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Borna Wald im Südraum profitiert von Rekultivierung alter Bergbauflächen
Region Borna Wald im Südraum profitiert von Rekultivierung alter Bergbauflächen
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13:46 11.03.2018
Macht PT. Quelle: Paul Taubert
Landkreis Leipzig

Das Ziel ist ein Drittel. Konkret 30 Prozent der Flächen in Sachsen sollten bewaldet sein, lautet das erklärte Ziel der sächsischen Staatsregierung. „Das wird noch dauern“, sagt Olaf Krokel, Projektleiter bei der Stiftung Wald für Sachsen. Derzeit sind 28,5 Prozent sächsischer Erde bewaldet. Südlich und östlich von Leipzig allerdings nicht. Im Landkreis Leipzig sind gerade einmal 12 bis 13 Prozent bewaldet. Das Gros des Waldes im Landkreis steht im Muldental und im Kohrener Land, während die andere Kreishälfte seit Jahrhunderten waldarm ist. Innerhalb eines normalen Menschenlebens wird sich das nicht ändern.

Dabei, so macht Fachmann Krokel klar, profitiert der Süden von Leipzig in gewisser Weise von seiner Bergbauvergangenheit, die schon zu DDR-Zeit nennenswerte Aufforstungsprogramme zur Folge hatte. Die Gegend zwischen Markkleeberg und Borna ist seit Menschengedenken waldarm. Krokel verweist auf die Geschichte. So kam es bereits im Mittelalter zu großen Rodungen, speziell auch südlich von Leipzig. Dabei sind die Böden in den Auenlandschaften sehr lehmhaltig, „und das ist gut für das Wachstum von Laubbäumen“. Dennoch sei der Wald im Südraum Leipzig heute noch auf dem Stand des 16., 17. Jahrhunderts.

Immerhin wachsen auf den rekultivierten Tagebauflächen mittlerweile Bäume, wobei sich die Frage stellt, ab wann der Fachmann von einem Wald spricht. „Wald ist jede Forstpflanzung mit Bänken und Sträuchern“, erklärt der gelernte Förster Krokel, ein spezielles Binnenklima und Tiere inclusive. Die Pflanzung bedarf allerdings auch einer bestimmten Größe. Als Wald gilt eine baum- und strauchbestandene Fläche ab 2000 Hektar mit einer Breite von wenigstens 25 mal 30 Metern.

Das Interesse am Wald, für dessen Mehrung sich die Stiftung Wald für Sachsen stark macht, sei „gerade in unserer Kulturlandschaft“ groß. Dennoch dürfte es noch dauern, bis im Freistaat Sachsen das Ziel von 30 Prozent bewaldeter Fläche erreicht ist. Konkret fehlen nach Angaben von Olaf Krokel 29 000 Hektar Wald. Von einem „richtigen“ Wald sei ohnehin erst nach einer so genannten Waldgeneration zu sprechen – nach 200, 300 Jahren. Zu einem Zeitpunkt, an dem sich der Altbaumbestand auflöst und wenn sich der Wald ohne menschliche Eingriffe selbst sortiert.

Von Nikos Natsidis

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