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Wenig Chancen für BNA

Wenig Chancen für BNA

Borna. Die Chancen, dass Bornaer wieder mit dem Kennzeichen BNA an ihren Fahrzeugen durch die Weltgeschichte reisen können, sind durchwachsen.

. Zwar findet der Vorstoß der beiden fraktionslosen Stadträte Brigitta Ast und Sebastian Stieler auch Befürworter unter den Stadträten. Allerdings macht keine Fraktion Anstalten, die Angelegenheit von sich aus zu betreiben und dafür zu sorgen, dass sie zum Thema im Stadtrat wird.

Persönlich könnte Gunther Sachse damit leben, wenn Bornaer die Möglichkeit bekommen würden, das Kennzeichen BNA an ihr Fahrzeug zu schrauben. „Wir würden uns sicher nicht dagegen stemmen", erklärt der Vorsitzende der Linken-Stadtratsfraktion. Das bedeutet allerdings nicht, dass Sachse und die Seinen aktiv werden, um die Sache auch auf die Tagesordnung der nächsten Stadtratssitzung zu machen. Das aber wäre nach Ansicht der Initiatoren der BNA-Wiedereinführung wie Stieler und Ast notwendig, um das alt-neue Kennzeichen möglich zu machen. Und der Grüne Axel Meier, der sich gleichfalls für BNA starkmacht, betont, „dass es nur zwei Minuten dauern würde, um im Stadtrat eine Entscheidung zu fällen". Die Stadträte müssten lediglich dafür – oder auch dagegen – stimmen, damit mit einem entsprechenden Antrag alles Weitere im Dresdner Wirtschaftsministerium veranlasst werden könne. Für Linken-Fraktionschef Sachse ist es allerdings fraglich, ob es dazu eines Stadtratsbeschlusses bedarf, für den der Hauptausschuss auf seiner Sitzung am Montag, 18 Uhr, im Ratssaal die Weichen stellen müsste. „Vielleicht geht das auch auf dem kurzen Dienstweg."

Für Joachim Steinhäußer, den Kopf der FDP-Fraktion ist die Sache kein ernsthaftes Thema – „obwohl sich von mir aus jeder ein BNA ans Auto heften kann". Allerdings nicht ans Nummernschild, weil sich die Frage stelle, wer das bezahle. In Sachsen müsse überall gespart werden, weshalb es durchaus wichtigere Dinge als ein Autokennzeichen von früher gebe. Und überhaupt, so Steinhäußer weiter: Was sollten denn die Einwohner von Geithain oder Groitzsch sagen. Die habe niemand gefragt, ob sie mit einem BNA unterwegs sein wollten. „Das ist für mich Populismus." Seit 18 Jahren gebe es kein BNA mehr, „das ist ein Provinzkennzeichen". Die Unternehmen seien ohnehin nicht scharf auf BNA. Wie die FDP-Fraktion aber reagiere, wenn es im Stadtrat in der Angelegenheit zum Schwure kommt, „da sind wir noch nicht schlüssig", sagt Steinhäußer.

Abneigung gegen BNA gibt es auch bei der CDU. Deren Fraktionschef Roland Wübbeke unterstützt das Ansinnen von Ast und Stieler ausdrücklich nicht, weil sich dahinter auch eine Art Separatismus der Kreisstadt gegenüber dem Landkreis verberge. „Wir denken, es wäre ein falsches Zeichen in Bezug auf den Kreis, aber auch auf Leipzig und das Neuseenland." Und auch für Wübbeke stehen mögliche Kosten im Raum. „Das ist nicht geklärt."

Nach Überzeugung des SPD-Fraktionsvorsitzenden Dietmar Stein gibt es wichtigere Dinge als die Bemühungen um die Wiedereinführung des alten Kennzeichens. „Wir werden jedenfalls keine Initiative dafür ergreifen." Blockieren werde die SPD eventuelle Bemühungen darum allerdings auch nicht. Mit Grimma sei Borna in diesem Fall nicht zu vergleichen, weil die einstige Kreisstadt ohnehin so etwas wie „Alleinvertretungsansprüche" habe. Für das Zusammenwachsen des Landkreises Leipzig sei die Wiedereinführung von BNA hinderlich, sagt Stein.

Allerdings gab es Zeiten, in denen die Bornaer SPD sehr wohl um das Kennzeichens BNA kämpfte. Es war zu Zeiten des SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Dirk Tandeck, als sich die Sozialdemokraten für das Traditionskennzeichen starkmachten. Tandeck war mit dieser Position seinerzeit auch im MDR-Sachsenspiegel zu Wort gekommen.

Bleibt die Frage, wie die Rathauschefin zu der Sache steht. Sie erkenne dafür keinen Bedarf", erklärt Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke), sie habe aber mit dem Kennzeichen BNA auch kein Problem.

Nikos Natsidis

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Landkreis: Leipzig

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