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Borna Waffeleisen und Patrouillenreiter
Region Borna Waffeleisen und Patrouillenreiter
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23:14 07.10.2012
Kaiser, Zar und Hufschmied - historische Kostüme beim Röthaer Heimatfest. Quelle: Gislinde Redepenning
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Rötha

Zum stimmungsvollen Auftakt flatterte ein Schwarm Tauben in den Himmel. Eine Attraktion waren die Patrouillenreiter.

Die Straße der Jugend war gesperrt. Autofrei gehörte sie den Patrouillenreitern, die sich, manche in originalgetreuen Kostümen, in Erinnerung an das schwere Leben der Melde- und Patrouillenreiter zur Zeit der Völkerschlacht hoch zu Ross auf einen mehrstündigen Wanderritt rund um Rötha begaben. „18 Patrouillen, die meisten mit je drei Reitern aus der Umgebung, haben sich auf den Weg gemacht", erklärte Wolf-Dieter Schmidt, Präsident des Interessenvereins Völkerschlacht bei Leipzig 1813, der eng mit dem Heimatverein zusammenarbeitet. „Sie sehen die Veranstaltung ohne Wettkampfcharakter unter dem breitensportlichen Aspekt."

Bettina Wallasch, Vorsitzende des Heimatvereins, pflegt damit die Verbindung, die ihr Vater und Vorgänger im Amt, Horst Brauße, geknüpft hatte. „Rötha war zwar kein Schlachtfeld, aber damals drei Tage lang Hauptquartier der Verbündeten und ein zentrales Machtzentrum in Europa", sagte sie. „Im Schloss trafen sich die Monarchen Zar Alexander I. von Russland, Kaiser Franz I. von Österreich und König Friedrich Wilhelm III. von Preußen." Die Bedeutung der Stadt soll hervorgehoben werden, nicht nur im Hinblick auf das große Jubiläum 200 Jahre Völkerschlacht 2013, sondern auch darüber hinaus. Dank für das Gelingen des Festes gebühre der Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig, die den Patrouillenritt förderte, sowie dem Landkreis Leipzig. Aber natürlich auch allen Vereinen Röthas, die nach Kräften am vielfältigen Angebot und Programm mitwirkten. Vereinsmeierei im allerbesten Sinne brachte den Röthaern kulinarische und unterhaltsame Höhepunkte.

Erhard Müller kam mit dem Zählen der Besucher in den Museumsräumen kaum nach. Unter Anleitung von Ina Weise entstanden prächtige Herbstbasteleien. Im stimmungsvollen Ambiente unter dem Gewölbe des Rittersaals drängten sich Jungen und Mädchen, um unter fachkundiger Anleitung kleine Reiter und Pferde aus Zinn zu gießen. Der Sportverein hatte sich Bewegungsspiele ausgedacht. Einige Strohballen sollten daran erinnern, dass so 1813 eine Hüpfburg ausgesehen haben könnte. Die Privilegierte Schützengesellschaft lud zum Armbrust-Schießen ein. Die Kleintierzüchter stellten Rassekaninchen vor.

Die Verpflegung mit Herzhaftem lag traditionell in den Händen der Feuerwehr. Die Stauseepiraten kredenzten Wildschwein. Den Wein schenkten Röthas Karnevalisten aus. Fettbemmen wurden aus am Vortag im Lehmbackofen des Museumshofes gebackenen Brot geschmiert. „Der wurde extra aus diesem Anlass in Betrieb genommen", verriet Bettina Wallasch. Glühwein und leckere Waffeln servierte der Handwerker- und Gewerbeverein, nicht nur aus modernen Waffeleisen. Konrad Ackermann bewies viel Fingerspitzengefühl und testete ein uraltes Gerät, dass er auf dem Feuer von Erwins Littmanns viel bestaunter historischer Feldschmiede erhitzte. Testesser waren sich einig: Ackermanns Waffeln schmeckten am besten.

Gislinde Redepenning

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