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Borna Waschbären werden auch im Landkreis Leipzig immer mehr zur Plage
Region Borna Waschbären werden auch im Landkreis Leipzig immer mehr zur Plage
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00:18 23.07.2017
Werden auch im Landkreis Leipzig zur Plage: Waschbären. Quelle: dpa
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Sie sind auf den ersten Blick possierlich. Aber Waschbären sind Schädlinge und gehören weder ins Muldental noch ins Leipziger Land und an sich überhaupt nicht nach Deutschland: Tiere, die sich seit einem knappen Jahrhundert auch in unseren Breitengraden heimisch fühlen und zunehmend zur Plage werden, wie Yvonne Mucke, die Chefin des Kreisjagdverbandes Muldental, sagt. Sie fordert deshalb eine Abschussprämie, damit sich die Jäger des Tieres annehmen.

„Gegen Waschbären helfen nur Fallen“, sagt Michael Kracht vom Kreisjagdverband Muldental, in dem 274 Jäger erfasst sind. Deren Aufstellung gehört zu den Dienstleistungen, die die Waidmänner anbieten. Während etwa die so genannten Stadttrapper in der Großstadt Leipzig anrücken, wenn jemand einen Waschbären im Dach oder im Garten hat und nicht mehr los wird, übernehmen das die organisierten Jäger im Landkreis Leipzig. Aufgestellt werden allerdings nur Lebendfallen, was zur Folge hat, dass bei deren erfolgreichem Zuschnappen ein Jäger für den finalen Schuss anrücken muss. „Die Tiere dürfen nicht mehr herausgelassen werden“, macht Jägerin Mucke klar. Das ist anders als etwa bei Füchsen. Waschbären gelten als Neozoen, als Tierarten, die sich in einem Gebiet niedergelassen haben, in dem sie vorher nicht heimisch waren.

Im Falle der Waschbären bedeutet das, dass sie in Deutschland keine natürlichen Feinde haben. Dafür aber einen reich gedeckten Tisch. Auf ihrem Speisezettel finden sich Reptilien ebenso wie kleine Rehkitze. Auch gut gefüllte Abfallbehälter ziehen die Tiere, die außerordentlich gut klettern können und etwa zehn Kilo schwer werden, an. Es sei deshalb kein Wunder, dass Waschbären zu den größten Populationen in der lokalen Tierwelt gehören. Kracht: „Die Kurve bei den Waschbären geht sprunghaft nach oben.“ Das ist schlichte Mathematik. Vier bis sechs Junge gibt es pro Wurf. Wie viele Waschbären es überhaupt gibt, in Deutschland oder auch im Muldental, lasse sich jedenfalls nicht sagen.

An der Tatsache, dass ihre Zahl begrenzt werden muss, lassen Mucke und Kracht keine Zweifel. Dazu fehle es allerdings an Anreizen für die Jägerschaft. Zwar werden bei den üblichen Treibjagden auch Waschbären aufgestöbert, so dass sie den Jägern vor die Flinte kommen. Der Abschuss der Tiere lohne sich aber nur bedingt, Kracht: „Wenn wir Rehwild oder Wildschweine erlegen, bringt uns das mehr.“ Damit sich der Aufwand für die Eindämmung der gefräßigen Waschbären wenigstens etwas lohnt, „sollten wir eine Abschussprämie bekommen“. Vielleicht vergleichbar dem, was es vor Jahren für den Abschuss von Füchsen gab, die zur Serum-Gewinnung genutzt wurden. Wobei es den Jägern nicht primär ums Geld geht. Sie sehen es vielmehr als ihre Aufgabe, in Sachen Waschbär regulierend einzugreifen. Schließlich, sagen Yvonne Mucke und Michael Kracht, „sind wir auch Naturschützer“.

Von Nikos Natsidis

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