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Borna Wasserwacht: Badeabsicherung an den Seen im Leipziger Land scheitert am Geld
Region Borna Wasserwacht: Badeabsicherung an den Seen im Leipziger Land scheitert am Geld
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12:00 17.06.2016
In Sachsen hat die DRK-Wasserwacht rund 5000 Mitglieder. Im Leipziger Land wird sie kaum für die Absicherung der Badegewässer verpflichtet. Quelle: Heike Liesaus
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Borna

Sie würden schon, aber sie kommen nicht zum Zuge. Die Mitglieder der DRK-Wasserwacht Leipzig-Land, zu deren Aufgaben die Sicherung des Badebetriebes an Badegewässern gehört. Dafür sind sie schließlich ausgebildet, macht Marcel Knabe, Leiter der DRK-Wasserwacht, klar. Ihr Einsatz scheitere aber an den Kosten. „Für viele Kommune ist das zu viel.“ Dabei wäre der Einsatz der Wasserwacht oftmals lebenswichtig.

So etwa am Auenhainer Strand am Markkleeberger See, wo es kürzlich einen tödlichen Badeunfall gab. Dort allerdings gibt es ebenso wie an den anderen neuen Gewässern im Leipziger Südraum keine Badebewachung. Das gilt auch für den Hainer See, der zum Baden einlädt, so Chef Knabe. In den vier Ortsgruppen der Wasserwacht Leipzig-Land Borna, Markkleeberg, Taucha und Zwenkau sind mehr als 90 Mitglieder organisiert. „Und wir stehen im Prinzip Gewehr bei Fuß“, sagt Knabe.

Dass die Leute, die die entsprechende Ausbildung für die Rettung von Menschen im Wasser haben, nicht zum Einsatz kommen, liegt letztlich am Geld. Knabe: „Wenn wir zwischen Mitte Mai und Mitte September jedes Wochenende an einem Badegewässer absichern, kostet das vielleicht 10.000 Euro.“ Geld, mit dem im Zweifelsfall Menschenleben gerettet werden können. „Aber das ist bei den Kommunen nicht da.“

Ein Problem, das es im gesamten Freistaat Sachsen gibt, wie Joachim Weiß, Landesreferent der Wasserwacht, sagt. In den letzten Jahren sei die Tendenz zu beobachten, „dass die Betreiber der Badegewässer in den Ausschreibungen allein auf den Preis und nicht die Qualität der Dienstleistung schauen“. Wenn es darauf ankomme, werde der Wachdienst am Wasser lieber vollständig eingespart.

Dabei sprechen die Fakten für einen flächendeckenden Einsatz der Wasserwacht. Immerhin geschehen 80 Prozent aller tödlichen Badeunfälle in Deutschland an Binnengewässern. Die DRK-Wasserwacht habe den Anspruch einer möglichst hohen Absicherungsquote an den sächsischen Gewässern, so Weiß weiter. Sie sei dabei aber auf den Willen der kommunalen und politischen Entscheidungsträger angewiesen.

Allerdings existiere für die Betreiber von Badegewässern keine gesetzliche Pflicht zur Absicherung ihrer Gewässer. Die ehrenamtlichen Wasserretter, von denen es im Freistaat etwa 5000 gibt, erhalten für ihren Dienst am Ufer lediglich eine Aufwandsentschädigung von wenigen Euro pro Tag.

Von Nikos Natsidis

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