Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Wählervereinigung „Pro Pegau“ kritisiert Rückzugspläne der Leipziger Volksbank
Region Borna Wählervereinigung „Pro Pegau“ kritisiert Rückzugspläne der Leipziger Volksbank
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:00 26.01.2016
Auch die Filiale in Oelzschau schließt. Quelle: Andreas Döring
Anzeige
Pegau

Für große Aufregung haben in Pegau die Rückzugspläne der Leipziger Volksbank gesorgt. Danach sollen zum 31. März mehrere Filialen im ländlichen Raum geschlossen werden, unter anderem auch die Geschäftsstelle in Pegau. „Wir haben die Hoffnung, dass in dieser Thematik noch nicht das letzte Wort gesprochen wurde“, meldet sich der Vorsitzende der Wählervereinigung Pro Pegau, Kurt Brause, zu Wort.

In der Verwaltungsgemeinschaft Pegau-Elstertrebnitz leben gegenwärtig 7600 Einwohner. Wenn die Volksbank-Filiale wie beabsichtigt schließt, würde das große Nachteile mit sich bringen, zumal der öffentliche Personennahverkehr auf dem Land nur schlecht ausgestattet sei. Kurt Brause: „Demnach kann und wird die Kundschaft nicht folgen, wenn die VR-Bank abwandert.“ Eine Zentralisierung bringe nicht nur logistische Probleme mit sich, sondern stelle auch den Handels- und Gewerbestandort in Frage. Seiner Ansicht nach setze man ein fatales Zeichen und provoziere weitere wirtschaftliche Einschnitte. Brause appellierte an die Verantwortung der VR-Bank für die Region und deren Bürger.

Mit dieser Entscheidung werden nicht zuletzt die städtischen Bemühungen zur Stärkung des Einzelhandels und für ein attraktives Stadtbildes behindert. Pro Pegau erinnert hier an die Sanierung des Kirchplatzes, den Aufbau des neuen DRK-Stützpunktes sowie die Sanierung des Bahnhofes und des Marktplatzes im Jahr 2017. Darüber hinaus verzeichne Pegau eine ungebrochene Nachfrage nach Baugrundstücken. Hinzu kämen viele private Baumaßnahmen, die nicht zuletzt mit VR-Bank Krediten finanziert werden.

Doch nun beabsichtige das Unternehmen, nicht nur die Kundenbetreuung in Pegau abzuschaffen, sondern auch Terminal und Auszugsdrucker aus dem Zentrum zu verbannen, schüttelt der Stadtrat den Kopf. „Mit der Konsequenz, sich von dem teilsanierten Wohn-und Geschäftshaus am Kirchplatz 12 zu trennen und eventuell mit einer Containerlösung zu kompensieren. Das kann keine Lösung sein.“

Das stadtbildprägende Objekt sei bisher eher stiefmütterlich behandelt worden. „Aufsteigende Feuchtigkeit,veraltete Sanitär-und Heizungstechnik, verschlissene Fenster und Rückfassade werfen heute kein gutes Bild auf das Geschäftsgebaren“, zählt der Pegauer auf. So würde die VR-Bank Leipzig nicht nur unzufriedene Kunden zurücklassen, sondern auch noch ein runtergewirtschaftetes und leergezogenes Haus.

Viele Gewerbetreibende hätten ihren Unmut über die geplante Schließung mitgeteilt, erklärt Kurt Brause. Nach Informationen von Bürgermeister Frank Rösel (parteilos) zum Neujahrsempfang habe die Stadt jedoch Gespräche mit dem Volksbank-Vorstand aufgenommen und aller Voraussicht nach soll nun eine Servicestelle mit Geldautomat und Drucker vor Ort bleiben, heißt es. Darüber hinaus empfiehlt das Geldinstitut die Nutzung der Filiale in Groitzsch.

Von der Schließung betroffen sind insgesamt sechs Geschäftsstellen: Neben Pegau auch Kitzscher, Kohren-Sahlis, Oelzschau, Langenleuba-Oberhain und Großdalzig. Bankvorstand Andreas Woda begründete das mit rückläufigen Einwohnerzahlen sowie politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Hinzu käme die Digitalisierung. „Immer mehr Kunden nutzen bargeldlose Bezahlmöglichkeiten, überweisen online und speichern ihre Kontoauszüge auf dem Computer oder Smartphone.“

Von Kathrin Haase

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein landesweites Förderprogramm schafft Hürden aus dem Weg. Durch eine großzügige Finanzspritze konnte jetzt auch in der Musikarche Brandis ein moderner Treppenlift installiert werden. Welche Projekte der Landkreis in diesem Jahr finanziert, verriet Kreissozialamtsleiterin Karina Keßler beim Vororttermin in Brandis.

26.01.2016

Schüler und Lehrer der Grundschule in Borna West wollen ihr Bautagebuch weiterschreiben. Nachdem die Sanierung 2012 endete, herrscht Stillstand. So steht der Plattenbau mit einer bunten Vorderfront da. Aber hinten, an der Nordseite, regnet es rein. Die Kommune hat das Projekt ganz oben auf der Agende. Aber ein Baustart ist noch nicht in Aussicht.

29.01.2016

In den großen Städten des Landkreises ist der Trend zum Auto ungebrochen, eine Entwicklung, die auch für den gesamten Landkreis Leipzig gilt. Zum Stichtag 1. Januar waren im gesamten Landkreis 210 090 Fahrzeuge nebst Anhängern zugelassen.

26.01.2016
Anzeige