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Borna Wellness für den Altar
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13:32 10.12.2009
Rötha

Ungeachtet dessen rührt der Förderverein zur Restaurierung der Marienkirche weiter fleißig die Werbetrommel, um Spendengelder für das Gotteshaus zu bekommen.  Tatsache ist: Die Geschichte des Altars, der um 1525 in einer Leipziger Werkstatt entstanden ist, gibt noch etliche Rätsel auf. Details zu seinem Meister, der sich dereinst wohl von niederbayrischen Einflüssen eines Hans Leinberger beeinflussen ließ, sind vage und nicht erforscht. Ein Kollege im Landesamt für Denkmalpflege arbeite daran, erläuterte Restaurator Andreas Schulze bei einem Vororttermin mit dem Förderverein am Mittwochabend. Und nicht nur das: Weil der Altar von hoher künstlerischer Qualität (Schnitzkunst) ist und als holzsichtiges Exemplar obendrein eine technologische Besonderheit aufweist – er war Untersuchungen zufolge nie farbig – übernimmt das Amt die Restaurierung für die Kirchgemeinde. Unentgeltlich.Im August hatten Fachleute den seltenen Opfertisch drei Tage lang gründlich untersucht und erste Maßnahmen veranlasst. Dazu gehörte eine Reinigung. Sie stellten indes auch fest, dass bei früheren Restaurationen vorsichtig vorgegangen worden war, um altes zu bewahren. So findet sich an der rechten Seite noch ein Teil der barocken Fassung. Das sei eine für damalige Verhältnisse sehr moderne Restaurierung gewesen, so Schulze.Momentan wird das zerbrochene Schleierbrett in der Dresdener Behörde restauriert. Auch andere Details des liturgischen Möbels bedürfen einer Kur. Dazu gehören die drei Figuren auf dem Altar, die laut Schulze extrem verschmutzt und instabil sind. Die könnten im Amt hergerichtet werden, schlug er vor. Weitere Dinge seien vor Ort möglich. Welche konkreten Maßnahmen noch zu veranlassen sind, wird mit Kirchgemeinde und Förderverein noch zu debattieren sein. Grundsätzlich geht es um die behutsame Erhaltung des Altars, der viele Höhen und Tiefen überstanden hat. Alte Akten dokumentieren Schäden durch Blitzeinschläge 1820 und 1826, mangelnde Standfestigkeit, Holzwurmbefall, Risse in Fugen und Fehlstellen. Auch von Kriminellen blieb der Altar, der nach dem Zweiten Weltkrieg in einer damals stark beschädigten Kirche offen zugänglich war, nicht verschont. 1948 wurde das Abendmahlrelief gestohlen. Die Fahndung danach verlief ergebnislos. In den 50er-Jahren war der Abriss der Marienkirche quasi beschlossene Sache, um Material für den DDR-Wohnungsbau zu gewinnen. Es kam glücklicherweise anders...

Saskia Grätz

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