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Warten auf den Papa mit dem Auto

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Es war am Mittwoch schon kurz nach 14 Uhr und damit nach dem offiziellen Beginn des Lokführerstreiks, als noch ein allerletzter Zug auf dem Bornaer Bahnhof einrollte.

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Alle Räder stehen still, wenn es die Gewerkschaft der Lokführer will. So auch auf dem Bornaer Bahnhof.

Quelle: Thomas Kube

Borna. Es war die letzte Eisenbahn, bevor auch auf dem Bornaer Bahnhof Ruhe herrschte. Die Fahrgäste, die in Borna ausstiegen, waren froh, wenigstens so weit gekommen zu sein.

Etwa Julia Külbel. Die junge Frau kam aus Leipzig, wo sie eine Ausbildung zur Industriekauffrau absolviert. Weil sie vom Ausstand der Lokführer erfahren hatte, durfte sie sich eher auf den Heimweg machen als sonst. Ganz am Ziel war sie auf dem Bornaer Bahnhof allerdings noch nicht. "Ich muss nach Neukirchen", wohin sie üblicherweise auch mit dem Zug gekommen wäre. Gestern aber nicht. "Mein Vater holt ich mit dem Auto ab", zeigte sich die junge Frau erleichtert.

Davon konnte bei Heinz Kuhn aus Lobstädt keine Rede sein. Er war mit der S-Bahn nach Borna gefahren, um im Kaufland einzukaufen. Diese Idee ließ er allerdings recht schnell fallen, als er von einer Bekannten vom Lokführerstreik erfuhr. Da war es allerdings schon kurz vor 14 Uhr und damit zu spät. Bereits die S-Bahn mit der Abfahrtszeit 13.22 Uhr war auf dem Bahnhof stehen geblieben. Zu diesem Zeitpunkt standen schon fünf S-Bahn-Kurzzüge auf dem Bahnhof, von denen sich keiner mehr in Bewegung setzte. "Wie komme ich jetzt nach Hause", fragte sich Heinz Kuhn und wusste keine Antwort.

Auch Sebastian Rosse aus Zwenkau saß zunächst fest. Der Sechstklässler vom Bornaer Teichgymnasium hatte bereits die S-Bahn bestiegen, die sich im Normalfall 13.22 Uhr in Bewegung setzt, "aber wir wurden rausgeschmissen". Der Junge wartete auf den Bus, um über Böhlen nach Hause zu kommen.

Richtig sauer war Rolf Laube. Dabei wollte der 46-Jährige aus Geithain gestern Nachmittag gar nicht mit dem Zug fahren. "Ich will mir nur ein Bild machen", erklärte er in Begleitung seiner Freundin Simone Haase. Der Grund: Er musste heute, 6 Uhr, auf seiner Arbeitsstelle in Geithain sein, im Pflegeheim am Stadtpark. Laube hatte überhaupt kein Verständnis für den Lokführerstreik. "Das kotzt mich an. Ich habe kein Verständnis, wenn die Lokführer Lohnerhöhungen von fünf Prozent fordern." Und weiter: "Wofür denn?" Für ihn sind die Forderungen der Lokführer ebenso inakzeptabel wie der Piloten.

Wer gedacht hatte, der Lokführerstreik würde vielleicht zu einem kleinen Umsatzplus im S-Punkt, dem Reisezentrum, in dem es Fahrausweise ebenso wie Zeitungen und belegte Brötchen gibt, führen, der sah sich getäuscht. "Wir können auch nichts dafür", sagte Mitarbeiterin Sibylle Köhler. Sonst kommen auch die Lokführer hin und wieder in den S-Punkt. Gestern ließ sich offenbar keiner von ihnen dort blicken.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.10.2014
Nikos Natsidis

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