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16:06 19.05.2015
Kraftwerksleiter Thomas Hörtinger (r.) und Ingenieur Jens Löffel an der Temperaturanzeige von zwei der drei Vorwärmer. Quelle: André Neumann

Die Temperatur in der Maschinenhalle mit den beiden großen Dampfturbinen kann mit den hochsommerlichen Außentemperaturen der vergangenen Tage locker mithalten. Jede Menge Wärme entsteht im Kraftwerk, wo Kohle verbrannt, Wasser und Dampf erhitzt und damit elektrischer Strom erzeugt wird. Wärme, die im schlechtesten Falle die Umgebung aufheizt oder als Dampf in die Luft geblasen würde. Anders in Lippendorf. Hier wird der heiße Dampf, nachdem er seine Arbeit in den Turbinen getan hat und noch um die 200 Grad warm ist, über große Rohre in Vorwärmer geleitet, in denen im Wärmeaustauschverfahren Wasser aufgeheizt wird. Das Wasser wird mit etwa sechs Bar Druck und einer Temperatur von 120 Grad durch die Leitungen nach Leipzig gepumpt, wo es direkt ins Fernwärmenetz der Stadt Leipzig eingespeist wird. Die 80 Zentimeter-Rohre sind so gut isoliert, dass der Temperaturverlust auf dem Weg in die Großstadt nur ein Grad beträgt, sagt Betriebsingenieur Jens Löffel. An einem durchwachsenen Sommertag wie Anfang dieser Woche nimmt die Stadt rund 70 Megawatt thermische Energie ab. Für Warmwasserbereitung beispielsweise oder für Kühl- und Klimaanlagen, die mit Wärme arbeiten. Laut Vertrag muss das Kraftwerk kontinuierlich 200 Megawatt bereitstellen, an kalten Wintertagen bis zu 330 Megawatt.

Der erste Wärmeliefervertrag wurde 1996 abgeschlossen, damals über einen Zeitraum von 20 Jahren. Jetzt wurde ein Zehnjahresvertrag mit der Möglichkeit der Verlängerung abgeschlossen. "Mit der vorfristigen Verlängerung erreichen wir Versorgungssicherheit für die Leipziger und Planbarkeit für das Kraftwerk", sagt Kraftwerksleiter Thomas Hörtinger.

Für das Vattenfall-Kraftwerk liegt der Vorteil der Kraft-Wärme-Kopplung auf der Hand. Durch die Nutzung der Prozesswärme zur Erzeugung thermischer Energie erreicht das Kraftwerk einen Wirkungsgrad von 42 Prozent. Das sei, sagt Hörtinger, unter den Braunkohlekraftwerken immer noch ein Spitzenwert. Lippendorf sei immer noch eines der modernsten Kraftwerke seiner Art, auch wenn es schon seit 14 Jahren am Netz ist. Mit dem von Vattenfall angestrebten Verkauf des Kraftwerksblockes R habe die vorfristige Vertragsverlängerung nichts zu tun, sagt Hörtinger: "Wir haben das seit zwei Jahren vorbereitet, da war von einer Verkaufsabsicht noch keine Rede." Aktuell gebe es zum Verkauf nichts Neues, man sei noch nicht an den Markt gegangen.

Das Kraftwerk Lippendorf liefert etwa 60 Prozent der Fernwärme, die in Leipzig benötigt wird, außerdem werden Neukieritzsch und Böhlen versorgt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.08.2013

Neumann, André

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