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Borna Was die Kormorane übrig ließen: Abfischen am Breiten Teich in Borna
Region Borna Was die Kormorane übrig ließen: Abfischen am Breiten Teich in Borna
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06:00 23.10.2017
Teichpächter Udo Wolf (2.v.l.) fischt unter den Augen neugieriger Besucher ab, was die Kormorane übrig ließen. Quelle: Gislinde Redepenning
Borna

Das Abfischen lockte am Sonnabend zahlreiche Neugierige zum Breiten Teich in Borna. Wie in jedem Jahr gab es zum feuchten Spektakel Kulinarisches rund um den Fisch zu kaufen und zu genießen.

Das trübe Wasser brodelte, als sich das Netz von Teichpächter Udo Wolf und seinen Mitarbeitern um die wild zappelnden Fische zuzog. Wer einen Platz in der vordersten Reihe erkämpft hatte, durfte nicht wasserscheu sein, er bekam so manchen Spritzer ab und konnte das eine oder andere vorwitzige Fischlein beobachten, das zur Gaudi der kleinen Zuschauer übers Netz in die Freiheit hüpfte.

Die anderen wanderten mit Keschern in einen Kübel und wurden in eine lange Rinne geschüttet. Von hier aus ging die Reise weiter in große Bottiche. Zu den gestandenen Männern, die im Akkord nach dem quirligen Fang griffen, gesellten sich schnell junge Helfer. So mancher Nachwuchsfischer, der nur mal mit dem Zeigefinger ein Tier anfassen wollte, packte beherzt mit an. Udo Wolf beantwortete derweil jede Frage.

Zierfische wie Kois oder der ursprünglich aus Ostasien stammende Silberkarpfen gehören zum Bestand, um einem übermäßigen Algenbefall im Teich auf natürliche Weise den Garaus zu machen. „Silber-, Schuppen- oder Spiegelkarpfen kommen in eigene Winterteiche, die sortieren wir hier vor“, erklärte Wolf, der die Teichwirtschaft Beucha betreibt.

Wirklich gesund sahen wenige Fische aus, die meisten hatten Verletzungen, Schrammen und Narben von Schnabelhieben. „Der wurde im letzten halben Jahr schon dreimal gefressen und wieder ausgespuckt, weil er wohl zu groß war“, erläutert der Fachmann die auch für den Laien sichtbaren Läsionen eines Karpfens. „Den Winter wird er nicht überleben.“

Die Täter seien Kormorane, die sich in den frühen Morgenstunden hier in Massen versammelten, hat Wolf beobachtet. Der Naturschutzbund Deutschland hat den Kormoran zum Vogel des Jahres 2010 gekürt, Teichwirten ist er ein Dorn im Auge. Aus den drei im Frühjahr ausgesetzten Tonnen Fisch müssten im Laufe des Sommers eigentlich sechs werden, doch beklagt Wolf rund 50 Prozent Verlust. Und die Rate steigt rapide. „Das ist eine Katastrophe, aber es interessiert niemanden“, kritisiert er und blickt sorgenvoll in die Zukunft. Wie lange er die Verdienstausfälle noch kompensieren könne, stehe in den Sternen. Die aufgestellte Vogelscheuche sieht zwar originell aus, die Vögel lassen sich jedoch nicht vom gedeckten Tisch verjagen.

Der Sorgen ungeachtet ließ sich das Publikum den mitgebrachten Fisch schmecken und wartete geduldig in langen Schlangen an den Ständen mit Wermsdorfer Fischsuppe und Welsnuggets im Bierteig, Fischerpfanne vom Felsfilet mit Schmorgemüse und Kräuterdressing, gegrillter Forelle, Aal, Saibling, Butterfisch, Heilbutt oder Schillerlocke.

Von Gislinde Redepenning

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