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Wer säet, der erntet: Blütenkönigin und Minister leiten Apfelerntesaison ein

Landwirtschaft Wer säet, der erntet: Blütenkönigin und Minister leiten Apfelerntesaison ein

Die Ernte hat begonnen: Auf dem Obsthof Wurzen waren am Freitag Landwirte, Politik und die sächsische Blütenkönigin zugegen, um die Apfelerntesaison des Landesverbandes „Sächsisches Obst“ zu eröffnen. Wetterbedingt wird der Ertrag in diesem Jahr geringer ausfallen - im deutschlandweiten Vergleich steht der Verband aber gut da.

Laura I., amtierende sächsische Blütenkönigin, durfte zuerst zugreifen: Die Apfelerntesaison des Landesverbandes „Sächsisches Obst“ hat damit offiziell begonnen.

Quelle: Thomas Kube

Wurzen. „An apple a day keeps the doctor away“, besagt ein englischen Sprichwort: Ein Apfel pro Tag hält den Arzt fern. Laura I., amtierende sächsische Blütenkönigin, empfiehlt, dass es „am besten sogar zwei sein sollten“. Die Zwenkauerin beehrte am Freitag den Obsthof Wurzen mit ihrer royalen Anwesenheit, um pünktlich zum meteorologischen Herbstbeginn die Apfelerntesaison zu eröffnen.

Auch zahlreiche Gäste aus der Politik waren anwesend. Zuvor jedoch zog Gerd Kalbitz, Vorsitzender des Landesverbandes „Sächsisches Obst“, Bilanz über die diesjährigen Erträge. Das wechselhafte Wetter – Frost zur Blütezeit und nasskaltes Nachblütewetter – ließen Befürchtungen über Ernteverluste aufkommen. Die gibt es zwar auch, doch im gesamtdeutschen Vergleich haben die Mitglieder des Verbandes eher geringe Einbußen zu beklagen. So sinkt die voraussichtliche Ernte 2017 von rund 90 000 Tonnen in den vergangenen beiden Jahren auf etwa 67 000 (circa 38 Prozent Schwund), deutschlandweit wird allerdings mit einem Ernterückgang um etwa die Hälfte gerechnet. Vor allem in Bayern und Baden-Württemberg sei das zu spüren. Eine Tatsache, von der der Verband „Sächsisches Obst“ – immerhin das drittgrößte Obstanbaugebiet Deutschlands – wirtschaftlich profitieren könnte: Es sei nicht ausgeschlossen, dass die niedrigeren Erträge durch höhere Erzeugerpreise ausgeglichen werden. „Und die Qualität in Geschmack und Farbe stimmt“, so Kalbitz. In Zukunft, so Betriebsleiter Jens Gottschalk, wolle man zudem verstärkt auf Direktvermarktung und Selbstpflückangebote setzen.

Sachsen Landwirtschaftminister Thomas Schmidt (CDU) sprach im Anschluss von den Herausforderungen, denen sich die Agrarwirtschaft in Zukunft stellen müsse: Klimawandel, steigende Verbraucheransprüche, drohender Akzeptanzverlust der Landwirtschaft. Eine Möglichkeit dem zu begegnen: Industrie 4.0, also die Digitalisierung der Landwirtschaft, die eine optimale Bewässerung und Düngung der Anbauflächen ermögliche und – so betonte Schmidt – nötig sei, um den Beruf Landwirt für junge Menschen attraktiver zu machen. Dem stimmte auch der EU-Abgeordnete Peter Jahr (CDU) zu: „Auch die Landwirtschaft hat einen Anspruch darauf, am technischen Fortschritt teilzuhaben.“ Ebenfalls ein kritisches Thema der kommenden Jahre: die Reduzierung von Pflanzenschutzmitteln.

Anschließend ging es für Minister Schmidt in die Kantstraße. Dort wurde am Nachmittag das Förder- und Fachbildungszentrum (FBZ) Wurzen feierlich eröffnet. Die Niederlassung wurde in den vergangenen zwei Jahren von Grund auf saniert sowie modernisiert und wird fortan die zentrale Stelle für die Ausschüttung von Fördergeldern für Landwirtschaft, Umwelt- und Tierschutz sein. Schmidt dazu: „Wurzen ist damit auch künftig ein wichtiger Dienstleister und gut erreichbarer Partner für Landwirte und Naturschutzprojektträger in der Region.“ Norbert Eichkorn, Präsident des Landesamtes für Umwelt und Wirtschaft, betonte, wie anspruchsvoll es sei, Agrarwirtschaft und Naturschutz unter einen Hut zu bringen: „Aber wir stellen uns dieser Aufgabe.“

Von Christian Neffe

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