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Borna Warmer Regen für MS-Erkrankte
Region Borna Warmer Regen für MS-Erkrankte
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18:53 16.12.2011
Während der Scheck-Übergabe. Quelle: Thomas Kube
Neukieritzsch

„Traditionell verzichten wir auf Geschenke für unsere Geschäftspartner und spenden stattdessen dieses Geld", sagt Thomas Scheer, Geschäftsführer von Mitgas Netz. Dieses Mal fiel die Wahl auf die Neukieritzscher Selbsthilfegruppe. „Wir haben in Borna und Umgebung nachgefragt, wo Vereine Hilfe bedürfen. Bürgermeister Henry Graichen nannte uns dabei die Selbsthilfegruppe", erzählt Pressesprecherin Cornelia Sommerfeld. Die Mitgas Netz sei als örtlicher Netzbetreiber für Planung, Betrieb und Vermarktung des Gasnetzes zuständig. Im Netzgebiet, das weite Teile Sachsens und Sachsen-Anhalts sowie Thüringens und Brandenburgs umfasst, sind 187 000 Kunden ans Erdgasnetz angeschlossen. In diesem Jahr investierte Mitgas Netz unter anderem 26 000 Euro zur Verlegung einer Mitteldruckleitung zur Erschließung des Heizhauses Espenhain in der Otto-Heinig-Straße.

„Wir können dank der Spende unsere Gruppenarbeit weiter ausbauen. Sowohl für Neubetroffene als auch für bereits länger Erkrankte sind wir ein wichtiger Ansprechpartner", sagt Marlis Zagorski, Leiterin der Selbsthilfegruppe. Die Gruppe helfe auch, Ärzte oder Kuren zu vermitteln. Die Gruppe gibt es seit 1990. Ihr gehören derzeit 20 Mitglieder an. „Wir haben sechs Rollstuhlfahrer. Wenn wir gemeinsame Ausflüge unternehmen, brauchen wir spezielle Busse oder Autos", erzählt Zagorski.

„Die MS ist die Krankheit mit den Tausend Gesichtern. Sie ist in Verlauf und Beschwerdebild von Patient zu Patient unterschiedlich, so dass sich allgemeingültige Aussagen nur bedingt machen lassen", sagt Thomas Brosowski von der MS-Gruppe. Deshalb dauere es so lange, bis die Diagnose MS eindeutig erfolgen kann. Davon kann die 81-Jährige Ingeburg Haferkorn ein Lied singen. „Ich habe seit 1956 MS. Festgestellt worden ist sie 1991", so Haferkorn. „Bei mir ging es mit Ohrenschmerzen los. Erst mit 41 Jahren sagte mir ein Arzt, dass es etwas Nervliches sein könnte", so die 81-Jährige. „Viele von uns werden als Trinker hingestellt, da sie Gleichgewichtsstörungen haben. Du willst loslaufen. Es geht aber nicht. Du kommst nur schwankend voran", schildert sie weiter. „Als mein Mann noch lebte, und ich noch in keinem Rollstuhl saß, haben wir oft mit Freunden Urlaub gemacht. Doch daran ist heute nicht mehr zu denken. Es ist für Außenstehende zu beschwerlich", meint sie. So verliere man nach und nach die ehemaligen Freunde. Deshalb freue sie sich, dass die Gruppe vorhabe, dank der Spende einen gemeinsamen Ausflug zu organisieren.

„Wir werden die Mittel für Fahrten und Weiterbildung einsetzen", erklärt die Vorsitzende. „MS-Betroffene sind bei uns immer gern gesehen", wirbt sie. MS-Kranke würden auch zu Depressionen neigen. „Viele ziehen sich erst einmal zurück, wenn sie erfahren, dass sie MS-krank sind", weiß Brosowski. Durch die Gruppenarbeit könne man aus dem Tief wieder herauskommen. Doch dazu sei es erforderlich, dass man die Krankheit für sich akzeptiere, was nicht einfach sei.

Cornelia Braun

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