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Borna Was 2019 in Pegau geplant ist
Region Borna Was 2019 in Pegau geplant ist
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14:03 10.01.2019
Im Juni wurde das sanierte Pegauer Stadtbad wieder eröffnet. Dafür sind zwei Millionen Euro Hochwassermittel geflossen. Quelle: Hans-Hermann Koch
Pegau

Attraktiv, lebenslustig, vielseitig, lebenswert – so beschreiben Besucher oft die Kleinstadt Pegau an der Elster. Was dieses Jahr alles für die Stadt und ihre Ortsteile getan wird, verriet der Bürgermeister Frank Rösel (parteilos) im großen LVZ-Interview.

Wenn Sie an 2018 denken: Was fällt Ihnen als Erstes dazu ein?

Natürlich unser Freibad, es war das Ereignis des Jahres! Wir haben es endlich geschafft, die Hochwasserschäden zu beseitigen und das Bad von Grund auf zu sanieren. Dafür sind immerhin zwei Millionen Euro Hochwassermittel und 250 000 Euro aus dem städtischen Haushalt geflossen. Zusätzlich wurde das Sanitärgebäude saniert. Die Pegauer hängen sehr an ihrem Bad und haben es mit Begeisterung angenommen. Ein 50-Meter-Schwimmbecken unter freiem Himmel findet man nicht mal in Leipzig.

Wird es den Badbus auch 2019 wieder geben?

Ja, natürlich. Das Angebot gilt zwar in erster Linie für Ferienkinder aus Kitzen, aber natürlich können ihn auch alle anderen Dorfbewohner nutzen.

Okay, weiter im Rückblick: Was ist außerdem erwähnenswert?

Wir haben die öffentliche Toilette hinter dem Rathaus aufgestellt und unseren Marktplatz mit einem Sandsteinbrunnen vervollständigt. Aber das sind nur zwei Punkte von einer Riesenliste mit 4,2 Millionen Euro Investitionen im vergangenen Jahr. Dazu gehören auch der Kanal- und Fußwegbau in Kleinschkorlopp, das neue Bürgerhaus in Wiederau oder die Gestaltung der Außenanlagen am Kindergarten „Sonnenschein“. Hinzu kommt noch die Einweihung der Flutbrücke auf der alten Straße nach Groitzsch als letzte Hochwassermaßnahme der Stadt.

Die Kindertagesstätten bleiben auch dieses Jahr wieder ein großes Thema in Pegau?

Ja, unsere Geburtenzahlen steigen, und wir möchten den jungen Familien ausreichend Krippen- und Kindergartenplätze anbieten. Wie gesagt, der Außenbereich an der Kita „Sonnenschein“ ist sehr schick geworden, mit neuen Wegen und Sitzgelegenheiten, einer Roller-Rundstrecke und mit schicken Containern für ihre Spielsachen. Außerdem haben wir begonnen, den ehemaligen Kulturraum in Wiederau für den Kindergarten umzubauen. Ende April rechnen wir mit der Fertigstellung des ersten Bauabschnittes. Dann wechseln wir in den vorderen Bereich.

30 Krippen- und 60 Kindergartenplätze

Wann ist Baustart für die Kita „Regenbogen“ im Vorwerk?

Die Baugenehmigung liegt bereits vor und im Haushalt 2019 sind 1,4 Millionen Euro anteilige Kosten dafür eingestellt. Als Nächstes werden die Gewerke öffentlich ausgeschrieben. Die Kita bekommt insgesamt 30 Krippen- und 60 Kindergartenplätze. Am 17. Januar findet ein Vor-Ort-Termin mit dem Landesjugendamt in unserem alten Hortgebäude statt. Dort möchten wir Krippenkinder betreuen, bis die neue Einrichtung steht. Wir können die jungen Eltern ja nicht zwei Jahre warten lassen... Für diese Zwischenlösung wird der vordere, obere Teil des Hortes genutzt, wir haben alles schick gemacht und gemalert.

Wie viele Einwohner hat Pegau aktuell?

