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Weltmeisterschaft der Marching Bands: Groitzscher spielen in Kalifornien

Musik Weltmeisterschaft der Marching Bands: Groitzscher spielen in Kalifornien

Auf die Groitzscher Spielleute wartet ein turbulentes und arbeitsreiches Jahr 2017: Im Mittelpunkt steht die Weltmeisterschaft der Marching Bands Ende November im kalifornischen Palm Springs. Mit einem Probelager im April und der Fanfaronade im Juni in Brandenburg wollen sich die Musiker auf diesen Einsatz vorbereiten.

Bei der Fanfaronade Anfang Juni in Neustrelitz wurden die Groitzscher Spielleute Vizemeister in der Kategorie Offene Klasse Marsch.

Quelle: Groitzscher Spielleute

Groitzsch. In Palm Springs spieltdie Musik. Vom 28. November bis 3. Dezember 2017 treffen sich die weltbesten Spielmannszüge unter kalifornischer Sonne zur Meisterschaft der World Association of Marching Show Bands (WAMSB) – und darunter auch das Groitzscher Ensemble unter der Leitung von Heiko Krumbholz. Qualifiziert haben sich die Schusterstädter mit dem vierten Platz bei der Europameisterschaft im niedersächsischen Rastede und dem Vizemeistertitel bei der Fanfaronade Anfang Juni in Neustrelitz. „Wir wollen uns die einmalige Chance nicht entgehen lassen, im Mutterland der Marching Bands an einer Weltmeisterschaft teilzunehmen“, so der Vereinsvorsitzende.

Unter dem Slogan „Groitzsch meets california“ (Groitzsch trifft Kalifornien) machen die Spielleute ordentlich Werbung für ihr ehrgeiziges Vorhaben. Denn das spannendste und zugleich größte Projekt ihrer fast 14-jährigen Vereinsgeschichte kostet viel Geld. Mit 30 Mann, so ist der Plan, wolle man Ende November in den Flieger nach Kalifornien steigen und die Stadtfarben Rot-Weiß nach außen tragen. Pro Person werden annähernd 2000 Euro Kosten inklusive Flug, Unterkunft, Verpflegung und Wettkampfgebühren veranschlagt; Geld, das nicht mal eben auf der hohen Kante liegt. „Allein für Übergepäck wie zum Beispiel unsere Pauke müssen wir mehrere Hundert Euro zahlen“, rechnet Krumbholz zusammen.

Neben der Suche nach Sponsoren und sonstigen Unterstützern stehen den Groitzschern anstrengende Wochen bevor. Anfang April geht es für vier Tage in ein Probelager; Anfang Juni steht die Fanfaronade im brandenburgischen Großräschen im Kalender, dann beginnt schon die heiße Phase der WM-Vorbereitung. „Es wartet eine Menge Arbeit auf uns, sei es im Bereich der Finanzierung, Logistik, Reiseplanung und natürlich die Wettkampfvorbereitung. Aber mit so einem Ziel vor Augen sind alle unsere Mitglieder bis oben hin hochmotiviert“, gibt der Verein bekannt. „Eine Band, ein Traum, ein Ziel“ heißt es auf seiner Internetseite.

Bis dahin stellen die Musiker ihr Können immer wieder bei kleineren Auftritten unter Beweis – zusammen mit der Drumshow SchwarzWeiß, die Sohn Florian Krumbholz leitet, sind es um die 20 pro Jahr. Zurzeit zählt der Groitzscher Spielmannszug 42 Mitglieder im Alter von sechs bis 53 Jahren. Für Neuzugänge stehen die Türen jederzeit offen, wobei es keine Altersgrenze nach oben gibt. Der Nachwuchs könne auch 20 oder 30 Jahre alt sein und somit Abgänge aufgrund von Studium, Wegzügen oder beruflichen Verpflichtungen abfedern. Geprobt wird jeden Mittwoch von 17 bis 20 Uhr. Interessenten können zur Übungsstunde im Vereinshaus Altenburger Straße 2 in Groitzsch einfach vorbeischauen und sich von den Schlaginstrumenten, aber auch von Flöten, Signalhorn, Lyra oder Becken begeistern lassen.

Die Wurzeln des heutigen Spielmannszuges liegen schon länger im Boden. 1930 gründete der Arbeitersportverein „Freie Turnerschaft“ in Groitzsch einen Kinderspielmannszug. Nach langer Zwangspause gab es 1956 einen Neubeginn. Bald waren die Spielleute zu allen Höhepunkten in und außerhalb von Groitzsch nicht mehr wegzudenken, sie nahmen an Sportfesten des Deutschen Turn- und Sportbundes teil und richteten die Bezirksmeisterschaften aus. 1970 gewannen sie den Bezirksmeistertitel. Nach der politischen Wende zerfiel der Verein zunächst und wurde im Frühjahr 2003 als Groitzscher Spielleute neu gegründet.

Von Kathrin Haase

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