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Wende-Gedenken ohne viele Worte

Wende-Gedenken ohne viele Worte

Andernorts gibt es große Oper. In Borna wird des Jubiläums 25 Jahre Wende/friedliche Revolution eher still gedacht. Die Stadt plant am 8. Oktober ein festliches Konzert mit der Sächsischen Bläserphilharmonie im Stadtkulturhaus, bei dem es allerdings keine großen Reden geben soll, kündigt Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) an.

Borna. Sie selbst werde die Gäste aber begrüßen. Was wie eine verständliche Konsequenz aus den Querelen um das Wende-Gedenken vor fünf Jahren aussieht, stößt im bürgerlichen Lager auf Unverständnis. Während Roland Wübbeke, als CDU-Stadtratsfraktionsvorsitzender der starke Mann seiner Partei, eine CDU-eigene Gedenkveranstaltung ankündigt, "weil von der Stadt nichts gemacht wird", sieht der ehemalige Oberbürgermeister Bernd Schröter (Bürger für Borna/BfB) die Sache grundsätzlicher. Nachdem die überwiegende Mehrheit der Menschen vor 1989 "nur über den Vorhang gucken konnte", seien die allermeisten Menschen mit der Entwicklung seither sehr zufrieden. Es sei schade, dass seitens der Stadt diesbezüglich nicht mehr geplant sei als ein Konzert. Es gebe eben immer noch einige, die bedauerten, wie alles seit dem Ende des Realsozialismus gekommen sei, vermutet der Vorsitzende der Stadtratsfraktion von BfB und Freien Wählern Borna (BfB). Das sei auch bei den Landtagswahlen wieder deutlich geworden. Während aber früher alles grau gewesen und Borna eine der dreckigsten Städte in Deutschland gewesen sei, "ist jetzt alles sauber und grün". Borna sei nicht wiederzuerkennen.

Größere Veranstaltungen anlässlich des Wende-Jubiläums gab es etwa 1999, als der damalige Oberbürgermeister Bernhard Schubert (SPD) Superintendent Matthias Weismann als Hauptredner zu einer Festveranstaltung im Goldenen Stern eingeladen hatte. Zehn Jahre später, ein Jahr nach Amtsantritt der heutigen Oberbürgermeisterin Luedtke gab es Theater, weil die Stadt den früheren Leipziger SED-Bezirkssekretär Kurt Meyer auf der städtischen Veranstaltung zum Wende-Jubiläum sprechen lassen wollte. Zwar war Meyer einer der berühmten Leipziger Sechs, die am 9. Oktober 1989 mit dem von Gewandhauskapellmeister Kurt Masur verlesenen Aufruf zur Gewaltlosigkeit für den entscheidenden Durchbruch im Herbst '89 sorgten. Für viele aber blieb der Ex-Funktionär ein rotes Tuch. Oberbürgermeisterin Luedtke ruderte schließlich zurück, nachdem Meyer von sich aus seine Teilnahme an der Bornaer Veranstaltung abgesagt hatte.

In diesem Jahr nun spielen die Musiker der Sächsischen Bläserphilharmonie für geladenen Gäste. Auf dem Programm stehen Werke von Johann Sebastian Bach, Richard Wagner, dem zeitgenössischen Komponisten Christian Sprenger und dem Ukrainer Dimitri Bortniansky. Claudia Scheibe spricht eigene Texte.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.09.2014
Nikos Natsidis

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