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Waffe in der Groitzscher Schwennigke gesucht - Verbindung zu Mord an 27-Jährigem möglich

Waffe in der Groitzscher Schwennigke gesucht - Verbindung zu Mord an 27-Jährigem möglich

Ein mehrstündiger Polizeieinsatz hat am Mittwoch in Groitzsch für Aufregung gesorgt. Mit Tauchern suchten die Beamten im Flüsschen Schwennigke aufgrund von Hinweisen nach einer Waffe.

Groitzsch. Diese könnte im Zusammenhang mit den tödlichen Schüssen auf einen 27-Jährigen vom Vorjahr stehen. Gefunden wurde allerdings noch nichts.

Vom frühen Vor- bis in den Nachmittag war der Bereich um die Brücke am Fußweg nach Pegau abgesperrt. Die Polizei hatte mit Seilen und Bojen Teile der Schwennigke in Sektoren gegliedert, in denen Taucher den Flussboden absuchten. Ein Krankenwagen stand bereit, falls einer der "Froschmänner" medizinische Hilfe benötigt.

"Taucher der Bereitschaftspolizei und Mitarbeiter unserer Kriminalpolizei gehen im Rahmen des Tötungsverbrechens an Tino L. Hinweisen auf das Verschwinden der Tatwaffe nach", erklärte Sprecherin Ilka Peter von der Polizeidirektion Westsachsen in Leipzig gestern Nachmittag auf Anfrage. "Sie waren den ganzen Tag vor Ort. Ein positives Ergebnis liegt noch nicht vor." Ob die Suche heute fortgesetzt wird, konnte Peter nicht sagen. Da verschiedene Einheiten und auch ein Arzt bei einem solchen Einsatz mitwirken, "wird womöglich erst in den nächsten Tagen entschieden, wie es weitergeht."

Ricardo Schulz, Sprecher der Staatsanwaltschaft Leipzig, benannte den Grund der Suche eher vage. "Es gab den Hinweis, dass dort wohl mal eine Waffe versenkt wurde. Wann das war und ob das mit der Tötung in Zusammenhang steht, ist bisher unklar", sagte er. "Aber die Polizei muss der Sache auf jeden Fall nachgehen." Details zur Tatwaffe werden weiterhin nicht offengelegt.

Das Verbrechen hatte sich in den Abendstunden des 20. April 2009 im Ortsteil Wischstauden am Rande der Stadt ereignet. Wie berichtet, war Tino L. gegen 21.20 Uhr mit der Mutter seiner Freundin auf einem Feldweg neben einem ehemaligen Plasteverarbeitungsbetrieb unterwegs. Nachdem sie sich verabschiedet hatten, hörte die Frau Schüsse, kehrte zurück und fand den 27-Jährigen mit zwei Schussverletzungen in der Brust. Trotz umgehender Operation war er drei Tage später gestorben.

Die Polizei bildete dann die Einsatzgruppe "Plasta", die wegen versuchten Mordes ermittelt, aber auch über ein Jahr nach der Tat keine heiße Spur hat. Selbst die Anfang März ausgelobte Belohnung von 10000 Euro hat die Faktenlage nicht wesentlich verbessert. "Es gibt keinen Hinweis auf einen konkreten Täter, auch jetzt nicht im Zusammenhang mit dem Tipp zur Waffe", sagte Oberstaatsanwalt Schulz. "Die Ermittlungen laufen weiter gegen unbekannt." Es wird immer noch viel Kleinarbeit von den Beamten geleistet, erklärte er. Vor drei Monaten hatte er von 600 Zeugenvernehmungen und Befragungen sowie über 1500 kriminaltechnischen Spuren gesprochen, die ausgewertet werden müssen. "Wir sind optimistisch, dass uns über kurz oder lang ein Hinweis zu einem Detail, einem Zipfel führt, mit dem wir alles aufdecken können. Die Belohnung steht weiter offen.

Informationen nehmen die Polizeidirektion Westsachsen, Telefon 0341/255100, und alle anderen Polizeidienststellen entgegen.

Olaf Krenz

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