Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna WG für Kinder: Celin und Lea wachsen in der „Mole“ Auligk wie Schwestern auf
Region Borna WG für Kinder: Celin und Lea wachsen in der „Mole“ Auligk wie Schwestern auf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:00 12.02.2017
Gabriele Neumann gibt zwei Mädchen in der Kinderwohngemeinschaft Mole in Auligk ein neues Zuhause. Der große Teddy heißt Florian Reinhold und passt beim Malen, Basteln, Musik hören, Tanzen und draußen Rumtoben auf sie auf. Quelle: Jens Paul Taubert
Anzeige
Groitzsch/Auligk

Wenn Celin und Lea im Garten spielen dürfen oder mit dem Roller und Rad fahren, sind sie die glücklichsten Mädchen auf der Welt. Dann rücken ihre kleinen und großen Sorgen für einen Moment in den Hintergrund. Das frische Landleben, der weite Blick in die Schnauderaue, die anderen Kinder im Dorf und die freundlichen Nachbarn mit ihren Hunden Susi, Krümel, Paula und Tomi lassen die beiden fünfjährigen Mädchen ganz unbeschwert aufwachsen.

Dieses Glück haben sie erst in einer Leipziger Kinderwohngemeinschaft und jetzt bei Gabriele Neumann in Auligk kennengelernt. Die 57-Jährige ist gelernte Erzieherin, hat einige Jahre in einem Groitzscher Kindergarten gearbeitet und stieß schließlich 2010 zum Generationenhof. Die gemeinnützige GmbH bietet Kindern und Jugendlichen vom Babyalter bis zur Volljährigkeit einen Ort, an dem sie sich entwickeln und entfalten können. Aus verschiedenen Gründen dürfen sie nicht mehr in ihren eigenen Familien leben.

Das können psychische Schwierigkeiten, Drogen- und Alkoholmissbrauch oder ein verlotterter Haushalt mit völlig überforderten Eltern und unregelmäßigen Mahlzeiten sein, erläutert Linda Persy (39), ausgebildete Sozialpädagogin und die pädagogische Leiterin des Generationenhofs. Letztlich trifft der Allgemeine Sozialdienst des Jugendamtes die Entscheidung: Ist das Wohl des Kindes gefährdet und ist eine stationäre Unterbringung erforderlich? „In den Kinderleben gab es oft verschiedenste Brüche. Wir möchten ihnen wieder Stabilität, Sicherheit und eine Perspektive geben.“

Gegenwärtig unterhält der Generationenhof fünf Kinder-Wohngemeinschaften in Leipzig-Grünau, Lindennaundorf und Auligk: Andy, Doro, Luca, Maxi sowie Mole. 31 Kinder und Jugendliche haben dort ein neues Zuhause gefunden, manche nur vorübergehend, manche bis zu ihrem 18. Geburtstag. Die Gründerin Monika Schmidt hat das Zusammenleben einmal so beschrieben: „Eine Familie – das bedeutet für mich: Menschen, die gemeinsam ihr Leben gestalten, unabhängig davon, ob sie verwandt miteinander sind oder nicht.“

Celin und Lea sind nicht miteinander verwandt. Und dennoch wachsen sie seit dem 1. Oktober 2016 bei Gabriele Neumann wie Schwestern auf. Celin ist geistig behindert, Lea leidet unter psychischen Problemen. In ihren Herkunftsfamilien konnten sie beide nicht mehr leben. „Ich kannte die Mädchen schon von meiner Arbeit in der Wohngemeinschaft Andy“, erzählt die Auligkerin. „Ich wollte nicht, dass sie rumgeschubst werden in ihrem Leben. Denn sie haben es verdient, ein Leben in Ruhe zu führen und glücklich aufzuwachsen. Also habe ich mich entschieden, selbst eine familienintegrative WG zu betreuen: die Mole.“ Der Name leitet sich von den Anfangsbuchstaben der Gründerin Monika Schmidt ab – Mo – und den Endbuchstaben ihres eigenen Namens Gabriele – le. „Mole assoziiere ich aber auch mit Damm und Hafen, mit Sicherheit und Ankommen.“

Das Leben in dem Drei-Personen-Haushalt ist gut durchorganisiert und geprägt vom liebevollen Umgang miteinander, Vertrauen, Respekt und Verlässlichkeit. Gemeinsam aufgestellte Regeln müssen eingehalten werden. Wenn die Mädchen am Nachmittag vom Kindergarten nach Hause kommen – Lea besucht ab Sommer die Grundschule in Groitzsch – ist wieder gemeinsames Spielen angesagt. Basten, malen, tanzen oder Papier schneiden und am liebsten toben im Garten. „Das ist für sie ein Highlight. Da fühlen sie sich unbeobachtet, obwohl ich immer ein Auge auf sie habe“, lacht die Erzieherin. „Wie in einer Familie.“

Von Kathrin Haase

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bewegung im Wohnungsmarkt in Kitzscher. Trotz großen Leerstands sind zwei unsanierte DDR-Plattenbauten für einen hohen Preis verkauft worden. In ein paar Wochen werden mehr als 140 Wohnungen in mehreren Straßenzügen zwangsversteigert.

11.02.2017

Millionenschwere Bauvorhaben im Landkreis Leipzig sollen zur Verbesserung der Infrastruktur beitragen. Bis 2018 dauert die Verbreiterung der Unteren Dorfstraße in Narsdorf. Zur Baustelle wird auch die durch Tautenhain führende Kreisstraße. Die völlig marode Ortsdurchfahrt in Güldengosse steht ebenfalls auf der Agenda.

11.02.2017

Vorgänge im Vereinigten Königreich lassen auch hiesige Firmen nicht kalt. Auf Einladung des Wirtschaftsförderungsvereins Machern wurde über die Brexit-Folgen für Mitteldeutschland diskutiert.

14.02.2017
Anzeige