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War es ein Mord vor 50 Jahren? Skelett bei Arbeiten in Elstertrebnitz entdeckt

War es ein Mord vor 50 Jahren? Skelett bei Arbeiten in Elstertrebnitz entdeckt

Elstertrebnitz/Greitschütz. Einen grausigen Fund machten Bauarbeiter am Dienstag beim Straßen- und Kanalbau im Elstertrebnitzer Ortsteil Greitschütz, in Höhe des Grundstückes E 59. Beim Aufreißen der alten Straßendecke stießen sie in rund einem Meter Tiefe auf die Überreste eines menschlichen Skeletts.

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Bei diesen Schachtarbeiten für den Straßenbau haben Mitarbeiter der Strabag in Elstertrebnitz ein menschliches Skelett gefunden.

Quelle: Andreas Doering

Die Baustelle wurde sofort gestoppt, Polizei sowie Staatsanwaltschaft sind eingeschaltet worden. Noch am selben Tag kam ein Gerichtsmediziner vor Ort und nahm den oder die Tote in Augenschein - das Geschlecht konnte bis jetzt noch nicht bestimmt werden.

Ersten Schätzungen zufolge soll das Skelett mindestens 50 Jahre in der Erde gelegen haben, wahrscheinlich sogar aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges stammen. Das erklärte Polizeisprecher Alexander Bertram gestern auf LVZ-Anfrage. Zu den Hintergründen des schrecklichen Fundes gibt es im Moment viele Fragezeichen. Derzeit lagern die menschlichen Überreste noch bei einem Bestattungsunternehmen, so Bertram weiter. Falls der Tote möglicherweise einer Straftat in den 1960er Jahren zum Opfer fiel, wird es ein Fall für die Kriminalpolizei, denn Mord verjährt nie. Ist das Skelett älteren Datums, sind die Archäologen gefragt. Wie es sich verhält, das ergeben erst gerichtsmedizinische Untersuchungen, etwa durch Ultraschall.

Mittlerweile hat die Nachricht von dem grausigen Fund die Runde im Dorf gemacht. Alteingesessene und auch Gemeindemitarbeiterin Gerda Zenker erinnern sich, dass die Straße in Greitschütz in den 50er Jahren nur eine Art Trampelpfad war. Anfang der 60er Jahre sei hier aber die Erde aufgebaggert und eine Trinkwasserleitung verlegt worden. Ob es da einen Zusammenhang gibt? Die Polizei ermittelt auf Hochtouren. Offene Vermisstenfälle aus dieser Zeit sind bis jetzt jedenfalls nicht bekannt.

Zu dem Toten von Elstertrebnitz konnte die Staatsanwaltschaft Leipzig gestern noch keine Auskunft geben. Auf LVZ-Nachfrage erklärte Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz, dass in so einem Fall üblicherweise eine Untersuchung der Leiche in der Rechtsmedizin erfolge, um Fragen zu klären wie den ungefähren Todeszeitpunkt, Alter und Geschlecht. Von den Untersuchungsergebnissen hänge jeweils ab, was weiter unternommen wird.

Fast genau vor einem Jahr, im April 2014, waren menschliche Knochen bei Schachtarbeiten an einem Wohnhaus am Schlossplatz in Pegau gefunden worden. Dieser Mensch soll vor 50 bis 250 Jahren gestorben sein.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.04.2015
Engelhardt, Inge und Haase, Kat

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