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Was im Keller stand, war hinüber

Was im Keller stand, war hinüber

BORNA. Es war ein trauriges Bild, als Dieter Noeske vor Jahresfrist in der Platekaer Straße in Zedtlitz stand. Hinter ihm Wasser, so dass er keine Chance mehr hatte, zu seinem Haus zu gelangen, das vielleicht 30 Meter hinter ihm lag.

Und Dieter Noeske war Anfang Juni 2013 keineswegs der einzige, der unter dem der Flut zu leiden hatte. Auch wenn es andere Orte schlimmer traf: Es war einer der schwärzesten Tage in der jüngeren Bornaer Geschichte.

Bereits in der Nacht zum 3. Juni waren viele Bornaer von der Polizei mit der Maßgabe geweckt worden, ihre Fahrzeuge etwa aus der Seumestraße oder vom Breiten Teich weg in höhere Gefilde zu fahren. An der Dinterschule und am Teichgymnasium fiel der Unterricht aus. Die kleine Wyhra war zu einem großen Strom geworden. Das Wasser stand in der Angerstraße 8 bis zur Oberkante des Kellers. Der Schillerpark und die benachbarten Gartenanlagen standen unter Wasser. Zwischen Plateka und Zedtlitz hieß es Land unter - dort, wo Dieter Noeske und seine Familie wohnen.

Sohn Mirco Noeske erinnert sich, dass das Wasser immer weiter stieg. Zwar gab es Pumpen im Keller des zweistöckigen Hauses, aber die versagten, als der Strom ausgeschaltet wurde. Die Feuerwehr hatte den Bewohnern des Hauses empfohlen, das Gebäude zu verlasen. Die Familie Noeske war auf dem Wochenendgrundstück untergekommen, während Sohn Mirco, 44 Jahre, immer wieder zurück kam - "in Wathosen wie ein Angler", so dass er durch die Brühe laufen konnte. Was er entdeckte, gehörte zum Leiden vieler Bornaer während des Juni-Hochwassers. Was im Keller stand, Waschmaschine und Trockner, war hinüber. Schäden, für die die Familie allerdings von seiten des Freistaates kein Cent sah. Immerhin, sagt Mirco Noeske, "die Versicherung hat gezahlt". Dennoch empfindet er es als ungerecht, dass Leute, die eine Keller im Haus haben, schlechter gestellt sind als Hauseigentümer mit lediglich einer Bodenplatte.

So wie Familie Noeske, zusammen fünf Leute, ging es vielen beim Hochwasser. Allerdings hat niemand in der Stadt auch nur annähernd einen Überblick über die Höhe der privaten Wasserschäden in Borna. Immerhin kann Bürgermeister Frank Stengel (parteilos) sagen, wie hoch die Schäden an städtischen Gebäuden und Flächen sind. "Insgesamt 273 000 Euro." Die Stadt hat danach beim Landesamt für Straßen und Verkehr sowie bei der Sächsischen Aufbaubank Gelder für die Instandsetzung von Wegen im Schillerpark, der Zufahrtsstraße zum Harthsee in Neukirchen und des Zwölfbogenweges einschließlich der Anbindung an die Platekaer Straße beantragt. Außerdem soll es Mittel geben, um einen Spielplatz instand zu setzen. Keine Aussicht auf staatliche Gelder haben dagegen Blau-Gelb Borna und der Bornaer Tennisclub 2001. Für deren Sportstätten, die Hockeyanlage und die Tennisanlage, gibt es nach Angaben von Bürgermeister Stengel kein Geld.

Bisher aber habe die Stadt überhaupt noch keinen Euro gesehen. Zwar habe sie die Mittel im Februar beantragt, passiert sei aber bisher nichts. An sich sollten die Arbeiten jetzt beginnen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.06.2014
Nikos Natsidis

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