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Wenn Not erfinderisch macht: Ausstellung zeigt Kleidung des Ostens

Wenn Not erfinderisch macht: Ausstellung zeigt Kleidung des Ostens

Kittelschürzen mit Blümchenmuster, Pionierhemden und Halstücher, Kleider aus Präsent 20 und Röcke aus Tischdecken: In die obere Etage des Frohburger Schlosses ist die Vergangenheit eingezogen.

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Konstanze Jurzok (l.) und Marion Buschmann haben die Ausstellung früherer Kleidung im Osten liebevoll in Szene gesetzt.

Quelle: Julia Tonne

Frohburg. Das Museum zeigt die neue Ausstellung "Chic im Osten".

Mit Hilfe der Buchautorin Ute Scheffler, die vor einigen Jahren das gleichnamige Buch herausbrachte, haben Konstanze Jurzok, Leiterin des Museums, und ihre Kollegin Marion Buschmann eine Schau zusammengestellt, die schon zur Eröffnung am Freitagnachmittag mehr als 150 Besucher lockte. "Hier gibt es den Blick in die Vergangenheit, hier werden sie vieles finden, was sie an frühere Erlebnisse zu DDR-Zeiten erinnert", versprach Scheffler. Und sie sollte recht behalten, denn in allen Räumen waren Ausrufe zu hören wie: "Mensch, so etwas hatte ich zur Einschulung an" und "Der Stoff hat immer gekratzt".

Auch Jurzok war vom Andrang zur Saisoneröffnung überrascht. "Das ist überwältigend, wie viele das sehen wollen", sagte sie. Die drei Frauen hatten die Ausstellungsstücke perfekt in Szene gesetzt. Diese kamen fast ausschließlich durch den Aufruf zusammen, Kleidungsstücke aus DDR-Zeiten als Leihgabe zur Verfügung zu stellen. Weit mehr als 70 Frohburger kamen anschließend mit Beuteln voller Sachen. Darunter Hüte, Hochzeitskleider, Strümpfe und Nachthemden, Kleider, Hosen und Röcke.

"Die Mode der DDR-Frauen war unglaublich kreativ", erzählte Scheffler. Denn Not habe erfinderisch gemacht. Zwar habe sich die Mode in Form und Farbe nicht von der im Westen unterschieden, doch sie sei weitaus individueller gewesen. "Fast jede Frau konnte nähen. Und so entstanden aus Tischdecken Kleider, aus Fensterleder Röcke und aus mit Nagellack angemalten Nudeln Ketten."

Auch die Stoffe waren im Osten und Westen gleichermaßen aktuell, hießen nur oft anders. Doch auf eines legte die Damenwelt im Osten großen Wert: die Stoffe mussten pflegeleicht sein. "Die Frauen haben fast alle gearbeitet. Sie brauchten Dinge, die gut zu tragen waren und nicht viel Aufwand benötigten", begründete Jurzok.

Wer sich selbst von den Merkmalen der Stoffe überzeugen wollte, durfte Schürzen und Kleider anprobieren. Denn die Schau im Schloss ist nicht nur eine zum Angucken, sondern zum Anfassen. Sehr zur Freude der Besucher, die in Erinnerungen schwelgten. "Das meiste von den Stücken habe ich selbst getragen", sagte Regina Specht. Sie steuerte ebenfalls einiges an Kleidung bei und fand nach kurzem Rundgang ihren Pelzmantel. Jurzok, Buschmann und Scheffler hätten gerne weitere Kleider, Röcke und Blusen gezeigt, "aber wir mussten aus Platzmangel leider auf vieles verzichten", so die Leiterin des Museums.

Die Ausstellung ist bis 30. September zu sehen. Geöffnet ist das Schloss dienstags bis freitags von 9 bis 12 und 13 bis 16 Uhr, sonnabends von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr. Scheffler liest übrigens aus ihrem Buch "Chic im Osten" am Mittwoch ab 17 Uhr in der Frohburger Bibliothek. Im September wird es dann zu dem Thema noch eine Modenschau geben.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.05.2015
Julia Tonne

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