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Wenn der "Triumphator" rasselt

Wenn der "Triumphator" rasselt

Rötha. Hinter „Swyt" steht ein großes Fragezeichen. Als am Sonnabend Punkt 15 Uhr im Röthaer Heimatmuseum die Ausstellung mit Alltagsgegenständen aus der DDR-Produktion ihre Pforten öffnet, dreht sich die Diskussion schnell um die Frage, welchem Volkseigenen Betrieb man das „Mehrzweckwaschmittel" mit dem wenig geläufigen Namen wohl zuordnen kann.

. „Swyt kenne ich nicht, den Rest ja", lautet der Grundtenor. Bis Dietlinde Kühnl, die nach eigenem Bekunden „sehr gute Erfahrungen" mit dem Mittel gemacht habe, das Museum betritt. „Eine Bekannte hat es mir regelmäßig aus Berlin geschickt", erzählt die 59-jährige Röthaerin.

Geschichten dieser Art sind es, die die Würze der kleinen aber feinen, mehrheitlich aus Beständen des Heimatmuseums bestehenden Schau in den kommenden Wochen ausmachen werden. „Wir haben schon beim Aufbau gemerkt, dass die Gegenstände viele Erinnerungen wach rufen und dass jeder zu irgendeinem Teil eine ganz besondere Beziehung hat", so die Stadt- und Heimatvereinsvorsitzende Bettina Wallasch, die hofft, dass die Schau vor allem bei älteren Menschen auf große Resonanz stößt. Doch auch die Generation der unter 50-Jährigen gab sich am Sonnabend ein Stelldichein. „Viele technische Sachen hatten eine sehr gute Qualität", findet der 47-jährige Uwe Herzog. So leiste ihm nach wie vor seine Schmalkalda-Bohrmaschine gute Dienste, funktioniere der Schulrechner SR1 noch immer störungslos und würden zudem diverse Uhren aus Ruhla und Glashütte heute wie vor 20 Jahren auf die Minute genau den Gang der Zeit anzeigen. Qualität, die sich auch in der betagten Rechenmaschine namens „Triumphator" manifestiere. „Sie hat zwar etwas gerasselt, aber mich nie im Stich gelassen", bricht Vereinsmitglied Christel Siedersleben eine Lanze für den Vorgänger des Taschenrechners.

Wie die gute alte Triumphator fanden sich nach 1990 viele andere technische Geräte made in GDR unversehens auf dem Sperrmüll wieder. „Die Devise war ‚Hauptsache neu und raus mit dem alten Zeug‘", erinnert sich Bettina Wallasch. Für sie und ihre Mitstreiterinnen seien dies wahre Fundgruben gewesen. Mittlerweile müssen die Vereinsmitglieder jedoch nicht mehr den Müll sondieren, vielmehr wissen die Röthaer, an wen sie sich wenden können, wenn es einen Boden auf- oder Großmutters Wohnung auszuräumen gilt. Die aktuelle Ausstellung soll laut Wallasch noch einmal zusätzlich animierend wirken, nach besonders seltenen Sachen aus DDR-Produktion Ausschau zu halten. Auf Helga Sauer kann die Vereinschefin dabei jedoch nicht setzen. „Bei uns sind DDR-Töpfe ebenso wie Teegläser und Schüsseln nach wie vor in Gebrauch", so die 66-Jährige.

Roger Dietze

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