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Borna Wenn es in Borna brennt: Feuerwehr ist 2019 seit 150 Jahren zur Stelle
Region Borna Wenn es in Borna brennt: Feuerwehr ist 2019 seit 150 Jahren zur Stelle
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12:28 22.02.2018
historische Bilder 150 Jahre Feuerwehr Borna: Steigerturm, Karrenspritze, Frauengruppe Quelle: Feuerwehr Borna
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Borna

Die Bornaer Freiwillige Feuerwehr war noch nicht einmal ein Jahr alt, als die Kameraden Gelegenheit bekamen, ihr Können unter Beweis zu stellen. Im November 1870 brannte die Wolf`sche Scheune in der Turnerstraße, das Feuer breitete sich binnen kurzer Zeit auf sieben weitere Scheunen aus. Während die Bornaer unmittelbar nach Brandausbruch anrückten, brauchten die Wehren unter anderem aus Lobstädt und Blumroda eine Stunde, die aus Thierbach gar zwei Stunden. Die Gerätschaften: mit Pferden bespannte Spritzen und Karrenspritzen.

150 Jahre alt wird die Freiwillige Feuerwehr Borna 2019. Die Planungen für das Festwochenende im September laufen bereits jetzt auf Hochtouren. „Wir suchen schon den passenden Ort, organisieren Verpflegung und stellen das Programm zusammen“, erzählt Kamerad Uwe Bergbauer. Zudem solle bis dahin eine Chronik erscheinen. Klar ist schon jetzt, dass das Thüringisch-Sächsische Feuerwehr-Oldtimertreffen an dem Wochenende in Borna stattfinden wird. Das Geschenk jedoch gibt es ein Jahr vorher: Im Frühjahr soll das neue Drehleiterfahrzeug nach Borna kommen und ins Feuerwehrgerätehaus in der Röthaer Straße einziehen.

Die Technik des rund 750 000 Euro teuren Gefährts dürfte alles bisher in Borna Gesehene in den Schatten stellen. Dabei hatte die Wehr schon 1876 einiges vorzuweisen: unter anderem eine Omnibusspritze, eine Zug- und zwei Karrenspritzen, ein Wasserfass mit zwei Rädern, 1150 Meter Schlauch, 40 Hanfeimer, sieben Steigleitern sowie eine Dachleiter. 1902 dann gab es bereits einen Mannschafts- und Schlauchtransportwagen sowie eine mechanische Schiebleiter. Die entsprechenden Mannschaftsgrößen waren beeindruckend. So brauchte es alleine für die Bedienung einer Karrenspritze einen Zugführer, zwei Rottmeister, einen Rohrführer, zwei Signalisten und 37 Mann. Die hohe Anzahl ergab sich aus der dreimaligen Ablösung während des Einsatzes. Und um eben den Personalbedarf decken zu können, erließen die Stadtverordneten die Anordnung, dass für jeden Bezirk 80 bis 101 Mann im Alter von 21 bis 40 Jahre verpflichtet werden sollten, in der „Schutz- und Reservemannschaft zur Bekämpfung von Feuersbrünsten“ Hilfe zu leisten.

Derzeit stellt sich die Situation anders dar. „Wir suchen händeringend Leute, derzeit sind wir noch knapp 50, vor zehn Jahren waren wir noch 65“, sagt Ortswehrleiter Toni Winkler. Und im vergangenen Jahr verzeichnete die Wehr mit rund 160 Einsätzen ein Rekordjahr. Das könnte in den kommenden Monaten noch getoppt werden, alleine der Januar bescherte den Bornaer Kameraden schon 60 Einsätze, davon waren 30 dem Orkan Friederike geschuldet. Zwar seien laut Bergbauer mittlerweile acht Kameraden dazugekommen, allerdings suche die Wehrleitung nach wie Jugendliche und junge Erwachsene, die ihre Freizeit hier verbringen möchten. Einen Schritt in Richtung Nachwuchs hatte die Feuerwehr zwar im August mit dem Aufbau der Kinderfeuerwehr gemacht, aber bis die Zwerge so weit seien, vergingen noch etliche Jahre.

Bergbauer und Winkler hoffen, die Stadtverwaltung weiter für das Thema Nachwuchssuche sensibilisieren zu können. „Was wir unter anderem brauchen, sind weitere Anreize. Bislang gibt es ermäßigte Eintritte für Jahnbad, Museum und Mediothek. Vielleicht kann sich die Stadt aber auch Gedanken darüber machen, Feuerwehrkameraden kostenlos in der Stadt parken zu lassen“, überlegt Bergbauer. Er wünsche sich zudem eine engere Zusammenarbeit mit Borna, was die Ausstattung der Wehr betrifft. Das 150-jährige Bestehen sei schließlich ein guter Anlass für Geburtstagswünsche.

Von Julia Tonne

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