Nadelöhr ist der Hang zwischen Espenhain und dem Hainer See. Weil dort Ton lagert und die Autobahn bei Nässe nicht abschmieren soll, werden 2000 Bohrungen von jeweils zwei Metern Durchmesser und 15 Meter Tiefe vorgenommen, um den schlüpfrigen Baugrund durch stabilere Kiesschichten zu ersetzen. Auf der Strecke durch das einstige Braunkohlerevier mussten auch zahlreiche Hohlräume verdichtet werden.

Noch komplizierter wird der letzte Abschnitt zwischen Rötha und dem Autobahnkreuz Leipzig-Süd. Wann der fertig ist und mit ihm das gesamte sächsische Autobahnnetz, steht in den Sternen. Siebert ließ nur durchblicken: „Da wird wohl noch viel Wasser die Eula hinabfließen.“

Ursprünglichen Planungen zufolge sollte die Magistrale Leipzig–Chemnitz schon 2006 fertig sein.

Von Winfried Mahr

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