Das Statistische Landesamt meldet zum Stichtag 30. Juni 2018 insgesamt 6274 Einwohner, das sind zwei weniger als ein Jahr zuvor. Unsere Einwohnerzahlen sind seit fünf Jahren stabil, es gibt mal ein halbes Prozent Schwankung, aber das ist normal. Ich freue mich sehr darüber. Viele Zuzügler schätzen vor allem die gute Lage zu Leipzig, die intakte Infrastruktur, den öffentlichen Nahverkehr und natürlich unsere attraktive Innenstadt. Der Bahnverkehr wird in Zukunft weiter zunehmen, wir möchten gern eine halbstündige S-Bahn-Verbindung nach Leipzig haben. Auch in unseren attraktiven Ortsteilen lassen sich vermehrt Zuzügler nieder.

Aussichtsturm geplant

Eine neue Attraktion für Einheimische und Gäste soll auf dem Kippengelände Pegau-Nord entstehen...

Ja, dort ist ein Aussichtsturm geplant. Die Baugenehmigung liegt bereits vor. Der Turm wirkt etwas futuristisch, er wird viereckig und 29 Meter hoch sein. Von oben blicken Besucher bis zur Bistumshöhe Markkleeberg und zur Halde Trages. Vor allem für Wanderer und Radfahrer, die dort regelmäßig langkommen, ist das eine Attraktion. Wir sind guter Dinge und freuen uns darauf.

Womit beschäftigt sich die Stadt 2019 weiter?

Ein großes Thema ist die Erweiterung der Grundschule. Im Moment sind wir dabei, verschiedene Varianten für den Anbau zu prüfen. Das wird vor allem aus Denkmalschutzgründen eine Herausforderung. Wir brauchen dringend neue Klassenzimmer. Außerdem schaffen wir mit dem Kanal- und Straßenbau am Kirchweg in Schkorlopp die Voraussetzungen für das neue Wohngebiet mit 26 Bauplätzen. Wir bringen eine Reihe von Planungsleistungen voran, etwa für die Erweiterung des Schulsportplatzes, und wir erwerben ein neues Fahrzeug für die Feuerwehr, ein sogenanntes Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 20. Das ist eine Art Universalfahrzeug und kann für jeden Einsatz genutzt werden. Das Vorgängermodell ist 18 Jahre alt, aber noch sehr gut erhalten. Es wird deshalb nicht verschrottet, sondern kommt nach Schkorlopp.

Gibt es Neuigkeiten hinsichtlich der Mineralstoffdeponie Profen-Nord?

Der Stand ist noch wie vor einem Jahr: Der Sofortvollzug wurde aufgehoben, es darf also nicht gebaut werden. Das Hauptverfahren ist ausgesetzt. Der Burgenlandkreis als Genehmigungsbehörde versucht nun, die Verfahrensfehler zu beheben und die Deponie durchzusetzen. Aber das dauert weiter an, es gibt keinen neuen Sachstand dazu.

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Ein anderer Aufreger waren die reduzierten Öffnungszeiten in der Sparkasse. Gibt es hier Entspannung?

Trotz zweier Unterschriftensammlungen und mehrerer Protestbriefe haben wir bis heute keine zufriedenstellende Reaktion erhalten. Die Senkung der Öffnungszeiten von 34 auf 7,5 Stunden pro Woche in einer Stadt wie Pegau sind ein großes Ärgernis. Wenn ich sehe, dass die Filiale besetzt ist und Licht brennt – und die Kunden stehen vor verschlossenen Türen, dann verstehe ich das nicht. Das grämt mich als Bürgermeister, genauso den Stadtrat und die Bürger. Ich werde wohl mal wieder einen Vorstoß wagen.

Von allen Baufortschritten abgesehen: Worauf freuen Sie sich 2019 noch?

Großstorkwitz feiert sein 900-jähriges Bestehen mit einer Reihe von Veranstaltungen, die Feuerwehr Pegau wird 150 Jahre alt, und der Karneval-Klub steht in seiner 55. Saison. Außerdem gibt es wieder das Altstadtfest, ein Oldtimertreffen, Schützenfest und mehrere kleinere Festlichkeiten. Das alles macht Pegau aus.

Von Kathrin Haase

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