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Warum Regis nicht nach Borna will

Warum Regis nicht nach Borna will

Keine Gemeinde will mit Borna zusammengehen. Das ist der Eindruck, der sich nach der Entlassung von Deutzen aus der Verwaltungsgemeinschaft mit Regis-Breitingen vor Wochenfrist noch verstärkt.

Borna. Deutzen ist auf dem Weg, ein Neukieritzscher Ortsteil zu werden, und Regis dürfte irgendwann folgen. Bleibt die Frage, warum Borna speziell für Regis uninteressant bleibt. Dazu äußern sich die Spitzen der Stadtratsfraktionen.

Es ist noch nicht allzu lange her, dass es Verhandlungen zwischen Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) und ihrem damaligen Regiser Amtskollegen Thomas Kratzsch gab. Deren Fortsetzung wurde dann kurz vor knapp recht überraschend von Regiser Seite ausgesetzt. "Borna hat offenkundig kein Angebot gemacht, das den Regisern die Befürchtungen, von uns untergebuttert zu werden, genommen hat", sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Oliver Urban. Natürlich habe es im Hinblick auf eine potenziell gemeinsame Zukunft, sprich eine Eingemeindung von Regis nach Borna gegeben, etwa mit der Regiser Mittelschule. Immerhin leiste sich Regis beachtliche Dinge wie etwa eine kommunal betriebene Bowlingbahn, "und das hätte Borna alles geschluckt". Bei den Gesprächen zwischen Borna und Regis habe ein Moderator gefehlt. Immerhin könne Regis gegenüber Neukieritzsch eher auf Augenhöhe verhandeln, räumt der SPD-Landtagskandidat ein. "Für uns ist es aber ein Verlust."

Sein Linken-Kollege Gunther Sachse bedauert die Entwicklung. "Das ist schon sehr schade." Die Gespräche mit der Nachbarkommune im äußersten Westzipfel des Landkreises hätten noch einmal geführt werden müssen. "Da haben wir uns als Stadträte auch nicht mit Ruhm bekleckert." Sachse glaubt, die Stadträte hätten auch fraktionsweise mit ihren Regiser Partnern reden sollen, "schließlich haben die die gleichen Fraktionen wie wir". Das wäre wohl besser gewesen, als immer nur die Oberbürgermeisterin reden zu lassen. Und Sachse ist davon überzeugt, "dass die Außenwerbung und die Art und Weise, wie wir im Stadtrat miteinander umgehen", die Braut Borna nicht gerade verschönert hat. "Oder würden Sie da freiwillig nach Borna gehen?" Sachse weiter: "Wir tun uns keinen Gefallen, wie wir uns geben."

Der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Gerhard Artelt findet die Weichenstellungen in Regis ebenfalls "schade". Aber alles habe keinen Zweck, "wenn die Bürgermeister nicht zueinander finden". Die Stadt habe eine schlechte Außenwirkung, wobei sich die FDP-Fraktion nicht an den harten Auseinandersetzungen beteilige.

Für den CDU-Fraktionschef Roland Wübbeke hat die Ablehnung jeglichen Bornaer Werbens um anderer Kommunen mehrere Ursache. Zunächst liege das "an der schlechten Führung der Verwaltung durch die Oberbürgermeisterin". Die unbestreitbar schlechte Außendarstellung der Stadt liege aber nicht an der CDU, "denn wir weisen auf die Missstände in unserer Stadt hin". Angesichts des "Zerwürfnisses zwischen Oberbürgermeisterin und Bürgern" sei klar, dass die anderen Gemeinden Abstand von Borna nehmen, so der CDU-Frontmann. "Die Oberbürgermeisterin hat nichts unternommen, um die Zusammenarbeit mit den Umlandgemeinden voranzutreiben". Wübbeke sagt, es sei falsch, "absolut zu sein". Besser sei ein Politik der kleinen Schritte. Es müsse darum gehen, Vertrauen zu schaffen, "aber dazu ist Frau Luedtke nicht in der Lage". Das Desinteresse von Regis an einem Zusammengehen mit Borna sei nur ein Beispiel. "Die Oberbürgermeisterin nimmt ihre Aufgaben in Zweckverband Wasser/Abwasser nicht wahr." Wübbeke: "Wenn wir die Kurve nicht kriegen, wird sich nicht eine Kommune mit uns zusammentun."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.03.2014
Nikos Natsidis

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