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Vorwürfe an den DRK-Rettungsdienst

Vorwürfe an den DRK-Rettungsdienst

Bei der DRK-Rettungsdienst und Krankentransport Leipzig und Umland GmbH rumort es. Mitarbeiter berichten, ihnen werde das Gehalt nicht wie gewohnt gezahlt, und das Unternehmen sei womöglich zahlungsunfähig.

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Die Rettungswache in der Bornaer Bahnhofstraße.

Quelle: Jens Paul Taubert

Borna. Das allerdings dementiert das Unternehmen, das im letzten Jahr flächendeckend den Zuschlag für den Rettungsdienst im Leipziger Land erhielt, ebenso wie der Rettungszweckverband.

 

 

Es ist der Brief eines Mitarbeiters des DRK-Rettungsdienstes, in dem von "Ungereimtheiten" beim Betriebsübergang zum DRK die Rede ist. Gemeint ist der Wechsel von 25 Mitarbeitern, die der neue Rettungsdienstbetreiber von den Vorgänger-Unternehmen, dem Arbeiter-Samariterbund und der Johanniter Unfallhilfe, übernommen hat. Denen sei mitgeteilt worden, dass sie ihre Gehälter nicht wie gewohnt Mitte des Monats, sondern erst im darauffolgenden Monat, also jetzt im Februar, bekommen sollten. Der DRK-Rettungsdienst könne nicht anders, so heißt es in dem Schreiben, das der LVZ vorliegt, weil der neue Rettungsdienstbetreiber nach eigenen Aussagen andernfalls zahlungsunfähig sei.

In diese Kerbe schlägt auch die Grundsatzbeauftragte des ASB-Regionalverbandes Leipzig, Carmen Gellwitz. Der ASB hatte sich wie die Tochterfirma des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Leipzig-Land um den Rettungsdienst im Leipziger Land beworben. Ihr Vorwurf: Das DRK sei mit Dumpingpreisen in die Ausschreibung gegangen und habe deshalb den Zuschlag erhalten, "und das kann nicht gutgehen".

Landrat Gerhard Gey (CDU) zeigt sich verwundert angesichts der Vorwürfe. Ihm sei nicht bekannt, dass es beim neuen Rettungsdienstbetreiber derartige Probleme gebe. Das DRK habe sich ganz normal beworben, "und ich kenne keine Anzeichen einer finanziellen Schieflage". Immerhin hatte der Rettungsdienst des DRK in Borna vor fünf Jahren eine veritable Pleite hingelegt.

Bei der DRK-Rettungsdienst und Krankentransport Leipzig und Umland GmbH ist niemand zum Gespräch mit der LVZ bereit. In dürren Worten teilt der Betreiber der Rettungswachen in der Bornaer Bahnhofstraße und im Bornaer Krankenhaus sowie in Groitzsch mit, dass das Vergabeverfahren, bei dem das DRK letztlich den Zuschlag erhielt, "nicht zugunsten des günstigsten, sondern zugunsten des wirtschaftlichsten Bieters entschieden" worden sei. Dies sei "ein bedeutender Unterschied und bezieht neben dem Preis in beachtlichem Maße auch die Qualitätsaspekte der angebotenen Leistungen mit ein". Bei der Vergabenachprüfung sei im Hinblick auf die Kosten "eine mangelnde Auskömmlichkeit" nicht festgestellt worden. Zudem hätten sich die Konditionen der bestehenden Arbeitsverträge nicht geändert.

Die Geschäftsführerin des zuständigen Rettungszweckverbandes mit Sitz in Grimma, Carola Schneider, erklärt, sie habe von Gerüchten über Schwierigkeiten bei der Gehaltszahlung für die übernommenen Rettungsdienstmitarbeiter beim DRK gehört. Das entspreche aber nicht den Informationen, "die mir vorliegen". Die Gehaltszahlungen seien "in voller Höhe" erfolgt. Die DRK Rettungsdienst und Krankentransport Leipzig und Umland GmbH habe ihr schriftlich mitgeteilt, dass alle Mitarbeiter ordnungsgemäß bezahlt worden seien.

Die Rettungsdienst- und Krankentransportleistungen seien im letzten Jahr ordnungsgemäß ausgeschrieben worden. Das DRK, das schließlich den Zuschlag bekam, habe entsprechende Liquiditätsnachweise erbringen müssen. Für die übernommenen Mitarbeiter seien die Bedingungen des Betriebsübergangs "nicht nur ein Jahr lang" gültig. Schneider. "Sie müssen nicht fürchten, dass sie auf 50 Prozent ihres Gehalts heruntergesetzt werden." Und weiter: "Es kann theoretisch nicht passieren, dass die Mitarbeiter schlechter gestellt werden als bisher." Außerdem sei der Rettungszweckverband in der Pflicht, das DRK entsprechend zu kontrollieren.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.02.2014
Nikos Natsidis

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