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Borna Werbener See – das stille Naturparadies ohne touristischen Schnickschnack
Region Borna Werbener See – das stille Naturparadies ohne touristischen Schnickschnack
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08:00 07.05.2016
Die Freunde des Werbener Sees mit ihrer Vorsitzenden Anett Stolle (vorn links). Sie zeigen das Bild des Sees mit einigen markanten Punkten. Quelle: privat
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Werben/Pegau

Still ruht der See: Für das Gewässer in Werben, entstanden aus einem Restloch des ehemaligen Tagebaus Profen-Nord, zählen Attribute wie Ruhe, Naturbelassenheit und Ursprünglichkeit mehr als Besucherzahlen und touristischer Schnickschnack. Nach dem Willen der Werbener Seefreunde soll das auch weiter so bleiben und der See sich von seinen großen Geschwistern in Cospuden, Zwenkau oder Markkleeberg mit ihren vielfältigen Sport- und Freizeitangeboten deutlich abheben. „Wir wollen lieber der Natur ihren Lauf lassen“, sagt Vorstandsmitglied Uwe Bartsch der LVZ. „Der See bleibt so wie er ist: ein Platz zum Durchatmen.“ Mittlerweile wurden dort 66 Brutvogel- und 39 Gastvogelarten, elf Arten Amphibien und Reptilien, 18 Arten Heuschrecken, 26 Libellen- und 33 Schmetterlingsarten sowie verschiedene Säugetiere, Fische und Pflanzen nachgewiesen.

Bei ihrer Arbeit bekommen die Werbener durchaus prominente Rückendeckung: Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) und Ex-Landrat Gerhard Gey sind beide Ehrenmitglieder des fast 40 Mann starken Vereins und unterstützen ihn – zumindest moralisch – bei der Durchsetzung von Ruhe und Ordnung. Zur 1000-Jahr-Feier des Pegauer Ortsteils Werben 2012 hatten beide ihre Hilfe angeboten „und wir haben das für bare Münze genommen und Nägel mit Köpfen gemacht“, erinnert sich Uwe Bartsch.

Der Werbener See mit seinen 72 Hektar Wasserfläche liegt inmitten eines grünen Gürtels und gehört mit zu den saubersten Gewässern in Sachsen. Er wurde von 1998 bis 2000 mit Sümpfungswasser aus dem Tagebau Profen geflutet, danach mit Grundwasser aufgefüllt und befindet sich im Eigentum der Agrarprodukte Kitzen. Sowohl der Tauchclub Borna als auch der Angelverein Werben nutzen das Tier- und Pflanzenparadies als Pachtgewässer, daneben genießen Spaziergänger und Radfahrer die gute Luft und die Stille am See. Für Badegäste gebe es keine ausdrückliche Einladung, formuliert es Uwe Bartsch diplomatisch, sie werden lediglich geduldet. Das Baden solle sich aber auf zwei bis drei Stellen am See begrenzen.

Das wirkliche Problem ist der Müll. „Gerade in den Sommermonaten, wenn die Badegäste kommen, haben wir damit zu kämpfen“, beschreibt es der Naturfreund. Daher organisiert der Verein zusammen mit dem Tauchclub und dem Anglerverein abwechselnd Reinigungsaktionen, um der Verschmutzung Herr zu werden.

Darüber hinaus planen die Werbener, deren Maskottchen der Eisvogel „Eisi“ ist, kleinere Annehmlichkeiten entlang des Sees. So soll auf dem 5,2 Kilometer langen Rundweg und Naturerlebnispfad ein vierter Beobachtungspunkt und zugleich Rastplatz mit Tisch und Bänken eingerichtet werden. „Zwischen den drei Beobachtungspunkten gibt es eine längere Wegstrecke, auf der man sich nicht mal hinsetzen oder ausruhen kann. Das ist gerade für Familien mit Kindern ungünstig“, berichtet Uwe Bartsch. Außerdem sollen zwei weitere Bänke als kleine Rast aufgestellt und an einer Stelle ein paar Stufen zum Ufer eingerichtet werden. „Das ist gerade für ältere Besucher günstig.“

Von Kathrin Haase

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